Konfliktdynamik

Mit der Demobilisierung der FARC ab 2017 hat sich die Konfliktdynamik stark verändert. Die Zahl der Toten in Gefechten ist stark zurück gegangen, ebenso Opfer unter der Zivilbevölkerung, gewaltsame Vertreibungen etc. Dem Staat ist es jedoch nicht gelungen, die Gebiete aus denen sich die FARC zurückzogen, zu kontrollieren. Insbesondere um die Kontrolle über Gebiete in Grenznähe, Schmuggelkorridore und Gebiete mit Drogenpflanzungen und illegalem Goldabbau wird von verschiedenen Gruppierung heftig gekämpft. Darunter gehören dissidente Gruppen der ehemaligen FARC, das ELN, kriminelle Banden oder organisierte bewaffnete Gruppen GAO, Paramilitärs und selbst mexikanische Drogenkartelle. Betroffen sind beispielsweise der Catatumbo in Nordsantander, Gebiete zwischen Antioquia und Córdoba, der Chocó und insbesondere der Cauca. Auch werden viele Gebiete wieder stark militarisiert, ohne dass es zu einer Verbesserung der Lage der Zivilbevölkerung käme. Die Armee geht verstärkt gegen Dissidenzen der FARC vor, auch mit schwerer und grossflächiger Bombardierung.

Die Fehlregierung des Lehrlings: Autoritarismus, Krieg und Pandemie

Die Fehlregierung des Lehrlings: Autoritarismus, Krieg und Pandemie

Am 9. September 2020 veröffentlichten die drei Menschenrechtsplattformen Koordination Kolumbien – Europa – USA CCEEU, die Alianza und die Plattform für Demokratie und Entwicklung (Plataforma DESC), die gemeinsam über 500 soziale und Menschenrechtsorganisationen repräsentieren, den Bericht über das zweite Regierungsjahr von Duque. Der Bericht heisst El desgobierno del aprendiz – autoritarismo, guerra y pandemia (Die Fehlregierung des Lehrlings: Autoritarismus, Krieg und Pandemie). In sieben Kapiteln wird auf die Menschenrechtslage, die Umsetzung des Friedensabkommens sowie die soziale Situation angesichts von COVID19 eingegangen.

Wiederkehrende Gewalt im Cauca

Wiederkehrende Gewalt im Cauca

Das Departement Cauca durchlebt momentan eine erschreckende Gewaltwelle. Die Zeitschrift Semana hat einen Artikel publiziert, in dem sie im Detail beschreiben, wie und weshalb es zu solch einem schlimmen Zustand kommen konnte. Andere aktuelle Artikel zur Gewalt im Cauca ergänzen unseren Artikel hier.

Der Kampf des Regionalen Indigenenrates des Cauca für Einigkeit, Land, Kultur und Autonomie

Der Kampf des Regionalen Indigenenrates des Cauca für Einigkeit, Land, Kultur und Autonomie

Ende März wäre eine Vortragsreise von zwei Vertretern des Indigenen Regionalrates des Cauca CRIC geplant gewesen. Die beiden VertreterInnen wollten mit der Vortragsreise auf die schwierige Menschenrechtslage und Konfliktsituation im Departement Cauca und in den indigenen Territorien im Speziellen aufmerksam machen und die Menschenrechtsarbeit des CRIC sowie die Funktionsweise der Guardia Indigena erklären. Leider mussten wie wegen der Coronaepidemie den Besuch absagen, allenfalls wird er im Herbst nachgeholt. Dafür präsentieren wir hier einen Text über die Lage im Cauca und einen Video über die Guardía Indígena, mit deutschen Untertiteln.