Konfliktdynamik

Mit der Demobilisierung der FARC ab 2017 hat sich die Konfliktdynamik stark verändert. Die Zahl der Toten in Gefechten ist stark zurück gegangen, ebenso Opfer unter der Zivilbevölkerung, gewaltsame Vertreibungen etc. Dem Staat ist es jedoch nicht gelungen, die Gebiete aus denen sich die FARC zurückzogen, zu kontrollieren. Insbesondere um die Kontrolle über Gebiete in Grenznähe, Schmuggelkorridore und Gebiete mit Drogenpflanzungen und illegalem Goldabbau wird von verschiedenen Gruppierung heftig gekämpft. Darunter gehören dissidente Gruppen der ehemaligen FARC, das ELN, kriminelle Banden oder organisierte bewaffnete Gruppen GAO, Paramilitärs und selbst mexikanische Drogenkartelle. Betroffen sind beispielsweise der Catatumbo in Nordsantander, Gebiete zwischen Antioquia und Córdoba, der Chocó und insbesondere der Cauca. Auch werden viele Gebiete wieder stark militarisiert, ohne dass es zu einer Verbesserung der Lage der Zivilbevölkerung käme. Die Armee geht verstärkt gegen Dissidenzen der FARC vor, auch mit schwerer und grossflächiger Bombardierung.

Droht Bojayá nach 17 Jahren eine erneute humanitäre Tragödie?

Droht Bojayá nach 17 Jahren eine erneute humanitäre Tragödie?

17 Jahre nach der Tragödie von Bojayá, wo fast hundert Personen bei Kämpfen zwischen den FARC und Paramilitärs umkamen, besteht der paramilitärische Terror weiter und dehnt sich sogar wieder in weitere Gemeinden und kollektive Territorien des Chocó und des Mittleren und Unteren Atrato-Flusses aus. Paradoxerweise geschieht dies inmitten eines angekündigten einseitigen Waffenstillstandes der Autodefensas Gaitanistas de Colombia AGC, von dem die lokale Bevölkerung nichts spürt.

Defendamos la Paz – Breite Bewegung für den Frieden

Defendamos la Paz – Breite Bewegung für den Frieden

Ivan Cepeda und Juan Fernando Christo kamen auf Einladung der Friedrich Ebert Stiftung FESCOL nach Deutschland und nach Brüssel. Ziel des Besuches war, die Initiative Defendamos la Paz vorzustellen, eine Initiative die vor einem knappen Jahr entstanden ist und heute 3000 Mitglieder in 35 thematischen und regionalen Gruppen zählt. Dazu gehören ehemalige Verhandlungsführer mit den FARC, 60 Kongressabgeordnete verschiedener Parteien, Ex-Minister, Mitglieder von sozialen Bewegungen und von Menschenrechtsorganisationen sowie ehemalige Militärs. Es ist die breitest aufgestellte Plattform zu Gunsten des Friedens, die es in Kolumbien je gab und sie hat beträchtlichen Einfluss. So konnte Defendamos la Paz negative Entwicklungen verhindern, z.B. die Ablehnung der JEP durch Präsident Duque, oder die Situation der Morde an sozialen Führungspersonen sichtbar machen.

Wiedereingliederung und Sicherheit der ehemaligen FARC-KämpferInnen

Wiedereingliederung und Sicherheit der ehemaligen FARC-KämpferInnen

Mehr als zwei Jahre nach der Demobilisierung steht die Wiedereingliederung der ehemaligen FARC-KämpferInnen immer noch am Scheideweg. In der gegenwärtigen Wahlkampfphase nehmen Drohungen, Gewalt und Morde an FARC-Mitgliedern laufend zu und gefährden damit die gesellschaftliche Wiedereingliederung. Die Stiftung Ideen für den Frieden (FIP) hat den Stand der Wiedereingliederung untersucht und Empfehlungen zur Verbesserung von Sicherheit sowie sozialer und ökonomischer Wiedereingliederung formuliert.