Friedensprozess

Am 19. November 2012 begann in La Habana, Kuba der Friedensdialog zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-EP. Bereits im August 2012 hatte Präsident Santos die Unterzeichnung eines Abkommens über Friedensverhandlungen bekannt gegeben. Dem Abkommen waren monatelange geheime Sondierungsgespräche vorausgegangen. Diese Gespräche konnten im November 2016 mit der Ratifizierung eines umfassenden Friedensabkommens zwischen der Regierung Santos und der Guerilla der FARC abgeschlossen werden, die FARC demobilisierte sich bis auf wenige dissidente Gruppen vollständig.

Anfang 2017 nahm Präsident Santos auch Friedensgespräche mit dem ELN auf, die jedoch nur bescheidene Fortschritte erzielten. Ein längerer Waffenstillstand Ende 2017 weckte Hoffnung, wurde im Januar 2018 aber nicht verlängert. Trotzdem übergab Santos seinem Nachfolger Ivan Duque einen Prozess mit einer recht vollständigen Agenda, einer Begleitgruppe an Ländern und ersten Übereinkommen darüber, wie verhandelt werden soll. Ivan Duque stellte diese bisherigen Übereinkommen in Frage, stellte unrealistische Vorbedingungen an das ELN und brach die Verhandlungen nach einem Anschlag des ELN auf eine Polizeischule in Bogotá am 17. Januar 2019 ab. Seither ist es nicht zu einer Wiederaufnahme der Gespräche gekommen.

 

Innenansichten eines Friedensprozesses

Innenansichten eines Friedensprozesses

Am 27. März organisierte die ask! einen Austausch mit der Kolumbianerin Maria Jimena Duzán in Bern. Duzán ist eine der herausragenden Journalistinnen Kolumbiens und hat vor kurzem ein Buch über den ehemaligen Präsidenten Santos und den Friedensprozess[1] publiziert. Aufgrund ihrer breiten journalistischen Erfahrung konnte sie uns ein äusserst differenziertes Bild über die aktuelle Lage in Kolumbien vermitteln. Duzán blickt auf über dreissig Jahre Erfahrung als Journalistin zurück, und verglichen mit früheren Friedensprozessen oder Gewalterfahrungen der 1980er und 1990er Jahre scheint ihr die aktuelle Situation daher weniger schwarz als viele glauben. Es gibt laut Duzán auch durchaus Grund für Hoffnung.

Mitteilung der Kolumbienplattform Schweiz

Mitteilung der Kolumbienplattform Schweiz

Die Kolumbien-Plattform Schweiz drückt ihre Sorge über die Beendung des Dialogs zwischen der Regierung Kolumbiens und der Guerilla ELN aus und ruft beide Seiten auf, weiterhin auf den Aufbau eines umfassenden Friedens zu setzen.

Bewaffneter Streik und Haftbefehle

Bewaffneter Streik und Haftbefehle

Im Februar 2018 erlitten die Hoffnungen auf ein baldiges Friedensabkommen zwischen der Regierung Kolumbiens und dem ELN erneut Rückschläge. Nach Anschlägen des ELN und Gegenschlägen der staatlichen Sicherheitskräfte reagierten beide Seiten mit Eskalation: das ELN rief einen bewaffneten Streik aus und die Regierung antwortete mit Haftbefehlen für die Führungsspitze des ELN.