09/03/13

Kleine Fortschritte und weiterhin grosse Herausforderungen im Umsiedlungsprozess von El Hatillo

03.09.2013 | Von Stephan Suhner

Nach einer kräfteraubenden humanitären Krise und vielen nicht eingehaltenen Versprechen der Kohleunternehmen und des Umsiedlungsoperators rePlan bezüglich einer Verbesserung der sozioökonomischen Situation hatte die Gemeinschaft El Hatillo am 25. April 2013 die Verhandlungen suspendiert, bis Klarheit über die Existenz des Treuhandkontos und die darauf verfügbaren Mittel u.a. für den Übergangsplan bestehen. In der Folge haben sich verschiedene Organisationen auf Initiative von PAS und der ASK mit Briefen an die Unternehmen gewandt und Auskunftsbegehren an sie gerichtet.

Seit rePlan und die Bergbauunternehmen Glencore Prodeco, Drummond und CNR im Februar den Übergangsplan (Plan de Transición) präsentiert haben, hat sich leider wenig getan, um das Leben der Gemeinschaft zu verbessern. Im März begannen die Unternehmen eine viermonatige Lebensmittelabgabe, um die Ernährungskrise zu mildern. Diese Unterstützung ist Anfang Juli ausgelaufen, ohne dass zunächst klar gewesen wäre, wie es weitergeht, ohne dass Arbeitsplätze geschaffen worden oder Projekte zur Einkommensgenerierung angelaufen wären. Nach wie vor ist die Arbeitssituation schlecht, ca. sechs Personen der über 500 in El Hatillo lebenden Personen haben einen fixen Job und keine Familie mehr kann sich einzig mit den angebauten Lebensmitteln bzw. mit dem Fischfang selber versorgen.

Die Gemeinschaft hatte am 25. April die Verhandlungen über die Umsiedlung suspendiert, da die (Treuhandkonto), die die Unternehmen gemeinsam einrichten mussten (Teil der Verfügung des Umweltministeriums), nicht existierte respektive die Gemeinschaft und die Begleitorganisationen PAS und ASK keine Kenntnis davon hatten. rePlan, der Umsiedlungsoperator sagte denn auch, sie könnten den Übergangsplan nicht umsetzen, weil sie von den Unternehmen die notwendigen Mittel nicht haben.

Gestützt auf diese Informationen aus Kolumbien haben Schweizer Behörden und auch Parlamentarier sich bei Glencore über die Situation der Gemeinschaft El Hatillo erkundigt, und die ASK hatten an der Glencore Aktionärsversammlung diese Thema ebenfalls eingebracht. Zudem gelangten wir gemeinsam mit FIAN und weiteren NGOs mit einem Brief an Präsident Santos und an den Umweltminister. Einen Monat später haben dann die Unternehmen die tatsächlich auch offen gelegt und die notwendigen Dokumente über die aktuell vorhandenen finanziellen Mittel präsentiert.

Immer wieder leere Versprechungen

Wir hofften dann, dass der Umsiedlungsprozess nun endlich mit weniger Verzögerungen vorwärts gehen kann und v.a. der Übergangsplan zügig implementiert wird. rePlan hat aber weiterhin ungenügenden Zugriff oder Verfügungsmacht über die Gelder. Weder kommen die produktiven Projekte vorwärts, noch werden andere wesentliche Elemente des Übergangsplanes umgesetzt. Wir beobachten in diesem Prozess, wie immer wieder Versprechen und Verpflichtungen nicht erfüllt werden und es kein ernsthaftes Engagement der Firmen für die Umsiedlung zu geben scheint. Zudem erachten wir das Vorgehen und die Methodik von rePlan weiterhin als mangelhaft. Immer wieder kommt es durch unklare Kommunikation und falsche Versprechen seitens rePlan zu Problemen mit der Gemeinschaft El Hatillo und zu Konflikten innerhalb der Gemeinschaft.

So wurde beispielsweise mit dem Entscheid hinsichtlich der Weiterführung der Nahrungsmittelabgabe entgegen der Abmachung gewartet, bis die vier Monate vorbei waren und somit eine erneute Stresssituation im Dorf in Kauf genommen wurde. Oder obwohl der Übergangsplan im Februar 2013 durch die Firmen bewilligt wurde, wurde die Gemeinschaft im Rahmen der monatlichen Verhandlungen Ende Mai darüber informiert, dass die im Übergangsplan enthaltene  Baumschule nicht umgesetzt wird, da die Firmen keine Nachfrage nach mehr Baumsetzlingen hätten. Zudem wurde angesichts der nicht funktionierenden Produktivprojekte seitens rePlan, falsche Erwartungen geweckt dass alle Familien eine einmalige Zahlung von 3.2 Mio. COP erhalten würden (ca. 1‘6000 CHF), welches zu massiven internen Konflikten und Aggressionen geführt hat. Gleichzeitig scheint rePlan auch in ihrer Arbeit behindert zu sein, da die administrativen Abläufe, um auf Gelder des Treuhandkontos zugreifen zu können, ziemlich kompliziert sind. Unserer Meinung nach zeugt es nicht von einem verantwortungsbewussten Umgang mit einer in der Krise steckenden Gemeinschaft, zuerst Erwartungen zu wecken, Projekte zu bewilligen, ohne die aber wirklich geprüft zu haben. Ausdruck dieser erneut angespannten Situation ist das Communiqué der Gemeinschaft, welches sie am 16. August veröffentlich haben.

Communiqué der Führungspersonen von El Hatillo vom 16. August

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26.10.2016

Dezalé - Café de origen

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Im Hochland von Inzá (Cauca) produzieren kleine Familienbetriebe in ökologisch wertvollen Mischkulturen ein sortenreinen Spezialitätenkaffee. "Dezalé - Café de origen". Dieser wird ohne Zwischenhandel, direkt und exklusiv an acht ausgewählte Röstereien in der Schweiz exportiert. Der stolze Bauer erhält dadurch ca. 150 -170 % des aktuellen Marktpreises. Fairer als Fairtrade! "Dezalé" wurde als Kooperative im Jahr 2001 von Hansruedi Auer-Lopéz gegründet. Heute sind 45 Familienbetriebe am sozialen Projekt beteiligt.

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