04/09/13

Gold und Gewalt, eine Fallstudie über die Region Guamocó

09.04.2013

Die Region Guamocó umfasst Gebiete der Departemente Antioquia und des Südens von Bolívar, in der Bergkette Serranía de San Lucas. Die Berge und Flüsse sind sehr goldhaltig, seit Jahrhunderten wird Gold abgebaut. Die Region ist eine der wichtigsten Goldproduzentinnen des Landes. Aktuell baut Mineros S.A. in grossem Stil Gold ab, Anglo Gold Ashanti, Kedhada und San Lucas Gold haben sich grosse Konzessionen gesichert.  Der grösste Teil des Goldes wird aber durch traditionelle Kleinschürfer sowie durch illegale Minen, die mit Baggern die Flusssedimente umgraben, gewonnen. Die Region ist eine der gewalttätigsten des Landes und zeichnet sich durch systematische und massive Menschenrechtsverletzungen aus.  Mineros S.A. exportiert ihre Produktion hauptsächlich in die Schweiz und auch weitere Goldexportfirmen oder Giessereien, die in die Schweiz liefern, kaufen in der Region Gold auf.

Die vorliegenden Ausführungen beruhen zur Hauptsache auf dem Dokument „GUAMOCÓ: TERRITORIO DE ESPERANZA, ABANDONO, ORO Y TERROR” der Menschenrechtsorganisation Colectivo de Abogados Luis Carlos Pérez CCALP vom September 2012. CCALP führte vom 25. bis 29. Mai 2011 eine Beobachtungsmission in der Region durch.

Charakterisierung der Region

Die Region Guamocó umfasst Teile des Departements Antioquia und des Südens von Bolivar mit den Gemeinden Montecristo, El Bagre, Nechí, Simití und Santa Rosa. Die Region liegt innerhalb des grossen Waldreservats des Magdalena-Flusses (Zona de Reserva Forestal del Río Magdalena), einer der wichtigsten Ökosysteme Kolumbiens und Ursprungsgebiet verschiedener Flüsse. In der Region leben Indigene, Afrokolumbianer und Kleinbauern (Campesinos), von denen viele von ihren früheren Wohnorten mit Gewalt vertrieben wurden. Wirtschaftliche Hauptaktivität ist heute die Goldgewinnung, daneben etwas Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei. Früher war der Cocaanbau dominierend, mit der intensiven Bekämpfung des Drogenanbaus wurde der Goldabbau aber noch wichtiger.

Trotz des Goldreichtums ist die Region stark vernachlässigt und durch grosse Armut geprägt. 78% der Landbevölkerung hat ihre Grundbedürfnisse nicht befriedigt, in urbanen Gebieten sind es immer noch 61%. Die Zugangsstrassen sind in extrem schlechtem Zustand, entsprechend schwierig und teuer ist der Personen- und Gütertransport. Es gibt kaum funktionierende Trinkwasser- und Abwasserversorgung und auch das Gesundheitssystem ist nur rudimentär vorhanden. Es gibt daher viele Krankheiten, die auf unhygienische Verhältnisse und Mangelernährung zurück zu führen sind. Der Zentralstaat ist fast nur über die Sicherheitskräfte präsent, die lokalen Verwaltungen zeichnen sich durch grosse Unzulänglichkeiten und Ressourcenknappheit aus. Insgesamt ist es eine Region mit fragiler Staatlichkeit.

Seit Jahrzehnten ist die Region stark vom internen bewaffneten Konflikt betroffen. Die Guerillagruppen FARC und ELN haben eine historische Präsenz in der Region, ab 1990 begannen die paramilitärischen Gruppen ihre Offensive. Heute kontrollieren die Guerillagruppen eher die Bergregion, die Paramilitärs die Ebenen und urbanen Zentren. Der Friedensprozess zwischen der Regierung Uribe (2002 bis 2010) und den Paramilitärs der Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen AUC hat der Region keine längerfristige Beruhigung gebracht. Die Bevölkerung denunziert, dass die Paramilitärs nur die Namen gewechselt hätten. Heute sind verschiedene sogenannte BACRIMS (kriminelle Banden, wie sie die Regierung nennt) oder Neoparamilitärische Gruppen wie die Urabeños, die Aguilas Negras oder die Rastrojos aktiv. Es gibt weiterhin viele Zeugenaussagen über eine aktive Zusammenarbeit der Polizei und der Armee mit diesen paramilitärischen Gruppen, oder über ein taktisches Wegschauen der Sicherheitskräfte, wenn Paramilitärs Verbrechen begehen. So kam es zu Vertreibungen und Morden durch Paramilitärs in Sichtweite der Armee. In der Region kommt es bis heute zu gewaltsamen Vertreibungen und Verschwindenlassen, zu aussergerichtlichen Hinrichtungen, sexueller Gewalt und Drohungen. Der Staat antwortet auf diese Gewalt mit noch mehr Gewalt: Guamocó ist Teil des Nationalen Planes der territorialen Konsolidierung, d.h. sie ist Teil der Konsolidierungszone des Nudo del Paramillo. In der Region sind fast so viele Sicherheitskräfte stationiert wie es Bewohner hat, trotzdem nimmt die Gewalt nicht ab. Verschiedene Zeugen sagten gegenüber der Beobachtungsmission von CALP aus, dass die staatlichen Sicherheitskräfte nicht die Zivilbevölkerung schütze, sondern diese bedrohe und drangsaliere, und sich hauptsächlich um die Sicherheit der Bergbauunternehmen kümmere. Verschiedene lokale Mandatsträger beklagen sich, dass sie über das Vorgehen der Streitkräfte nicht informiert werden und dass sie die Folgen der bewaffneten Auseinandersetzung alleine bewältigen müssen, z.B. die Unterbringung von Vertriebenen. Verschiedene Funktionäre sagten auch, dass ihnen keine Anzeigen wegen Menschenrechtsverletzungen vorliegen, da die Bevölkerung sich nicht getraue, gewaltsame Übergriffe zu denunzieren, und dass die Opfer insbesondere kein Vertrauen in die Polizei hätten.

Der Goldabbau

Im Moment ist Mineros S.A. das einzige legale, grosse Unternehmen, das Gold abbaut. Weitere, meist multinationale Konzerne haben sich grosse Konzessionen gesichert. In der ganzen Region wurden gegen 200 Bergbautitel vergeben, mit weit über 100‘000 Hektaren. Mineros S.A. baut das Gold mit Schwimmbaggern aus den Flusssedimenten ab. In der Region arbeiten auch einige Tausend Kleinschürfer, viele seit Generationen, teils in Stollen, teils als Goldwäscher entlang der Flüsse. Mit der Cocavernichtung und den gestiegenen Goldpreisen ist die Zahl der Goldsucher stark angestiegen, auch kamen Geschäftsleute mit zweifelhaftem Hintergrund in die Gegend. Diese gewinnen das Gold v.a. mit Schaufelbaggern und Motorpumpen entlang der Flussufer. Goldwäscher suchen im Abraum der Bagger auf eigene Rechnung noch nach den letzten Goldkrümeln. Die meisten der kleinen und mittleren Minen (Stollen wie Baggerbetrieb) haben keine Bergbautitel und keine Umweltlizenz, sind daher informell oder illegal.

Das technische Niveau des traditionellen Kleinbergbaus ist gering, da der Staat sie weder mit technischer Beratung noch mit Finanzierungsmöglichkeiten unterstützt. Zwar unternehmen Kleinschürfervereinigungen wie die AHERAMIGUA Eigenanstrengungen, aber ihre Ressourcen sind sehr begrenzt. Die jüngeren „Boom-Minen“ kümmern sich überhaupt nicht um die Umwelt. Entsprechend katastrophal sind die Umweltauswirkungen des illegalen und informellen Goldabbaus, einerseits was Rodungen oder Zerstörung fruchtbarer Böden sowie Erosion und Sedimentierung und Verschlammung der Flüsse anbelangt, andererseits Gewässerverschmutzung durch die Chemikalien wie Zyanid und Quecksilber. Die Beobachtungsmission konnte viele Hinweise sammeln auf Vergiftungssymptome durch Quecksilber, gerade bei Kindern, z.B. Verlust der Hautpigmentation, angegriffene Nieren, Zittern.

Der Goldabbau und –Handel steht unter starker Kontrolle der illegalen bewaffneten Akteure, wie verschiedene Interviewpartner gegenüber CCALP bestätigten. Ebenso wird beklagt, dass die Sicherheitskräfte die Kleinschürfer nicht vor Zwang und Übergriffen der illegalen bewaffneten Akteure schützen. Der Staat als gesamtes verfolgt den illegalen Bergbau, einerseits mit dem Argument des Umweltschutzes, andererseits wegen der Finanzierung illegaler bewaffneter Gruppen und der Drogengeldwäsche durch Goldabbau und –handel. Zeugenaussagen gegenüber CCALP belegen aber, dass immer wieder unschuldige Kleinschürfer bei Operationen gegen illegale Mine als vermeintliche Angehörige der Bacrim verhaftet werden. Auch sagten viele soziale Führungspersonen und Kleinschürfer aus, dass die Verfolgung der Kleinschürfer als „Illegale“ vor allem deshalb erfolge, um das von Personen geräumte Territorium den Multis zu übergeben. Unternehmen wie Mineros verlangen immer wieder die Räumung von Minen auf ihrem Konzessionsgelände. Die lokalen Behörden sind von Gesetzes wegen gezwungen, gegen den „illegalen“ Bergbau vorzugehen. Die interviewten Politiker und Funktionäre beklagen jedoch eine extrem schwierige Situation: einerseits fürchten sie um ihr Leben, wenn sie Minen der Paramilitärs oder der Guerilla schliessen würden, andererseits fühlen sie sich durch die Sicherheitskräfte häufig nicht unterstützt. Zudem haben sie kein Interesse daran, Hunderten oder gar Tausenden von Kleinschürfern die Existenz zu zerstören, da dies die sozialen Probleme weiter verschärfen würde. Zudem gibt es komplizierte Zuständigkeitsstreitigkeiten, Inkompetenz und Tatenlosigkeit verschiedener Behörden, v.a. der Departamentalen Umweltkörperschaft CORANTIOQUIA und des Umweltministeriums.

Ein grosses Problem ist die Legalisierung der informellen Kleinschürfer. So sagte der Bürgermeister von El Bagre aus, dass er die Legalisierungsanstrengungen der Kleinschürfer unterstütze, dass die Bedingungen aber fast unerfüllbar seien und der Zentralstaat nichts dafür tue. Ein grosses Problem ist das eingangs erwähnte Waldschutzgebiet des Magdalena-Flusses. Praktisch das ganze Gemeindegebiet von El Bagre liegt im Schutzgebiet, weshalb nie Landtitel erteilt wurde. Gegenüber den Bergmännern und Minenbetrieben haben die Bauern deshalb ein Problem, da sie ihren rechtmässigen Landbesitz nicht belegen können. Dasselbe Problem haben die informellen Kleinschürfer: fast sämtliche Gesuche um Legalisierung der Minen wurden mit dem Argument archiviert oder abgelehnt, diese lägen im Waldschutzgebiet, weshalb eine Legalisierung und Titulierung von Gesetz verboten sei. In El Bagre versuchen die betroffenen Gemeinschaften seit 20 Jahren, eine Reduktion des Schutzgebietes respektive ein Aussonderung gewisser Teile zu erlangen, so dass auf diesem Gebiet die wirtschaftliche Aktivität (Landwirtschaft, Goldabbau etc.) legalisiert werden könnte. Es würde sich dabei um nichts anderes als um die Legalisierung des Status Quo handeln, da angesichts der fehlenden Kontrollen und der Durchsetzung des Schutzes sowieso grosse Teile des Waldschutzgebietes zerstört sind. Das Umweltministerium hat sich aber bis heute geweigert, auch nur eine Hektare zugunsten der Gemeinschaften aus dem Schutzgebiet herauszulösen. Innerhalb von weniger als einem Jahr wurden aber grössere Flächen auf Antrag von Mineros S.A hin aus dem Schutzgebiet herausgelöst, um dem Unternehmen den Abbau zu ermöglichen.

Die Kleinschürfer und Landbesitzer haben aus verschiedenen Gründen keine legalen Dokumente für ihren Besitz oder ihre Aktivität, weil dies wie gesagt durch das Schutzgebiet verhindert wurde, weil die Personen keine Kenntnisse über das Vorgehen und die Möglichkeiten hatten oder weil die nächste Amtsstelle viel zu weit weg war. Jahrelange Nutzung des Landes oder einer Mine begründet jedoch einen Besitzanspruch, der auch ohne Formalisierung Gültigkeit hat. Als die Kleinschürfer begannen, für ihre Minen Legalisierungsanträge zu stellen, wurden diese abgelehnt, da das Land schon an Unternehmen vergeben worden sei. Angesichts der unterschiedlichen Kenntnisse und Ressourcen der Kleinschürfer und der multinationalen Unternehmen ist dies eine krasse Ungleichbehandlung. Die illegalisierten Kleinschürfer werden nun mit Gewalt vertrieben oder mit Verwaltungsbeschlüssen gezwungen, die Mine zu verlassen, ansonsten die Sicherheitskräfte sie vertreiben würden. 

Die Anschuldigungen gegen Mineros S.A.

Mineros S.A. liefert das gewonnene Gold hauptsächlich in die Schweiz, an Metalor Technologies und Argor Heräus, daneben an INTL Assets.[1] Mineros S.A. wird vom Finanzkonzern COLPATRIA kontrolliert. Die Produktionskapazität von Mineros beträgt 2,8 Tonnen Gold pro Jahr.

Mineros S.A. sieht sich happigen Vorwürfen der NGO CCALP ausgesetzt, basierend auf der Beobachtungsmission vom Mai 2011. Die Beobachtungsmission konnte grosse Umweltschäden wie Vegetationszerstörung, Beeinträchtigung der Landwirtschaft und Sedimentierung und Verschmutzung der Flüsse, v.a. des Río Nechí, feststellen. Die Schwimmbagger von Mineros im Río Nechí bedrohen die Existenz von 4000 Fischerfamilien.

Mineros besitzt „das ganze Land von El Bagre, sie sind das Gesetz“. In den Gemeinden Montecristo, Nechí und Simití verfügt Mineros S.A. über 5 Titel mit zusammen gut 22‘000 Hektaren. Ein Grossteil dieser Titel liegt innerhalb des Waldreservates. Während den Kleinschürfern die Bewilligungen im Waldschutzgebiet verweigert werden, konnte Mineros innert weniger als einem Jahr Teile des Konzessionsgebiet aus dem Schutzgebiet herauslösen lassen.  

Von den verschiedenen Gesprächspartnern wird Mineros S.A. als der Staat im Staat beschrieben. Der Einfluss auf die Umweltbehörden Antioquias (Corantioquia) und auf Gemeindebehörden wie Umwelt- und Bergbauinspektoren ist enorm. Die lokalen Behörden müssen sich dem Willen Mineros fügen. Mehrere Zeugen sagten aus, sie würden sich nicht mehr getrauen, gegen Mineros vorzugehen oder sie zu bestrafen, da sie um ihr Leben fürchten.

Mineros arbeitet eng mit der Armee zusammen. Die Armee schützt Mineros, schüchtert die lokale Bevölkerung ein und bedroht diese. Mehrere Zeugen sagten aus, dass die Armee mit den Paramilitärs zusammenarbeitet und die Interessen der grossen Minengesellschaften schützt. Mineros ist stark an der Kriminalisierung der informellen oder in ihren Augen illegalen Kleinschürfern beteiligt, vertreibt diese, erstellt Listen mit den illegalen Minen und lässt diese Minen schliessen. Mineros S.A. steht hin 9 von 13 Räumungsbefehlen gegen kleine Minen auf ihren Konzessionen. Ebenso gibt es Zeugenaussagen, wonach Paramilitärs kurz vor der Tätigkeitsaufnahme von Mineros auf neuen Konzessionsgebieten die dortige Bevölkerung bedroht und vertrieben hat.

Giessereien und Goldhandelsfirmen in Medellín

Die folgenden Giessereien und Goldhandelsfirmen aus Medellín liefern Gold in die Schweiz:  CI Fundición Escobar S.A, C.I. J. Gutierrez y CIA, CI Goldex S.A. und Sociedad De Comercializacion Internacional C. I. Dhows Congo und weitere. Escobar und Gutierrez kaufen in der fraglichen Region von Guamocó Gold auf, die anderen Unternehmen veröffentlichen dazu keine Angaben. Escobar, Gutierrez und Goldex wurden von der ask! mehrfach mit Fragen zu ihrem Geschäft und der Sorgfaltspflicht im Goldankauf angeschrieben. Escobar hat geantwortet, sie hätten das Geschäft letzten Sommer aufgegeben, da nicht mehr zwischen legalem und illegalem Gold zu unterscheiden sei und das Niveau der Schutzgeldzahlungen unerträglich geworden sei. Auskunftspersonen in der Region vertreten jedoch die Meinung, dass Fundición Escobar weiterhin aktiv sei, und auch die Homepage ist normal aktiv. Gutierrez und Goldex haben bisher nicht geantwortet.

Die Unternehmen betonen auf ihren Webseiten, dass sie ethisch, transparent und sorgfältig vorgehen, die gesetzlichen Vorgaben bezüglich Geldwäscherei und z.T. auch Finanzierung des Terrorismus einhalten. Über das genaue Vorgehen beim Goldankauf, wie sie die Sorgfaltspflicht umsetzen, wie sie zu verhindern versuchen, dass Gold aus Minen bewaffneter Akteure in den Handel gelangt, darüber liegen uns keine Informationen vor. Angesichts der in der kolumbianischen und internationalen Presse ausführlich beschriebenen Situation im Goldabbau und –Handel sind aber dich zumindest Zweifel angebracht, dass das Geschäft so sauber und sicher sei, wie diese Unternehmen angeben.         

Schweizer Raffinerien

Die Arbeitsgruppe Schweiz – Kolumbien ist mit Argor Heräus in Kontakt und hatte zwei Gespräche mit dem Unternehmen in Mendrisio, eines sogar im Beisein eines kolumbianischen Kleinschürfers aus der besagten Region Guamocó. Argor Heräus hat ein beschönigendes Bild von Kolumbien, als ein Land das den Konflikt hinter sich lässt, das Sicherheit und Investitionschancen bietet. Argor besucht die Giessereien und Bergbauunternehmen und überprüft sie zumindest oberflächlich, ob sie sämtliche gesetzliche Bestimmungen einhalten, beispielsweise über Exportlizenzen verfügen und ihrer Steuerpflicht nachkommen, oder ob das Gold, das sie anliefern wollen, tatsächlich ihrer Mine entstammen kann. Es handelt sich eher um eine technische denn um eine menschenrechtliche Sorgfaltspflicht. Argor gibt aber an, verschiedene Unternehmen auch als Lieferanten ausgeschlossen zu haben und ist sehr gesprächsbereit. Die Giessereien in Medellín würden ihre Kunden kennen, alle hätten Steuerformulare ausgefüllt. Auch Mineros hätten sie besucht und sich vor Ort überzeugen können. In wie weit aber die Giessereien und Mineros selber Menschenrechtspolitiken und eine umfassende Due Diligence durchführen, kann nicht gesagt werden.[2]

Metalor hat eine Anfrage der Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien schriftlich beantwortet und im Wesentlichen all die Initiativen aufgezählt, die Metalor unterzeichnet hat, so des World Gold Council, des Responsible Jewellery Council oder der OECD. Weitergehende Fragen nach Lieferanten, nach dem Gebieten Kolumbiens, aus denen das Gold stammt, nach der konkreten Umsetzung der Sorgfaltspflicht durch Metalor und ihre Lieferanten, hat Metalor mit Hinweise auf das Geschäftsgeheimnis nicht beantwortet. Ebenso hat Metalor bisher ein Treffen mit kolumbianischen Direktbetroffenen abgelehnt.  

Download als pdf 

Originalstudie: GUAMOCÓ: TERRITORIO DE ESPERANZA, ABANDONO, ORO Y TERROR”


[1] Mineros S.A. Company Profile von BN Americas; http://www.bnamericas.com/company-profile/en/Mineros_S,A,-Mineros  

[2] Interview mit Dr. Erhard Oberli und Dr. Wilfried Hörner, Argor Heräus, 20. März 2013.

Aktuell

08.12.2016


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26.10.2016

Dezalé - Café de origen

Foto: Christian Reichenbach

Im Hochland von Inzá (Cauca) produzieren kleine Familienbetriebe in ökologisch wertvollen Mischkulturen ein sortenreinen Spezialitätenkaffee. "Dezalé - Café de origen". Dieser wird ohne Zwischenhandel, direkt und exklusiv an acht ausgewählte Röstereien in der Schweiz exportiert. Der stolze Bauer erhält dadurch ca. 150 -170 % des aktuellen Marktpreises. Fairer als Fairtrade! "Dezalé" wurde als Kooperative im Jahr 2001 von Hansruedi Auer-Lopéz gegründet. Heute sind 45 Familienbetriebe am sozialen Projekt beteiligt.

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