01.10.2012

Illegale bewaffnete Gruppen finanzieren sich zunehmend über illegale Minen

01.10.2012 | von Ann-Seline Fankhauser

Mit den gestiegenen Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt und der zunehmenden Präsenz Multinationaler Unternehmen in Kolumbien ist der Abbau natürlicher Ressourcen auch für die bewaffneten illegalen Akteure zu einer alternativen und extrem lukrativen Geldquelle geworden. Dem Bericht Actores Armados Ilegales y Sector Extractivo en Colombia des internationalen Zentrums für Frieden Toledo zu Folge, sind drei unterschiedliche Vorgehensweisen der illegalen Akteure (Guerilla, Bacrim, etc.) zu beobachten. So kontrollieren die Gruppen eigene illegale Minen oder erpressen die Goldschürfer und ziehen Schutzgeld ein. 2010 kamen 86% der nationalen Goldproduktion aus dem informellen Abbau. 50% der Minen sind illegal, ein Grossteil wird von illegalen bewaffneten Gruppen kontrolliert. Die Farc bezieht rund 20% ihrer Mittel aus dem illegalen Minengeschäft.
Eine weitere wichtige Geldquelle sind die Multinationalen Unternehmen, die oftmals hohe Schutzgeldzahlungen an die lokal dominante bewaffnete Gruppe zahlen, um ungestört abbauen zu können. Es existieren keine exakten Zahlen, doch geht man im Ölsektor davon aus, dass die Zahlungen 10% des Wertes eines Barrel Erdöl betragen dürften. Seit 2010 haben auch die Entführungen von Angestellten oder die Zerstörung von Infrastruktur stark zugenommen. Schlussendlich gelingt es den bewaffneten illegalen Gruppen – gewaltsam oder über Abmachungen – an die staatlichen Zahlung (regalías), die der Staat an die Gemeinden entrichtet, in denen Minen betrieben werden oder Öl gefördert wird, zu kommen.
Die Zunehmende Präsenz der bewaffneten illegalen Akteure beim Abbau natürlicher Ressourcen in Kolumbien ist insofern alarmierend, als dass 80% der Menschenrechtsverletzungen während der letzten 10 Jahre in den Regionen geschahen in denen natürliche Ressourcen abgebaut werden. Zudem stammen 87% aller intern vertriebenen Personen aus diesen Gegenden.

http://www.eltiempo.com/justicia/ARTICULO-WEB-NEW_NOTA_INTERIOR-12214227.html

vollständiger Bericht CITpax als PDF

Aktuell

21.12.2018

Ask!: Seit 31 Jahren im Dienst von Frieden und Menschenrechten

Seit 1987 setzt sich die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien ask! als Stimme der kolumbianischen Zivilgesellschaft für Frieden und Menschenrechte ein.

2018 organisierte sie dazu öffentliche Veranstaltungen zu den Wahlen in Kolumbien, zum Kokaanbau und dem Drogenkrieg, zu den Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen in Kolumbien.

Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

Auch für 2019 haben wir wieder einiges geplant. Veranstaltungen zu Frieden und Menschenrechten, eine neue Kampagne und eine neue Webseite. Damit wir unsere Pläne realisieren können, sind wir auf unsere grosszügigen UnterstützerInnen angewiesen. Danke für Ihre Treue!

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