Frieden von unten

Trotz der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen der Regierung und der Guerilla der FARC im November 2016 geht die kriegerische Auseinandersetzung in verschiedenen Gebieten Kolumbiens mit unverminderter Härte weiter, da andere bewaffnete Gruppen die Räume der FARC besetzt haben.
Ländliche Gemeinschaften und städtische Quartiervereinigungen bemühen sich seit Jahren, in ihrem näheren Umfeld ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen und setzen sich stark für Wahrheitsfindung und Versöhnung ein. So arbeiten verschiedene NGOs und Quartiervereinigungen gezielt zur Jugendgewalt und Bandenkriminalität, während sich indigene und kleinbäuerliche Gemeinschaften von allen bewaffneten Akteuren distanzieren und ihr Territorium für waffenfrei erklären.

Wie erreicht Kolumbien den totalen Frieden? 

Eines der grossen Ziele der Regierung von Gustavo Petro ist es, den totalen Frieden zu erreichen. Die „paz total“ ist in diesem Konzept viel mehr als das Schweigen aller Waffen oder Sicherheit für alle Bewohner des Landes. Es beutet auch Sicherheit vor Hunger und Armut oder Bewältigung der Umwelt- und Klimakrise. Das war auch eine der Kernaussagen von Petro an der UNO Vollversammlung: es gibt keinen totalen Frieden ohne soziale, wirtschaftliche und Umweltgerechtigkeit. Im Endeffekt strebt Petro als Vision einen totalen Frieden an, der auch den Drogenkrieg beendet und die Klimakrise überwindet, um letztlich die Spezies Mensch zu retten. Deshalb auch sein Appell, die Abhängigkeit von Erdöl und Kohle zu reduzieren und den Amazonas zu retten. Der Aufbau eines Entwicklungsplanes in 50 partizipativen Dialogen in den (gewaltgeprägten) Regionen ist ein wesentlicher Baustein dieses Planes.

SOS Cauca: Weitere Indigene in Kolumbien ermordet

Internationale NGO tun ihre Sorge über verschiedene Morde an indigenen Führungspersonen des Cauca kund und fordern die kolumbianische Regierung auf, effektive Schutzmassnahmen zu ergreiffen.