22.01.2016

Tierra Digna macht Überfall und Informationsdiebstahl in ihrem Büro öffentlich

22.01.2016

Am Mittwoch, 20. Januar 2016, als die Mitarbeiterinnen einen neuen Arbeitstag beginnen wollten, stellten sie fest, dass in der Nacht zuvor unbekannte Personen in die Büroräumlichkeiten eingedrungen waren und den Computer einer der Gründerinnen der Organisationen raubten. Obwohl die Einbrecher Zugang zu anderen Teilen des Hauses, zu anderen Computern und auch zu Wertgegenständen gehabt hätten, beschränkte sich ihr Raub gezielt auf den Laptop, auf dem wichtige Informationen für die Arbeit von Tierra Digna gespeichert war.

Tierra Digna ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich der Verteidigung und Förderung der Menschenrechte widmet, v.a. im Umfeld von industriellen Aktivitäten der Förderung und des Abbaus natürlicher Ressourcen. Tierra Digna führt Recherchen durch, führt juristische Prozesse und begleitet Gemeinschaften die durch den Abbau von Rohstoffen betroffen sind, und führt mit den betroffenen Gemeinschaften auch Ausbildungen durch.

Dieser Informationsdiebstahl ereignet sich in einem wichtigen Moment der Arbeit dieser Menschenrechtsorganisation, da sie die Begleitung der Gemeinschaften im Cesar sowie  öffentliche Anhörungen zur Umweltsituation im Umfeld der Prozesse, mit denen Drummond und Glencore die Ausdehnung ihrer Kohleminen anstreben, vorbereiten. Ebenso sind sie an der Vorbereitung eines Besuchs des Verfassungsgerichtes im Departement Chocó im Rahmen des juristischen Prozesses, der durch eine Grundrechtsklage (tutela) zur Verteidigung der Rechte der Ethnischen Gemeinschaften entlang des Atrato-Flusses aufgenommen wurde, sowie an der Vorbereitung von Anfragen zur Durchführung von Anhörungen vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, beteiligt.     

Dieser Informationsdiebstahl ereignete sich, nachdem schon eine ganze Kette irregulärer Vorkommnisse zu verzeichnen war, wie Beschattung und Verfolgung, Abhören der Telefongespräche und anderer Kommunikationsformen, sowie frühere Diebstähle gegen andere Mitglieder des Teams von Tierra Digna. Tierra Digna fordert deshalb die Behörden und den Staat Kolumbien auf, Sicherheitsgarantien und Schutz für die Arbeit zur Verteidigung der Menschenrechte zu gewähren.

Die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien arbeitet seit mehreren Jahren mit Tierra Digna zu den Gemeinschaften im Umfeld der Kohleminen von Glencore im Cesar und zu afrokolumbianischen Gemeinschaften, die von (illegalem) Goldabbau im Chocó betroffen sind, zusammen. Wir verurteilen die wiederholten Übergriffe auf Mitglieder von Tierra Digna, insbesondere den Informationsdiebstahl vom 20. Januar 2016, und fordern den kolumbianischen Staat dringend auf, die Sicherheit der MitarbeiterInnen von Tierra Digna zu gewährleisten.

Communiqué von Tierra Digna

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