01/01/11

Wirtschaft, Menschenrechte und Friedensförderung in Kolumbien: Der Standpunkt der ask

01.01.2011 | Stephan Suhner

Seit über vierzig Jahren prägt ein bewaffneter Konflikt das Geschehen in Kolumbien. Die Wirtschaft profitiert oft von diesem Geschehen. Die internationalen Unternehmen spielen eine wichtige Rolle im Land. Ihr Einfluss sollte im Bemühen um einen Friedensprozess genutzt werden. Die ask befürwortet verbindliche Normen im Menschenrechtsbereich und setzt sich dafür ein, dass die Unternehmen ihre soziale Verantwortung wahrnehmen. Sie leistet Öffentlichkeitsarbeit, stellt Hintergrundrecherchen an und sucht mit den Schweizer Firmen in Kolumbien den Dialog.

Worum geht es im Bereich Wirtschaft, Menschenrechte und Friedensförderung?

In Kolumbien herrscht seit über 40 Jahren ein interner sozialer und bewaffneter Konflikt. Die wesentlichen Ursachen dafür sind seit jeher die gleichen: soziale Ungleichheit und gegensätzliche wirtschaftliche Interessen. Der Konflikt konzentriert sich auf rohstoffreiche und strategisch wichtige Regionen. Auch die meisten Menschenrechtsverletzungen ereignen sich im Umfeld wirtschaftlicher Megaprojekte, von Rohstoffausbeutung und Infrastrukturprojekten sowie im Zusammenhang mit umstrittenen Privatisierungen oder Wirtschafts- und Sozialreformen. Ein Grossteil der rund drei Millionen internen Vertriebenen musste sein Land verlassen,, da dieses „für die staatliche Entwicklung (Agroindustrie, Infrastruktur etc.) „benötigt“ wurde. Gewerkschafter, Kleinbauernführer und Vertreter der indigenen und afrokolumbianischen Minderheiten, die für eine andere - nachhaltige und menschenfreundlichere - Entwicklung einstehen, gehören zu den Hauptopfern der systematischen Menschenrechtsverletzungen.

Im Zusammenhang mit der Überwindung der Menschenrechtskrise und der Friedenssuche spielt der Unternehmenssektor eine tragende Rolle. Verschiedene Wirtschaftssektoren profitieren von den heutigen Konflikten und fördern diese teilweise sogar. Es kann glaubhaft belegt werden, dass verschiedene Unternehmen und Verbände die Paramilitärs unterstützen und in schwere Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind. Ebenso wird bezeugt, dass unzählige multinationale Konzerne in Bezug auf Sicherheitsfragen mit den Streitkräften zusammenarbeiten. Verschiedene - auch multinationale - Unternehmen und Verbände haben einen grossen Einfluss auf die kolumbianische Politik und Gesetzgebung. In Verbindung mit unethischem Verhalten und der Einstellung der Unternehmen wirken sich diese Aktivitäten auf die Entwicklung der verschiedenen Konflikte und die Menschenrechtssituation aus.

Der Einfluss der (multinationalen) Unternehmen und die Ressourcen, über die diese verfügen, müssten genutzt werden, um den Staat bei Friedensbemühungen zu unterstützen. Der Privatwirtschaft kommt somit auch eine potentiell friedensfördernde Rolle zu. Dieser wird in der internationalen Fachliteratur zunehmend Rechnung getragen, Auch internationale Normen und Verhaltenskodices widmen sich immer häufiger dem Thema multinationale Unternehmen und Menschenrechte.

Wofür setzt sich die ask im Bereich Wirtschaft, Menschenrechte und Friedensförderung ein?

Die Arbeitsgruppe Schweiz – Kolumbien setzt sich für eine kohärente Schweizer Aussenpolitik im Gleichgewicht zwischen den Interessen der Aussenwirtschaft und den Menschenrechten ein.

Am Beispiel Kolumbiens unterstützen wir eine integrale Menschenrechts- und Friedensförderungspolitik, welche auch die Wirtschaftsinteressen der Schweiz und die Multis mit Sitz in der Schweiz einbezieht.

Wir befürworten verbindliche Normen und Richtlinien im Bereich Menschenrechte, die für multinationale Unternehmen und Investitionen in Konfliktregionen gelten sollen.

Wir machen uns dafür stark, dass wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte eingefordert werden können und eingehalten werden.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Schweizer Unternehmen in Kolumbien die dortigen Gesetze einhalten, die Arbeits- und Gewerkschaftsrechte respektieren und in Bezug auf die soziale Unternehmensverantwortung CSR eine Vorbildfunktion einnehmen.

Mit Partnern in Europa und Kolumbien streben wir eine dem Frieden und sozialen Ausgleich dienende Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik in Kolumbien an.

Was tut die ask im Bereich Wirtschaft, Menschenrechte und Friedensförderung?

Die Arbeitsgruppe Schweiz – Kolumbien macht die Wirtschaft und Friedensförderung am Beispiel Kolumbiens zu einem Thema der Schweizer Politik und sucht mit den betroffenen Schweizer Firmen den Dialog über die „Friedenstauglichkeit“ ihrer Aktivitäten in Kolumbien.

Wir stellen Hintergrundrecherchen zur sozialen Unternehmensverantwortung und zur Menschenrechtsbilanz der Schweizer Unternehmen in Kolumbien an.
Wir unterstützen die Anliegen und Klagen betroffener Bevölkerungskreise Kolumbiens im Rahmen von Rechtsverstössen und Menschenrechtsverletzungen durch Schweizer Unternehmen. Dazu leisten wir Öffentlichkeitsarbeit, lobbyieren bei den zuständigen Regierungsstellen und Unternehmen, begleiten und initiieren juristische Initiativen und Klagen, vernetzen uns mit anderen Organisationen und führen verschiedene Aktionen und Kampagnen durch.DOWNLOAD PDF

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08.12.2016


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26.10.2016

Dezalé - Café de origen

Foto: Christian Reichenbach

Im Hochland von Inzá (Cauca) produzieren kleine Familienbetriebe in ökologisch wertvollen Mischkulturen ein sortenreinen Spezialitätenkaffee. "Dezalé - Café de origen". Dieser wird ohne Zwischenhandel, direkt und exklusiv an acht ausgewählte Röstereien in der Schweiz exportiert. Der stolze Bauer erhält dadurch ca. 150 -170 % des aktuellen Marktpreises. Fairer als Fairtrade! "Dezalé" wurde als Kooperative im Jahr 2001 von Hansruedi Auer-Lopéz gegründet. Heute sind 45 Familienbetriebe am sozialen Projekt beteiligt.

Es sind 8 Röstereien in der Schweiz, die exklusiv den Dezalé-Kaffee rösten und verkaufen:

www.diamantkaffee.ch

www.hosennen-kaffee.ch

www.kuengkaffee.ch

www.kaffee-knubel.ch

www.cafedumonde.ch

www.lacolumbiana.ch

www.spielhofkaffee.ch

www.oetterlikaffee.ch

Weitere Informationen direkt bei: dezalecafe@remove-this.yahoo.com