02/28/14

Oberzolldirektion veröffentlicht erstmals den Aussenhandel mit Gold mit Länderaufschlüsselung

28.02.2014 | von Stephan Suhner

Am 13. Dezember 2013 hatte der Bundesrat beschlossen, ab 2014 den Aussenhandel mit Gold, Silber und Münzen unterteilt nach Bestimmungs- und Ursprungsländer zu veröffentlichen. Am 20. Februar 2014 publizierte die Oberzolldirektion nun erstmals die Daten für den Januar 2014[1]. Leider ist diese Bestimmung nicht rückwirkend, d.h. für die Jahr 1981 bis 2013 ist weiterhin nur das jeweilige jährliche Gesamttotal, ohne länderspezifische Aufschlüsselung, verfügbar. Der Bundesrat werde später entscheiden, ob er diese Praxis rückwirkend noch ändern wolle.

Die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien begrüsst die länderspezifische Veröffentlichung des Goldhandels, auch wenn es nur ein Zwischenschritt hin zu umfassender Transparenz im Goldhandel ist. Wir erwarten von den Akteuren des Goldhandels, dass sie auch die einzelnen Minen, Regionen und Giessereien respektive Handelshäuser offen legen, von denen sie Gold beziehen. Allein die Offenlegung der Herkunftsländer genügt für eine umfassende Sorgfaltspflicht in der Lieferkette nicht, kann es doch in einem Land Minen geben, die unter akzeptablen Bedingungen produzieren, genauso wie Fälle von Unternehmen, die in schwere Menschenrechtsverletzungen involviert sind.

Die für Januar 2014 veröffentlichten Zahlen zeigen, wir die Goldausfuhren der Schweiz v.a. in den asiatischen Markt gingen, während Gold v.a. aus europäischen Ländern und den USA importiert wird. Nebst dem intensiven Handelsaustausch mit anderen wichtigen  Goldhandelsplätzen zeigt die nun veröffentlichte Statistik aber auch auf, dass die Schweiz beträchtliche Mengen an Gold aus Ländern mit einer kritischen Menschenrechtsbilanz bezieht. Darunter sind afrikanische Länder wie die Elfenbeinküste, Mali, Mauretanien und Tansania. In Lateinamerika steht Chile mit über 15 Tonnen an der Spitze, gefolgt von Argentinien mit 13 und Peru mit über 8 Tonnen. Kolumbien mit einer guten Tonne und Mexiko mit 400 Tonnen folgen in deutlichem Abstand. In all den erwähnten lateinamerikanischen Ländern sind die grossen Bergbauprojekte in der Bevölkerung heftig umstritten. An der Grenze zwischen Chile und Argentinien ist in den Hochanden das Minenprojekt Pascua Lama von Barrick Gold[2] mit grossem Widerstand konfrontiert, da zum Goldabbau Gletscher zerstört werden müssten und darunter die Wasserversorgung ganzer Talschaften leiden würde. In Peru ist das Projekt Conga von Newmont Mining umstritten, ebenfalls wegen der Zerstörung des Lebensraumes ländlicher Gemeinschaften und der geplanten Trockenlegung mehrerer Bergseen[3].

In Kolumbien stammt ein Grossteil des Goldes aus informellem und illegalem Bergbau, mit einer verheerenden Umweltbilanz und teilweisen engen Verbindungen zu illegalen bewaffneten Gruppen. Aber auch Grossprojekte wie La Colosa von Anglo Gold Ashanti[4] oder die geplante Mine in Marmato von Medoro Ressources[5] führen zu schweren Konflikten. Mehrere Bergbaugegner sind 2013 in Kolumbien umgebracht worden. Auch in Mexico wehren sich v.a. indigene Gemeinschaften gegen Bergbauprojekte, die häufig ohne vorgängige Konsultation durchgedrückt werden sollen. Bedrohungen der Lebensgrundlage und der Wasserversorgung sind nebst missbräuchlichen Verträgen zur Landabtretung an die Bergbauunternehmen die wesentlichen Konfliktgründe. Der Widerstand wird immer wieder gewalttätig unterdrückt, es kommt zu Verletzten und Toten, wie z.B. in San José del Progreso in Oaxaca[6].                       

Es braucht also weitere Schritte hin zu einer wirklichen Transparenz über die Herkunft des in der Schweiz gehandelten und verarbeiteten Goldes und verstärkte Anstrengungen hin zu einer umfassenden Sorgfaltspflicht in der gesamten Lieferkette, um Umweltkonflikte, Repression gegen die lokale Bevölkerung und Menschenrechtsverletzungen grösstmöglich zu verhindern.

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Medienmitteilung der Oberzolldirektion

Statistik JanuAr 2014


[1] Medienmitteilung der Oberzolldirektion: http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/33175.pdf Weiterführende Informationen:    http://www.ezv.admin.ch/themen/04096/04101/05233/05672/index.html?lang=de

[2] http://www.noalamina.org/latinoamerica/chile/item/12250-lo-que-le-espera-al-proyecto-pascua-lama

[3] http://celendinlibre.wordpress.com/tag/proyecto-conga-minas-conga/ http://www.grufides.org/actualidad.html

[4] Siehe dazu Beispielsweise die Studien und Kampagnen auf http://www.colombiasolidarity.org.uk/

[5] http://www.noalamina.org/latinoamerica/colombia; http://www.redcolombia.org/index.php/regiones/centro/eje-cafetero/1645-en-marmato-la-gran-colombia-gold-tambiatropella.html  

[6] http://justiciaparasanjosedelprogreso.org/

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08.12.2016


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26.10.2016

Dezalé - Café de origen

Foto: Christian Reichenbach

Im Hochland von Inzá (Cauca) produzieren kleine Familienbetriebe in ökologisch wertvollen Mischkulturen ein sortenreinen Spezialitätenkaffee. "Dezalé - Café de origen". Dieser wird ohne Zwischenhandel, direkt und exklusiv an acht ausgewählte Röstereien in der Schweiz exportiert. Der stolze Bauer erhält dadurch ca. 150 -170 % des aktuellen Marktpreises. Fairer als Fairtrade! "Dezalé" wurde als Kooperative im Jahr 2001 von Hansruedi Auer-Lopéz gegründet. Heute sind 45 Familienbetriebe am sozialen Projekt beteiligt.

Es sind 8 Röstereien in der Schweiz, die exklusiv den Dezalé-Kaffee rösten und verkaufen:

www.diamantkaffee.ch

www.hosennen-kaffee.ch

www.kuengkaffee.ch

www.kaffee-knubel.ch

www.cafedumonde.ch

www.lacolumbiana.ch

www.spielhofkaffee.ch

www.oetterlikaffee.ch

Weitere Informationen direkt bei: dezalecafe@remove-this.yahoo.com