25.12.2013

Ein- und Ausfuhr von Gold in der Schweiz: Statistik ab 2014 nach Ländern aufgeschlüsselt

25.12.2013

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 13. Dezember eine Praxisänderung bei der Erstellung der Goldstatistik gutgeheissen: Ab 2014 wird die Ein- und Ausfuhr von Gold in der Schweizer Aussenhandelsstatistik nach Ländern aufgeschlüsselt präsentiert. Mit der Praxisänderung erfülle die Schweiz den internationalen statistischen Standard und leiste so einen Beitrag zur Transparenz im Edelmetallhandel.

Die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien begrüsst diese Änderung als kleinen Schritt in die richtige Richtung. Bisher war es unmöglich, in der Schweiz Zahlen zum Goldhandel mit einzelnen Ländern zu erhalten. Viele Goldförderländer haben ihre Goldexporte in die Schweiz in unterschiedlichem Detaillierungsgrad jedoch schon länger offen gelegt, was die Nichtveröffentlichung der Schweiz noch anachronistischer erscheinen liess. Nachdem in den letzten Jahren verschiedene Vorstösse für eine Offenlegung der länderspezifischen Goldimporte und –exporte noch abgelehnt worden waren, hat der Bundesrat nun dem Druck einer breiten Koalition von NGOs und parlamentarischer Interventionen nachgegeben und den längst überfälligen Transparenzschritt getan.  

Die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien erwartet nun von der Schweizer Regierung und den privatwirtschaftlichen Akteuren des Goldhandels weitergehende Schritte in Richtung vollständige Transparenz in der Lieferkette. Innerhalb von Förderländern können je nach Region oder Minenunternehmen stark unterschiedliche Abbaubedingungen herrschen. Die meisten grossen Schweizer Raffinerien, Goldhändler und Goldverarbeiter verweigern bis heute Auskunft über die genaue Herkunft und die Förderbedingungen des von ihnen gehandelten oder verarbeiteten Goldes. Wohl haben in den letzten zwei Jahren immer mehr Akteure des Goldhandels verschiedene freiwillige Guidelines und Standards angenommen, so z.B. die Due Diligence Guidance for Conflict Minerals der OECD, der Conflict Free Standard des World Gold Council und Chain of Custody Certification des Responsible Jewellery Council. Solange die Verarbeiter und Händler jedoch keine Angaben zur genauen Herkunft des Goldes und zu den getroffenen Massnahmen im Bereich menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht machen, können ihre Beteuerungen nicht überprüft werden und sind damit wertlos.

Schweizer Raffinerien und ihre US-Tochterfirmen verarbeiten einen grossen Teil der kolumbianischen Goldförderung. Die überwiegende Mehrheit des kolumbianischen Goldes wird in kleinen und mittleren Minen ohne Bergbautitel und ohne Umweltlizenzen gefördert. Ein beträchtlicher Teil dieser Minen muss zudem einer oder mehreren der illegalen bewaffneten Gruppierungen Schutzgelder abliefern, so dass die Goldproduktion eine immer wichtigere Rolle bei der Finanzierung des kolumbianischen bewaffneten Konfliktes spielt. Wir erachten die Anstrengungen der involvierten Raffinerien, Goldhändler und Goldverarbeiter immer noch als ungenügend, um zu verhindern, dass kolumbianisches Konfliktgold in der Schweiz verarbeitet und über die Schweiz gehandelt wird. Wir erwarten deshalb von den Raffinerien und Goldhändlern, dass ihre in den Lieferketten umfassende Transparenz herstellen und über ihre Sorgfaltspflichtanstrengungen ausführlich berichten.

Medienmitteilung: Ein- und Ausfuhr von Gold

Offenlegung der Statistik zur Ein- und Ausfuhr von Gold Schlussbericht der Arbeitsgruppe zu Handen des Oberzolldirektors

Aktuell

21.12.2018

Ask!: Seit 31 Jahren im Dienst von Frieden und Menschenrechten

Seit 1987 setzt sich die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien ask! als Stimme der kolumbianischen Zivilgesellschaft für Frieden und Menschenrechte ein.

2018 organisierte sie dazu öffentliche Veranstaltungen zu den Wahlen in Kolumbien, zum Kokaanbau und dem Drogenkrieg, zu den Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen in Kolumbien.

Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

Auch für 2019 haben wir wieder einiges geplant. Veranstaltungen zu Frieden und Menschenrechten, eine neue Kampagne und eine neue Webseite. Damit wir unsere Pläne realisieren können, sind wir auf unsere grosszügigen UnterstützerInnen angewiesen. Danke für Ihre Treue!

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