Konfliktdynamik

Mit der Demobilisierung der FARC ab 2017 hat sich die Konfliktdynamik stark verändert. Die Zahl der Toten in Gefechten war stark zurück gegangen, ebenso Opfer unter der Zivilbevölkerung, gewaltsame Vertreibungen etc. Dem Staat ist es jedoch nicht gelungen, die Gebiete aus denen sich die FARC zurückzogen, zu kontrollieren. Insbesondere um die Kontrolle über Gebiete in Grenznähe, Schmuggelkorridore und Gebiete mit Drogenpflanzungen und illegalem Goldabbau wird von verschiedenen Gruppierung heftig gekämpft. Darunter gehören dissidente Gruppen der ehemaligen FARC, das ELN, kriminelle Banden oder organisierte bewaffnete Gruppen GAO, Paramilitärs und selbst mexikanische Drogenkartelle. Betroffen sind beispielsweise der Catatumbo in Nordsantander, Gebiete zwischen Antioquia und Córdoba, der Chocó und insbesondere der Cauca. Auch werden viele Gebiete wieder stark militarisiert, ohne dass es zu einer Verbesserung der Lage der Zivilbevölkerung käme. Die Armee geht verstärkt gegen Dissidenzen der FARC vor, auch mit schweren und grossflächigen Bombardierung.

Defendamos la Paz – Breite Bewegung für den Frieden

Defendamos la Paz – Breite Bewegung für den Frieden

Ivan Cepeda und Juan Fernando Christo kamen auf Einladung der Friedrich Ebert Stiftung FESCOL nach Deutschland und nach Brüssel. Ziel des Besuches war, die Initiative Defendamos la Paz vorzustellen, eine Initiative die vor einem knappen Jahr entstanden ist und heute 3000 Mitglieder in 35 thematischen und regionalen Gruppen zählt. Dazu gehören ehemalige Verhandlungsführer mit den FARC, 60 Kongressabgeordnete verschiedener Parteien, Ex-Minister, Mitglieder von sozialen Bewegungen und von Menschenrechtsorganisationen sowie ehemalige Militärs. Es ist die breitest aufgestellte Plattform zu Gunsten des Friedens, die es in Kolumbien je gab und sie hat beträchtlichen Einfluss. So konnte Defendamos la Paz negative Entwicklungen verhindern, z.B. die Ablehnung der JEP durch Präsident Duque, oder die Situation der Morde an sozialen Führungspersonen sichtbar machen.

Wiedereingliederung und Sicherheit der ehemaligen FARC-KämpferInnen

Wiedereingliederung und Sicherheit der ehemaligen FARC-KämpferInnen

Mehr als zwei Jahre nach der Demobilisierung steht die Wiedereingliederung der ehemaligen FARC-KämpferInnen immer noch am Scheideweg. In der gegenwärtigen Wahlkampfphase nehmen Drohungen, Gewalt und Morde an FARC-Mitgliedern laufend zu und gefährden damit die gesellschaftliche Wiedereingliederung. Die Stiftung Ideen für den Frieden (FIP) hat den Stand der Wiedereingliederung untersucht und Empfehlungen zur Verbesserung von Sicherheit sowie sozialer und ökonomischer Wiedereingliederung formuliert.

Auswirkungen des bewaffneten Konflikts im Cauca

Auswirkungen des bewaffneten Konflikts im Cauca

Während die Umsetzung des Friedensabkommens zwischen der Regierung Kolumbiens und den FARC in einigen Gebieten Kolumbiens zu einem Rückgang der Gewalt geführt hat, ist im Departement Cauca das Gegenteil der Fall. Der bewaffnete soziale Konflikt hat im Cauca 2018 und...