14.06.2016

Externe Evaluation der Instrumente zu Unternehmen und Menschenrechten in Kolumbien

14.06.2016

Das Engagement für die Einhaltung der Menschenrechte durch Schweizer Unternehmen ist einer der Schwerpunkte des Landesprogrammes der DEZA, des EDA und der SECO in Kolumbien. Verschiedene Schweizer Konzerne beteiligen sich an den VPs (Cerrejón als Teil des Comité Minero-energético, Glencore ist Mitglied der VPs), an Guías Colombia (ABB und Nestlé) oder am Schweizer Instrument Compromiso etico. Der Compromiso etico beruht auf einem Dialogprozess, der im Februar 2012 mit einer Absichtserklärung (Promesa de Valor) formalisiert wurde. Später wurden eine Guideline und verschiedene Checklisten erarbeitet. Die Themen des Compromiso etico (Nachhaltigkeit, Nichtdiskriminierung und Transparenz) sind im Konfliktkontext weniger bedeutsam als die Themen der Guias Colombia, die ebenfalls von der Schweiz mitfinanziert wurden. Ende 2015 wurde das Engagement der Schweiz (v.a. der Botschaft) im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte einer unabhängigen Evaluation durch die Beratungsfirma Sustentia unterzogen, dieses Frühjahr wurde der Bericht und die Managementresponse des EDA veröffentlicht. Die Instrumente kommen recht schlecht weg: sie hätten zwar eine gewisse Sensibilisierung erreicht, aber kaum ein Impact im Feld, bei den Direktbetroffenen, gehabt.

In der Managementresponse des EDA werden v.a. positive Elemente der Evaluation hervorgehoben, kritisierte Instrumente wie Compromiso etico werden nicht gestärkt, sondern zu einer Dialogplattform herabgestuft. Das EDA erteilt auch den Empfehlungen, eine Roadmap für die Aktivitäten der Botschaft in diesem Bereich zu erarbeiten sowie Dialoge über konkrete Guidelines verstärkt zu fördern, eine Absage. Das EDA übernimmt die Empfehlung, dass sich die Arbeit der Schweizer Botschaft zu Wirtschaft und Menschenrechten stärker auf die Wirkung im Feld ausrichten sollte und mehr Gewicht auf konkrete Fälle gelegt werden sollte. Im ersten Jahr nach der Evaluation war davon nichts zu spüren: in Bezug auf betroffene Gemeinschaften im Umfeld der Kohlenminen von Glencore zeichnete sich die Haltung des EDA zeichnete sich trotz Verschärfung der Lage vor Ort durch noch grössere Passivität aus. Dementsprechend ist auch das Engagement der Schweizer Konzerne im Bereich Menschenrecht in Kolumbien noch klar ungenügend, auch wenn zumindest auf dem Papier Fortschritte erzielt werden. Mangelhaft ist die Berichterstattung über die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht, d.h. über das konkrete Vorgehen, über die entdeckten Risiken und Verletzungen sowie über getroffenen Massnahmen.

Evaluationsbericht

Management Response der AMS

Aktuell

21.12.2018

Ask!: Seit 31 Jahren im Dienst von Frieden und Menschenrechten

Seit 1987 setzt sich die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien ask! als Stimme der kolumbianischen Zivilgesellschaft für Frieden und Menschenrechte ein.

2018 organisierte sie dazu öffentliche Veranstaltungen zu den Wahlen in Kolumbien, zum Kokaanbau und dem Drogenkrieg, zu den Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen in Kolumbien.

Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

Auch für 2019 haben wir wieder einiges geplant. Veranstaltungen zu Frieden und Menschenrechten, eine neue Kampagne und eine neue Webseite. Damit wir unsere Pläne realisieren können, sind wir auf unsere grosszügigen UnterstützerInnen angewiesen. Danke für Ihre Treue!

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