Konfliktdynamik

Mit der Demobilisierung der FARC ab 2017 hat sich die Konfliktdynamik stark verändert. Die Zahl der Toten in Gefechten ist stark zurück gegangen, ebenso Opfer unter der Zivilbevölkerung, gewaltsame Vertreibungen etc. Dem Staat ist es jedoch nicht gelungen, die Gebiete aus denen sich die FARC zurückzogen, zu kontrollieren. Insbesondere um die Kontrolle über Gebiete in Grenznähe, Schmuggelkorridore und Gebiete mit Drogenpflanzungen und illegalem Goldabbau wird von verschiedenen Gruppierung heftig gekämpft. Darunter gehören dissidente Gruppen der ehemaligen FARC, das ELN, kriminelle Banden oder organisierte bewaffnete Gruppen GAO, Paramilitärs und selbst mexikanische Drogenkartelle. Betroffen sind beispielsweise der Catatumbo in Nordsantander, Gebiete zwischen Antioquia und Córdoba, der Chocó und insbesondere der Cauca. Auch werden viele Gebiete wieder stark militarisiert, ohne dass es zu einer Verbesserung der Lage der Zivilbevölkerung käme. Die Armee geht verstärkt gegen Dissidenzen der FARC vor, auch mit schwerer und grossflächiger Bombardierung.

Wenn Unschuldige den Krieg Anderer führen

Im Pazifikdepartement Nariño bieten bewaffnete Gruppen Minderjährigen im Alter von 15, 16 und 17 Jahren Führungspositionen an, um sie anzulocken. Diese neuen Anführer verkörpern laut einem Artikel der Zeitung El Espectador die schlimmsten Auswirkungen der Zwangsrekrutierung. Dieser Artikel ist eine Übersetzung des Artikels auf Spanisch.

Weder Koka noch Dissidenzen tragen die alleinige Verantwortung

Weder Koka noch Dissidenzen tragen die alleinige Verantwortung

Fast jede Woche wurden letztes Jahr ehemalige FARC Mitglieder beerdigt. Seit Unterzeichnung des Friedensabkommens 2016 bis Ende 2020 wurden 250 Ex-FARC KämpferInnen ermordet. Die Morde haben auch nicht aufgehört, nachdem eine Delegation von Ex-FARC Mitgliedern nach Bogotá marschiert ist, um mit Duque über ihre Sicherheit zu diskutieren. Die Regierung sucht die Schuld gerne beim Kokaanbau bzw. Drogenhandel sowie Auseinandersetzungen mit dissidenten Gruppen. Laut einer Reportage von Cerosetenta  braucht es aber eine genauere Analyse der Situation, um die Ursachen für die Mordwelle genau zu verstehen.

Die Fehlregierung des Lehrlings: Autoritarismus, Krieg und Pandemie

Die Fehlregierung des Lehrlings: Autoritarismus, Krieg und Pandemie

Am 9. September 2020 veröffentlichten die drei Menschenrechtsplattformen Koordination Kolumbien – Europa – USA CCEEU, die Alianza und die Plattform für Demokratie und Entwicklung (Plataforma DESC), die gemeinsam über 500 soziale und Menschenrechtsorganisationen repräsentieren, den Bericht über das zweite Regierungsjahr von Duque. Der Bericht heisst El desgobierno del aprendiz – autoritarismo, guerra y pandemia (Die Fehlregierung des Lehrlings: Autoritarismus, Krieg und Pandemie). In sieben Kapiteln wird auf die Menschenrechtslage, die Umsetzung des Friedensabkommens sowie die soziale Situation angesichts von COVID19 eingegangen.