Ländliche Entwicklung

& Agrarreform

Kolumbien zeichnet sich historisch durch eine extrem ungleiche Verteilung des Grundbesitzes aus. Die extreme Landkonzentration war und ist eine der wesentlichen Konfliktursachen. Verschiedene Versuche, eine Landreform durchzuführen, sind in den 60er, 80er und 90er Jahre gescheitert. Die Rückgabe geraubter Ländereien und die Verteilung des extrem konzentrierten Grundbesitzes sind eine der wesentlichsten Herausforderungen, um einen nachhaltigen Frieden zu erreichen. Im Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der ehemaligen Guerilla FARC-EP vom November 2016 ist das erste Kapitel denn auch einer integralen Agrarreform gewidmet. Die Umsetzung dieses ersten Kapitels weisst jedoch die grösste Verzögerung auf und bestehende Gesetze wie zur Landrückgabe drohen auszulaufen, ohne dass die Ziele erreicht worden wären.

Morde und Todesdrohungen gegen Landrechtskämpfer und VerteidigerInnen des Territoriums reissen nicht ab 

Morde und Todesdrohungen gegen Landrechtskämpfer und VerteidigerInnen des Territoriums reissen nicht ab 

Auch im Februar 2022 nahm die Welle an Drohungen und Ermordungen nicht ab. Es kamen dabei Personen zu Schaden, die die ask! kennt, was bei uns noch mehr Betroffenheit als sonst schon auslöst. Es beschäftigt und auch die Frage, was mehr wir noch tun können, als wöchentlich mehrere Communiqués und Protestbriefe mitzutragen, um dem Blutbad Einhalt zu gebieten. In San Martin im Departement Cesar wurden in der Nacht vom 22. Februar 2022 die beiden historischen Führungsfiguren Teófilo Acuña und Jorge Tafur ermordet. In Puerto Wilches und El Carmen de Chucurí würden Führungspersonen des Widerstandes gegen die Pilotprojekte für Fracking mit dem Tod bedroht.

Soziale Führungspersonen erneut unter Beschuss

Soziale Führungspersonen erneut unter Beschuss

Stunden, nachdem die Justiz die sofortige Freilassung der drei in der vergangenen Woche festgenommenen sozialen Führer verfügte, sprach einer von ihnen mit VerdadAbierta.com und erläuterte einige der von der Staatsanwaltschaft gegen ihn vorgebrachten Argumente und beharrte auf seiner Unschuld.

Drogenbekämpfung: Wiederaufnahme der Sprühflüge mit Glyphosat weiterhin umstritten

Drogenbekämpfung: Wiederaufnahme der Sprühflüge mit Glyphosat weiterhin umstritten

Im Dezember 2019 hat die kolumbianische Regierung das Dekret zur Wiederaufnahme der Sprühflüge mit Glyphosat veröffentlicht. Dieses und der Umweltmanagementplan müssen in öffentlichen Anhörungen mit der betroffenen Bevölkerung debattiert werden. Diese Anhörung war wegen Covid19 drei Mal verschoben worden, weil virtuell die Teilnahme der Bevölkerung nicht garantiert werden konnte. Am 19. Dezember 2020 wurde die Anhörung trotz massiver Kritik der sozialen Bewegungen durchgeführt, mit fragwürdigem Ergebnis.