Frieden von unten

Trotz der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen der Regierung und der Guerilla der FARC im November 2016 geht die kriegerische Auseinandersetzung in verschiedenen Gebieten Kolumbiens mit unverminderter Härte weiter, da andere bewaffnete Gruppen die Räume der FARC besetzt haben.
Ländliche Gemeinschaften und städtische Quartiervereinigungen bemühen sich seit Jahren, in ihrem näheren Umfeld ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen und setzen sich stark für Wahrheitsfindung und Versöhnung ein. So arbeiten verschiedene NGOs und Quartiervereinigungen gezielt zur Jugendgewalt und Bandenkriminalität, während sich indigene und kleinbäuerliche Gemeinschaften von allen bewaffneten Akteuren distanzieren und ihr Territorium für waffenfrei erklären.

Mit Tilapias auf dem Weg der Hoffnung

„Wir haben erkannt, dass es auch mit Koka auf den Feldern möglich ist, in Frieden zu leben“ (Natalia Currea, Friedensbeauftragte der Gemeinde Argelia). Dies ist die Geschichte eines Zusammenschlusses von Beamten und ehemaligen FARC-KämpferInnen, die mit einer Tilapiafischkultur eine Insel des Widerstands gegen den Krieg in einer der gefährlichsten Gemeinden Kolumbiens zu schaffen versuchen. Als Beispiel dafür, dass es neben all den traurigen und besorgniserregenden Nachrichten auch weiterhin Menschen gibt, die mit viel Kraft Hoffnung schaffen, haben wir diesen Artikel übersetzt.

Menschenrechtsverteidiger im Cauca in Gefahr

Menschenrechtsverteidiger im Cauca in Gefahr

Der Verteidigungsminister Diego Molano Aponte verkündete am 15. Mai 2021, dass Mitglieder der FARC-Dissidenz hinter den Attacken gegen die Polizeistation und das Institut für Rechtsmedizin stecken und nannte vier angebliche Anführer und Verantwortliche – alias «Cheto», alias «Maíz», alias «Caleño» und alias «Andrés». Er setzte eine finanzielle Entschädigung von bis zu 50 Millionen kolumbianische Pesos (ca. 12.200 CHF) für Hinweise an, welche der Aufklärung des Sachverhalts dienen. Diese Aussagen wurden sowohl von den sozialen Organisationen, als auch vom Gouverneur des Cauca, Elías Larrahondo Carabalí abgelehnt, da zumindest die ersten drei genannten Personen als soziale Aktivisten anerkannt sind.

Die Siona – ein Volk an der Grenze

Die Siona – ein Volk an der Grenze

Die Siona sind ein indigenes Volk an der Grenze zwischen Ecuador und Kolumbien. Ihre kulturelle und physische Identität wurde durch externe Einflüsse während der Kolonialzeit und später dem bewaffneten Konflikt fast ausgemerzt. Deshalb hat das Verfassungsgericht 2009 anerkannt, dass ihre physische und kulturelle Existenz bedroht ist. Trotzdem kämpfen sie bis heute um ihr Land, das von Kokapflanzungen dominiert wird, einer Pflanze, die sie traditionell gar nicht benutzt haben. Dieser Artikel zeigt Teile ihres Kampfes um Land und Identität auf.