20.06.2012

Klage gegen die Weltbank wegen Investition in den Goldabbau auf dem Páramo de Santurbán

20.06.2012 | von Annette Wallimann

Am 13. Juni 2012 haben soziale Organisationen aus Bucaramanga, Hauptstadt des Departements Santander, eine Klage gegen die IFC (International Finance Corporation) die Finanzgesellschaft der Weltbank, eingereicht. Das Klagedokument wurde einem internen Ombudsman und Überwacher der Finanzgesellschaft übergeben, mit dem Vorwurf, die IFC fördere das Goldförderungs-Projekt „Angostura“ der kanadischen Unternehmung Eco Oro Minerals Corporation (früher Greystar Corporation), ohne die sozialen und ökologischen Auswirkungen des Projekts grundlegend zu evaluieren und obwohl es in einem Hochmoor, dem Páramo de Santurbán, zu liegen kommt . Dieses Hochmoor beherbergt einerseits ein fragiles und geschütztes Ökosystem und versorgt andererseits schätzungsweise 2,2 Millionen Menschen mit Wasser. Gemäss dem Comité por la Defensa del Agua y del Páramo Santurbán, eine Allianz von betroffenen Bevölkerungsgruppen, die unterhalb des Moors leben, gibt an, der IFC habe fast 12 Millionen US Dollars in das Projekt investiert und dabei gegen seine eigene Investitionspolitik verstossen. Insgesamt seien um die 20 Gemeinden von den Auswirkungen des Projektes betroffen. Mit Unterstützung der internationalen Organisationen AIDA (Asociación Interamericana para la Defensa del Agua), CIEL (Centro de Derecho Ambiental Internacional) und Alerta Minera Canadá fordert das Komitee den Ombudsman der IFC auf, das Projekt zu überprüfen und die Empfehlung eines Abzugs der finanziellen Mittel der IFC in Betracht zu ziehen. „Die IFC wirbt für sich als internationale Führerin im Bereich der Umwelt- und Sozialstandards. Das Projekt Angostura der Eco Oro sei jedoch das Gegenteil davon und schaffe einen Anreiz für künftige Investoren, die Verpflichtungen im Umweltbereich ebenso wenig einzuhalten, indem sie nicht einmal die minimalen Auflagen einer Evaluation von sozialen und ökologischen Auswirkungen erfüllt“, sagt die Anwältin der AIDA, Natalia Jimenéz Galindo, in einem Pressecommuniqué.


Nach längeren Untersuchungsarbeiten hatte die Firma (damals noch Greystar Corporation) beim Umweltministerium die Umweltverträglichkeitsstudie zum Projekt Angostura eingereicht, mit der Absicht die Abbaubewilligung zu erhalten. Nach der Einführung des gesetzlichen Verbots für Bergbauprojekte in Páramo-Gebieten im 2010 und grossen Protesten seitens breiter Bevölkerungsschichten im 2011, zog die Unternehmung ihre ursprüngliche Eingabe zurück, da sich dessen Zurückweisung durch das Umweltministerium abzeichnete . Daraufhin begann Eco Oro Corporation mit der Planung einer neuen, unterirdischen Operation zur Ausschöpfung der Goldvorkommnisse. Diese belaufen sich laut der Unternehmung selber auf 2,7 Millionen Unzen Gold mit einer Konzentration von 90 Prozent.

Aktuell

21.12.2018

Ask!: Seit 31 Jahren im Dienst von Frieden und Menschenrechten

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2018 organisierte sie dazu öffentliche Veranstaltungen zu den Wahlen in Kolumbien, zum Kokaanbau und dem Drogenkrieg, zu den Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen in Kolumbien.

Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

Auch für 2019 haben wir wieder einiges geplant. Veranstaltungen zu Frieden und Menschenrechten, eine neue Kampagne und eine neue Webseite. Damit wir unsere Pläne realisieren können, sind wir auf unsere grosszügigen UnterstützerInnen angewiesen. Danke für Ihre Treue!

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