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Ungleiche Verhandlungen um die Lunge der Erde

Ungleiche Verhandlungen um die Lunge der Erde

Der Amazonas ist beliebt für das Geschäft mit Emissionszertifikaten. Schliesslich wird die grösste Waldfläche der Welt nicht umsonst ‘Lunge der Erde’ genannt. Die Millionen Bäume speichern das CO2, das Fabriken andernorts ausstossen. Doch dieses marktbasierte Konzept, das darauf baut, den Ausstoss von CO2 meist im globalen Norden zu kompensieren, indem meist im globalen Süden Wälder aufgeforstet oder geschützt werden, kreiert nicht nur laufend neue Probleme, sondern schliesst sich auch zu einem Teufelskreis, der in keiner Weise nachhaltig ist und nicht zu einer besseren CO2  Bilanz beiträgt.

“Es wird keinen vollständigen Frieden geben, bis wir die verschwundenen Personen nicht wieder bei uns haben” Interview mit Cesar Santoyo vom Colectivo Orlando Fals Borda

Cesar Libardo Santoyo Santos, Direktor der kolumbianischen Nicht-Regierungsorganisation (NRO) Colectivo Socio jurídico Orlando Fals Borda, war Ende 2021 auf einer Speakertour in Europa, zusammen mit seiner Arbeitskollegin Deidania Perdomo Hite. Sie nahmen auch an mehreren Anlässen in der Schweiz teil. Diese fanden im Rahmen der ask! Informationskampagne zu 5 Jahre Friedensabkommen zwischen der FARC-EP Guerrilla und der kolumbianischen Regierung statt. Was sind heute die Herausforderungen, die Fortschritte und Hoffnungen und was ist die Rolle der internationalen Gemeinschaft bei der Suche nach den Verschwundenen?

Umstrittenes Abkommen mit dem Viehzüchterverband FEDEGAN soll der Agrarreform zum Durchbruch verhelfen

Umstrittenes Abkommen mit dem Viehzüchterverband FEDEGAN soll der Agrarreform zum Durchbruch verhelfen

Die Regierung von Gustavo Petro hat einen weiteren Schritt hin zur Umsetzung der Agrarreform gemacht. Die Landwirtschaftsministerin Cecilia Lopez erreichte am Donnerstag 6. Oktober 2022 ein Abkommen mit dem Verband der Viehzüchter FEDEGAN, wonach dieser dem Staat drei Millionen Hektaren Land verkaufen will. Dieses Land soll in den Landfonds fliessen, der mit dem Friedensabkommen 2016 geschaffen wurde und in den in den ersten zehn Jahren eben drei Millionen Hektaren Land einfliessen sollen. Weiter soll auch Land durch Widerruf des Besitzrechts, Land das wegen Umweltnormen an den Staat zurückfällt, zurückgewonnene Brachflächen und Schenkungen dazukommen. Vorbereitet wurde das Abkommen zwischen Senator Ivan Cepeda und dem Präsidenten des Viehzüchterverbandes, José Félix Lafaurie.

Unsere Themen

Kolumbien ist ein von Gegensätzen geprägtes Land. Geographisch und kulturell präsentiert sich Kolumbien in einer unvergleichlichen Diversität. Obwohl sich Kolumbien gerne als älteste Demokratie Lateinamerikas sieht, trüben über 60 Jahre Bürgerkrieg und damit einhergehend eine chronische und umfassende Krise der Menschenrechte das Bild. Dabei sind die Menschenrechte auf allen Ebenen – bürgerlich-politische, wirtschaftliche, soziale, kulturelle und kollektive Rechte – betroffen. Seit 2016 besteht ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und der ältesten Guerrilla Südamerikas – der FARC-EP. Dies sollte ein Zeichen des Wandels sein, der definitive Schritt in Richtung Frieden für Kolumbien. Leider gibt es verschiedene Strukturen und Probleme, die dem Frieden im Weg stehen. Dazu zählt unter anderem die Drogenpolitik, die weiterhin repressiv und auf Kosten der Schwächsten geführt wird, sowie die ungleiche Landverteilung. Auch bestimmte Teile der Wirtschaft profitieren von einem bewaffneten Konflikt und der Missachtung von Menschenrechten.

All dies sind Themen, welche die ask! – 1987 von Kolumbien-Interessierten gegründet – mit ihrer Informations- und Lobbyarbeit behandelt und sich damit für eine Verbesserung der Situation einsetzt.