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Rohstoffausbeutung und Konflikt in Kolumbien nach dem Friedensabkommen von 2016

Anmeldung unter https://frama.link/Anmeldung_Registro

Weitere Infos unter https://www.oeku-buero.de/RundreiseKolumbien2020/articles/RundreiseKolumbien2020.html

Kolumbien erlebt eine neue Eskalation des bewaffneten Konflikts. Trotz mehrerer Friedensabkommen mit aufständischen Guerrillas und einem Waffenstillstandsprozess der paramilitärischen Gruppen bleiben die Motive des Krieges bestehen: Extreme soziale Ungleichheit bei Ausbeutung von Rohstoffen für den Export und Zerstörung der Lebensgrundlage vor allem von  Bäuerinnen und Bauern, Indigenen und Afrokolumbianer*innen. Soziale Kontrolle und Verfolgung von Aktivist*innen sollen verhindern, dass der Widerstand der Betroffenen Erfolg zeigt. Außerdem trägt der Rohstoffabbau entscheidend zur Klimakrise bei, die Entwaldung wirkt sich massiv auf Wasserquellen und die biologische Vielfalt aus.

Die betroffenen Gemeinden brauchen Solidarität und internationale Zusammenarbeit.
Aus diesem Grund reisen wir (virtuell) durch verschiedene Regionen in Kolumbien und sprechen mit Aktivist*innen vor Ort über #Klimasolidarität, #Klimagerechtigkeit und #Unternehmensverantwortung*. Diese Konzepte werden in einem weiteren Seminar diskutiert, das von der Analyse des Konflikts in Kolumbien als sozio-ökologischem Konflikt ausgeht und den Blick auf die Bedeutung der Beteiligung der Diaspora und der internationalen Gemeinschaft richtet.

Die Kernfragen: Wie ist die Lage in der Region? Welche Veränderungen haben sich nach den Friedensabkommen vollzogen? Wie haben die Ausbeutung von Rohstoffen, die illegalen Monokulturen oder die Agrarindustrie die Suche nach Frieden und Nicht-Wiederholung behindert?

* Die Konzepte #Klimasolidarität, #Klimagerechtigkeit und #Unternehmensverantwortung diskutieren wir dann ausführlicher in einem Halbtages- Seminar am 28.11.2020,  das von der Analyse des Konflikts in Kolumbien als sozio-ökologischem Konflikt ausgeht und den Blick auf die Bedeutung der Beteiligung der Kolumbianer*innen im Ausland und der internationalen Gemeinschaft richtet.

Stationen:

09.11. – Auswirkungen der Mega-Staudämme im Norden Antioquias
Kurze Einführung in die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Megadämmen
Online – 20:00 Uhr

Milena Florez, stellvertretende Vorsitzende der Bewegung Ríos Vivos (Lebende Flüsse). Seit zehn Jahren kämpft sie gegen die Auswirkungen von Megastaudämmen.
Rubén Areiza, Trovador. Seit mehr als zehn Jahren Mitglied der Bewegung Rios Vivos. Seine Hauptarbeit war die Verteidigung von Gebieten und die Erhaltung der indigenen Kulturen.
Thilo F. Papacek, Journalist und Projektreferent der Organisation Gegenströmung. Er befasst sich mit den sozialen und ökologischen Auswirkungen von Infrastrukturprojekten wie Staudämme und besonders mit dem Thema Beteiligung von Firmen und Institutionen.

12.11. – Auswirkungen illegaler Monokulturen auf indigene Gemeinschaften in den Regionen Cauca und Nariño
Online – 19:00 Uhr

Guillermo Tenorio Vitonas, Mayor der indigenen Gemeinschaft Nasa-Paez und Mitbegründer des Regionalen Indigenen Rates von Cauca CRIC
Leandro Janamejoy, Mitglied des Resguardo Indígena Inga, hat verschiedene Leitungspositionen in der Gemeinde übernommen. Verteidiger der indigenen Rechte und ihrer Territorien.

17.11. – Extraktivismus der natürlichen Ressourcen und Konflikt
Das Beispiel Nickel im Departement Córdoba
Online – 18:30 Uhr

Alexandra Milena Bernal Pardo, Politikwissenschaftlerin, arbeitet gegenwärtig am Friedensinstitut CAPAZ. Mitglied von Red Rodeemos el Diálogo.

20.11. – Auswirkungen ausgedehnter legaler Monokulturen auf ethnische und ländliche Gemeinschaften
Online – 19:00 Uhr

Jhenifer Mojica Flórez, Rechtsanwältin in Themen wie Landrückgabe und Landrecht besonders in Verbindung mit Monokulturen.
Diego Chiguachi, aus der Muisca Gemeinschaft. Agraringenieur und Experte für Genetik und Pflanzenzüchtung. Berater der Organisation für indigene Völker Kolumbiens ONIC.
Manuel De la Rosa und Tatiana Guprad, Musiker*innen, die eine Resilienz- und Versöhnungsbotschaft aus den Montes de María übermitteln, einer Region, die von großflächigen Monokultur-Plantagen betroffen ist.

24.11. – Auswirkungen des legalen und illegalen Goldabbaus in der Kaffeeregion
Kurze Einführung zu der Rolle der Widerstandsbewegungen
Online – 19:00 Uhr

Jaime Bernal, Mitgründer und Koordinator der Projektarbeit der Fundación Concern Universal. Im Jahr 2018 erhielte er den Aachener Friedenspreis für sein Engagement in der Friedensarbeit in Kolumbien.
Robinson Mejía, Verteidiger der Territorien und der Rechte der Gemeinden in Cajamarca, Tolima.
Mitglied des Umweltrates der Bäuerinnen und Bauern in Cajamarca und Anaime.
Katharina Gehrig, Studentin des Masterprogramms Conflict, Memory & Peace der KU Eichstätt-Ingolstadt und Universidad del Rosario (Bogotá).

28.11. – Seminar: Sozio-ökologische Konflikte im Land und Perspektiven aus dem Ausland
Online – 14:00 bis 17:30 Uhr

Natalia Velasquez, Forscherin und Doktorandin an der KU-Eichstätt, zu Friedens- und Entwicklungsfragen und in Post-Abkommens- und Konfliktszenarien in Kolumbien. Sie nimmt an verschiedenen Diskussionsräumen und Forschungsgruppen in Lateinamerika und Deutschland teil.
Jorge Mario Cuartas Herrera, Rechtsanwalt, Journalist und Youtuber. Er informiert und unterrichtet über die Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte. Professor an der Universidad la Gran Colombia in Armenien. Aufgrund von Morddrohungen befindet er sich im Exil.
Fernando Ortega, Mitglied von „Red Kolumbien Rhein-Main“ in Frankfurt. Rechtsanwalt, LL.M. und Doktor der Rechtswissenschaften. Mitglied der Deutsch-Kolumbianischen Juristenvereinigung und Kolumnist des elektronischen Portals „La Línea del Medio“.
Mit der Moderation von Pilar Mendoza, Forscherin in Stadtsoziologie, informeller Ökonomie, Zwangsvertreibung, in der Friedens- und Konfliktforschung sowie in Erinnerungsarbeit „Memoria“. PhD und Magister in Soziologie und Kommunikationswissenschaftlerin.

03.12. – Kohlebergbau im Nordosten Kolumbiens und die Verletzung kollektiver und individueller Rechte
Kurze Einführung in die Energiepolitik Deutschlands und ihr Verhältnis zur kolumbianischen Kohle
Tübingen (TBC) / online 19:00 Uhr

Lerber Dimas Vasquez, Dozent für Antropologie an der Universidad De La Guajira, und Mitglied der Forschungsgruppe La Oraloteca. Aufgrund von Morddrohungen wegen seines Forschungsthemas (Menschenrechte) befindet er sich im Exil.
Nora Braun, Ethnologin. Sie hat zur Binnenvertreibung in Kolumbien promoviert. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind unter anderen der bewaffnete Konflikt und der Frieden in Kolumbien, Flucht und Migration nach Deutschland.

 

 

9. November 20:00 Uhr

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