12/14/12

EU: Wirtschaftsinteressen haben Vorrang gegenüber Menschenrechten

14.12.2012

Am 11. Dezember ratifizierte das EU Parlament mit grosser Mehrheit das Freihandelsabkommen mit Kolumbien und Peru (486 Ja; 147 Nein; 41 Enthaltungen) und gab somit den Wirtschaftsinteressen Vorrang gegenüber den Menschenrechten und einer nachhaltigen Entwicklung.
160 lateinamerikanische und europäische Nichtregierungsorganisationen hatten das EU-Parlament noch im Oktober in einem Brief dazu aufgefordert, das Abkommen nicht zu ratifizieren und hatten auf die dramatischen Konsequenzen eines solchen Abkommens für die Menschenrechte, die Ernährungssouveränität der Gemeinschaften, die Umweltverschmutzung und die Zerstörung diverser Wirtschaftssektoren aufmerksam gemacht.
Durch das Abkommen wird das Modell der Exportation von Rohstoffen weiter gestärkt wodurch der Druck auf das Land und somit auf die Landbevölkerung und die indigenen Völker weiter zunehmen wird. Der Landkonflikt in Kolumbien, welcher in engem Zusammenhang mit dem bewaffneten internen Konflikt, mit gewaltsamen Vertreibungen und diversen Menschenrechtsverletzungen steht, wird durch das Freihandelsabkommen weiter verschärft werden.
Obwohl Kolumbien zur Ausarbeitung eines Aktionsplans (hoja de ruta) in Bezug auf eine Verbesserung der Umwelt-, Arbeits- und Menschenrechtssituation verpflichtet wurde konnte bislang keine konkrete Verbesserung der Situation ausgemacht werden und die Verfolgung und Kriminalisierung von Gewerkschaftern und sozialen Anführern ist weiterhin an der Tagesordnung. Die EU beruft sich zudem auf die sogenannte demokratische Klausel (Cláusula Democrática) als weiteren Kontrollmechanismus zum Schutz der Menschenrechte. Jedoch sind beide Kontrollmechanismen nicht bindend und es fehlt an einer spezifischen Instanz, die mit der Überwachung der Umsetzung dieser Menschenrechtsklausel betraut ist.
Das Freihandelsabkommen muss nun noch durch die nationalen Parlamente der 27 Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Es besteht also noch eine kleine Hoffnung, dass die Menschenrechte doch noch Vorrang gegenüber den Wirtschaftsinteressen erhalten.

Pressemitteilung OIDHACO: Spanisch Französisch Englisch

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08.12.2016


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26.10.2016

Dezalé - Café de origen

Foto: Christian Reichenbach

Im Hochland von Inzá (Cauca) produzieren kleine Familienbetriebe in ökologisch wertvollen Mischkulturen ein sortenreinen Spezialitätenkaffee. "Dezalé - Café de origen". Dieser wird ohne Zwischenhandel, direkt und exklusiv an acht ausgewählte Röstereien in der Schweiz exportiert. Der stolze Bauer erhält dadurch ca. 150 -170 % des aktuellen Marktpreises. Fairer als Fairtrade! "Dezalé" wurde als Kooperative im Jahr 2001 von Hansruedi Auer-Lopéz gegründet. Heute sind 45 Familienbetriebe am sozialen Projekt beteiligt.

Es sind 8 Röstereien in der Schweiz, die exklusiv den Dezalé-Kaffee rösten und verkaufen:

www.diamantkaffee.ch

www.hosennen-kaffee.ch

www.kuengkaffee.ch

www.kaffee-knubel.ch

www.cafedumonde.ch

www.lacolumbiana.ch

www.spielhofkaffee.ch

www.oetterlikaffee.ch

Weitere Informationen direkt bei: dezalecafe@remove-this.yahoo.com