Friedensprozess

Am 19. November 2012 begann in La Habana, Kuba der Friedensdialog zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-EP. Bereits im August 2012 hatte Präsident Santos die Unterzeichnung eines Abkommens über Friedensverhandlungen bekannt gegeben. Dem Abkommen waren monatelange geheime Sondierungsgespräche vorausgegangen. Diese Gespräche konnten im November 2016 mit der Ratifizierung eines umfassenden Friedensabkommens zwischen der Regierung Santos und der Guerilla der FARC abgeschlossen werden, die FARC demobilisierte sich bis auf wenige dissidente Gruppen vollständig.

Anfang 2017 nahm Präsident Santos auch Friedensgespräche mit dem ELN auf, die jedoch nur bescheidene Fortschritte erzielten. Ein längerer Waffenstillstand Ende 2017 weckte Hoffnung, wurde im Januar 2018 aber nicht verlängert. Trotzdem übergab Santos seinem Nachfolger Ivan Duque einen Prozess mit einer recht vollständigen Agenda, einer Begleitgruppe an Ländern und ersten Übereinkommen darüber, wie verhandelt werden soll. Ivan Duque stellte diese bisherigen Übereinkommen in Frage, stellte unrealistische Vorbedingungen an das ELN und brach die Verhandlungen nach einem Anschlag des ELN auf eine Polizeischule in Bogotá am 17. Januar 2019 ab. Seither ist es nicht zu einer Wiederaufnahme der Gespräche gekommen.

 

Menschenrechte 2021

Menschenrechte 2021

Die Herausforderungen im Menschenrechtsbereich sind im Jahr 2021 für Kolumbien enorm. Die eine ist es, die Ermordung von MenschenrechtsverteidigerInnen, sozialen Führungspersonen, FriedensaktivistInnen und ehemaligen KämpferInnen zu verhindern. Die Kolumbianische Juristenkommission hat vom 1. Januar bis 7. Dezember dieses Jahres 293 Morde an Führungspersonen und MenschenrechtsverteidigerInnen registriert, das heisst im Durchschnitt fast eine Person pro Tag.

Vier Jahre seit der Unterzeichnung des kolumbianischen Friedensabkommens: Verschlechterung der humanitären Situation und Stagnierung des Umsetzungsprozesses

Vier Jahre seit der Unterzeichnung des kolumbianischen Friedensabkommens: Verschlechterung der humanitären Situation und Stagnierung des Umsetzungsprozesses

Am 24. November jährt sich die Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und den FARC im Teatro Colón in Bogotá zum vierten Mal. Die Unterzeichnung sollte einen 52 Jahre dauernden Konflikt beenden, der mehr als 8 Millionen Opfer hinterlassen hat. Das Abkommen war das Resultat einer vierjährigen Diskussion und beinhaltet Massnahmen um die strukturellen Ursachen des Konfliktes zu lösen und somit seine Wiederholung zu verhindern. Nach den ersten vier Jahren der Umsetzung ziehen wir eine Bilanz. 

Entwaldung in Kolumbiens Nationalparks nach Unterzeichnung des Friedensabkommens

Entwaldung in Kolumbiens Nationalparks nach Unterzeichnung des Friedensabkommens

Die wissenschaftliche Zeitschrift Nature publizierte einen Artikel zum Einfluss von bewaffneten Konflikten und im Falle Kolumbiens dem Friedensprozess auf die Abholzung von Primärwald, die nach 2016 teilweise drastisch zugenommen hat. Während der Artikel einige spannende Aspekte im Zusammenhang mit Umweltschutz und Frieden aufzeigt, sieht die ask! besonders eine Aussage auch kritisch.