Wahrheit & Gerechtigkeit

Wahrheit, Wiedergutmachung und Gerechtigkeit sind zentrale Elemente für einen nachhaltigen Frieden. Im Friedensabkommen mit den FARC von November 2016 wurden diese Bereiche ausführlich geregelt und weltweit führende Konzepte z.B. für die Übergangsjustiz entwickelt. Trotzdem sind diese Vereinbarungen in Kolumbien weiterhin sehr umstritten. Rechte Kreise wollten beispielweise dem Frieden zuliebe keine Wahrheitssuche, da dies nur alte Wunden aufreisse.

Der Staat selber argumentierte damit, er verfüge gar nicht über die Mittel, um soviele Opfer zu entschädigen. Die Regierungspartei Centro Democrático hat denn auch versucht, die Übergangsjustiz abzuändern und Präsident Duque wollte das Ausführungsgesetz der JEP nicht unterzeichnen. Zudem werden die Budgetposten für Übergangsjustiz und Wahrheitssuche möglichst tief gehalten. Es liegt noch ein langer und hindernisreicher Weg vor den Opfern, bis sie umfassende Gerechtigkeit erfahren haben.

 

 

Zwiespältige Bilanz nach 18 Monaten Implementierung des Friedensabkommens

Zwiespältige Bilanz nach 18 Monaten Implementierung des Friedensabkommens

Anfang Juni 2018 hat die kolumbianische Stiftung für Frieden und Versöhnung PARES einen weiteren Zwischenbericht zum Stand der Umsetzung des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der ehemaligen FARC – Guerilla herausgegeben. Nach 18 Monaten ist es möglich, differenzierte Schlüsse über den Stand der Umsetzung und die anstehenden Herausforderungen zu ziehen.

Aktueller Stand der Landrückerstattungen

2011 verpflichtete sich Kolumbien mit dem Gesetz 1448, den Opfern von Zwangsvertreibungen und Landraub im Rahmen des bewaffneten Konflikts ihr Land zurückzugeben. Das Gesetz ist auf zehn Jahre befristet und läuft somit 2021 aus. Zwölf kolumbianische NGO kritisieren in einem Bericht[1] an die Interamerikanische Menschenrechtskommission die schleppende Umsetzung des Gesetzes und fordern entsprechend eine konsequente Umsetzung und eine Verlängerung des Landrückgabegesetzes.

Postkonflikt: hartnäckige geschlechtsspezifische Gewalt

Postkonflikt: hartnäckige geschlechtsspezifische Gewalt

Das hartnäckige Fortbestehen geschlechtsspezifischer Gewalt ist ein Hindernis für den territorialen Frieden in Kolumbien. In den ehemals vom bewaffneten Konflikt betroffenen Gebieten ist die Reduktion von geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt ein entscheidender Faktor zur Verankerung des sozialen Friedens.