Frieden

Der interne bewaffnete Konflikt dauert in Kolumbien seit den 60er Jahren an. Friedensverhandlungen zwischen Regierung und Guerillaorganisationen fanden immer wieder statt, so zu Beginn der 80er und 90er Jahre. Einige Guerillaverbände lösten sich um die 90er Jahre auf und integrierten sich ins Zivilleben. Unter der Regierung von Präsident Pastrana (1998 – 2002) wurde ein Gebiet von der Grösse der Schweiz für Verhandlungen zwischen Regierung und der FARC-Guerilla entmilitarisiert. Ein Sondergesandter der UNO versuchte die Friedensbemühungen zu unterstützen. Im Jahr 2002 kam es zum Abbruch der Verhandlungen und zu einer umfassenden Strategie zur „Bekämpfung des Terrorismus“. Erst Präsident Santos startete im November 2019 einen neuen Friedensdialog mit den FARC, der im November 2016 in einem Friedensabkommen gipfelte. Die Umsetzung dieses Abkommens verläuft nicht ohne Widerstand und Verzögerungen.

Die ebenfalls unter Präsident Santos begonnen Gespräche mit dem ELN wurden vom neuen Präsidenten Iván Duque auf Eis gelegt und sind nach dem Anschlag des ELN auf eine Polizeischule in Bogotá vom Januar 2019 quasi beendet.

In den Gebieten, aus denen sich die FARC zurückgezogen hat, ist dem Staat nur bedingt gelungen, das Machtvakuum zu füllen. Dissidente Gruppen der FARC, das ELN und verschiedene paramilitärische und kriminelle Gruppierungen machen sich die Territorien streitig. So liegt in einigen Landesgegenden die Konfliktintensität wieder auf Niveaus wie in den heftigsten Phasen der Auseinandersetzung mit den FARC. Zudem werden viele Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten sowie ehemalige FARC-KämpferInnen ermordet. Die Auflösung der kriminellen Banden respektive der Paramilitärs, wie es im Friedensabkommen vereinbart wurde, macht kaum Fortschritte.

Agrarreform – wo steht die Umsetzung wirklich?

Agrarreform – wo steht die Umsetzung wirklich?

Das Friedensabkommen ist bald fünf Jahre alt. Die Landreform steht zuoberst auf der Liste der Abmachungen zwischen dem kolumbianischen Staat und der ehemaligen FARC Guerilla. Doch es wird häufig kritisiert, die jetzige Regierung sperre sich speziell gegen die Umsetzung dieses Punktes. Man kann sich verlieren im Zahlendschungel der Statistiken, die sich Regierung und Oppositionelle gegenseitig an den Kopf werfen. Die ask! versucht mit diesem Artikel, etwas Klarheit in die Strukturen und Pläne zur Umsetzung der Agrarreform zu bringen und einige Aussagen zu Kosten und Erreichtem zu kontextualisieren.

Weder Koka noch Dissidenzen tragen die alleinige Verantwortung

Weder Koka noch Dissidenzen tragen die alleinige Verantwortung

Fast jede Woche wurden letztes Jahr ehemalige FARC Mitglieder beerdigt. Seit Unterzeichnung des Friedensabkommens 2016 bis Ende 2020 wurden 250 Ex-FARC KämpferInnen ermordet. Die Morde haben auch nicht aufgehört, nachdem eine Delegation von Ex-FARC Mitgliedern nach Bogotá marschiert ist, um mit Duque über ihre Sicherheit zu diskutieren. Die Regierung sucht die Schuld gerne beim Kokaanbau bzw. Drogenhandel sowie Auseinandersetzungen mit dissidenten Gruppen. Laut einer Reportage von Cerosetenta  braucht es aber eine genauere Analyse der Situation, um die Ursachen für die Mordwelle genau zu verstehen.

Soziale Führungspersonen erneut unter Beschuss

Soziale Führungspersonen erneut unter Beschuss

Stunden, nachdem die Justiz die sofortige Freilassung der drei in der vergangenen Woche festgenommenen sozialen Führer verfügte, sprach einer von ihnen mit VerdadAbierta.com und erläuterte einige der von der Staatsanwaltschaft gegen ihn vorgebrachten Argumente und beharrte auf seiner Unschuld.