07/01/13

Bekämpfung des illegalen Goldabbaus führt zu Spannungen und Drohungen gegen COCOMOPOCA

01.07.2013

Präsident Santos hat die Bekämpfung des illegalen Bergbaus – v.a. des Goldabbaus mit schweren Maschinen – zu einer Priorität seiner Regierung erklärt. In der letzten Zeit lag einer der Schwerpunkte dieser Bekämpfung im Departement Chocó, wo verschiedene Minen geschlossen und schwere Maschinen der GoldsucherInnen zerstört wurden. Betroffen waren auch illegale Abbaustätten auf dem Territorium des afrokolumbianischen Gemeinschaftsrates der COCOMOPOCA. Dies hat die COCOMOPOCA in Bedrängnis gebracht und auch zu Drohungen gegen Führungsmitglieder geführt.    

In einem Communiqué vom 22. Juni 2013 machte die COCOMOPOCA publik, dass in der Woche davor fünf Mitglieder ihres Gemeinschaftsrates mit dem Tod bedroht worden waren. Hintergrund dieser neuen Drohungen sind wie eingangs erwähnt die Konflikte um den (illegalen) Goldabbau auf dem kollektiven Territorium der COCOMOPOCA. Informelle Goldschürfer und Schürferinnen, die auf dem Gemeindegebiet der COCOMOPOCA aktiv sind, führen Arbeiten durch, ohne den Gemeinschaftsrat zu konsultieren und dessen Einverständnis einzuholen. Die Nationalregierung hat in den letzten Wochen den Kampf gegen den illegalen Bergbau verschärft und viele Maschinen zerstört. Die lokalen Goldschürfer werfen der Schwarzenorganisation COCOMOPOCA vor, von der Regierung die Zerstörung ihrer Maschinen verlangt zu haben , weshalb es wohl auch zu den Todesdrohungen gekommen ist. Gemäss Klagen der COCOMOPOCA haben die Gemeindeverwaltungen und Bürgermeister Versammlungen mit den Minenbetreibern abgehalten und ihnen Aktivitäten auf dem Gemeinschaftsland der COCOMOPOCA erlaubt, wozu sie gar nicht befugt sind. Die COCOMOPOCA hat sich deshalb aus dem Verhandlungstisch über Bergbau im Chocó zurückgezogen, die Treffen mit den politischen Gemeindebehörden suspendiert und sämtliche Aktivitäten auf dem Territorium untersagt. Sie wehrt sich entschieden dagegen, mit der Zerstörung der Minen und Gerätschaften durch die Nationalregierung in Verbindung gebracht zu werden.  COCOMOPOCA betont, sie sei nicht gegen den Bergbau als solchen, sondern gegen die irrationale und unverantwortliche Weise, wie er im Moment auf ihrem Boden durchgeführt werde.           

Tatsächlich haben die Sicherheitskräfte in den letzten Wochen die Operationen gegen den illegalen Bergbau verstärkt. Die Nationalpolizei hielt fest, dass es im Chocó illegale Minen gebe, die die Ausdehnung Bogotás erreichen. Die Polizei habe in 70 Nationalparks Maschinen entdeckt und im Amazonas seien letztes Jahr 250‘000 Hektaren Regenwald durch illegalen Bergbau verloren gegangen. Im laufenden Jahr 2013 seien 411 Minen interveniert worden, 342 davon seien geschlossen worden. Ebenso sind 30 Maschinen zerstört und gegen 300 Maschinen beschlagnahmt worden. In 70 Operationen wurden 972  Personen festgenommen.

Diese Bekämpfung des „illegalen“ Bergbaus ruft aber immer wieder scharfe Proteste hervor, Goldschürfervereinigungen haben in verschiedenen Gegenden zu einem Streik für den 17. Juli aufgerufen. 550 VertreterInnen von Goldschürfervereinigungen beklagen sich, dass die restriktiven Massnahmen der Regierung die Goldproduktion gefährde, weshalb sie vor dem Verwaltungsgericht von Cundinamarca dagegen klagen. Die Nationale Vereinigung der Bergleute CONALMINERCOL fordert vom Staat vielmehr den Schutz der kleinen GoldschürferInnen, wie es auch im Nationalen Entwicklungsplan vorgesehen sei. Die Polizeibehörden halten dem entgegen, dass der  Kampf gar nicht gegen die Gremien der kleinen GoldschürferInnen und WäscherInnen gerichtet sei, sondern gegen die mafiösen Strukturen und die Millionenteuren Maschinen. Am meisten Maschinen wurden bisher in Zaragoza, Antioquia, zerstört, wo auch die Proteste für den 17. Juli geplant sind[1]. Mit den Protesten fordern die kleinen Minenbetreiber u.a. dass das Dekret 2235 von 2012[2] ausser Kraft gesetzt werde. Dieses Dekret beruht auf einem Beschluss der Andengemeinschaft CAN zur Bekämpfung des illegalen Bergbaus und erlaubt der Regierung die Zerstörung von schwerem Gerät in illegalen Minen.[3]

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08.12.2016


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26.10.2016

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