29.06.2014

Holländische NGO PAX macht Verstrickungen Glencores mit kolumbianischen Paramilitärs publik

29.06.2014 | von PAX for Peace

PAX ruft  die Energiekonzerne Essent, Nuon, E.ON, Delta und Electrabel auf, keine weitere “Blukohle” von den Bergbaukonzernen Drummond und Prodeco mehr zu kaufen. Diese Bergbaukonzerne müssen zuerst zur Aufklärung und Entschädidung der Tausenden von Opfern der paramilitärischen Gewalt im Umfeld ihrer Minen in der Zeit von 1996 bis 2006 beitragen, und aktiv gegen die heutigen Menschenrechtsverletzungen vorgehen. Drummond und Prodeco bezahlten die paramilitärischen Gruppen und tauschten stategische Informationen mit ihnen aus, wie Täter und Zeugen im Forschungsreport “The Dark Side of Coal” darlegen.
Die Studie wurde heute durch die Friedensorganisation PAX der holländischen Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit, Lilianne Ploumen, vorgestellt.

Zwischen 1996 und 2006 haben Paramilitärs insgesamt 3’100 Personen ermordet und 55’000 Bauern von ihrem Land vertrieben. Die Opfer haben nie eine Entschädigung oder eine Schuldanerkennung erhalten. Bis zum heutigen Tag profitieren die Bergbaukonzerne von diesen schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen. Teile des geraubten Landes befindet sich innerhalb der Bergbaukonzessionen. Die Gewerkschaft wurde durch die tödliche Gewalt systematisch geschwächt; jeglich Kritik wurde durch Drohungen zum Schweigen gebracht.

Täter und Zeugen sagen aus, dass die Zusammenarbeit zwischen den Kohlenminenunternehmen und den Paramilitärs im kolumbianischen Departement Cesar in finanzieller und materieller Unterstützung und dem Austausch von strategischen Informationen bestand. Das Hauptgewicht der Untersuchung ‘The Dark Side of Coal’ liegt auf Drummond. Es gibt weniger Quellen über Prodecos (Glencores) Beteiligung, aber die verfügbaren Informationen rufen nach einer systematischen und vertieften Untersuchung.

‘The Dark Side of Coal’ präsentiert bisher unveröffentlichte Zeugenaussagen von Tätern und Opfern, und ist die bisher erste systematischste Nachforschung über die Menschenrechtsverletzungen im Umfeld der Kohlenminen im Cesar.

Stopp Blutkohle
Die holländischen Energiekonzerne Nuon, Essent, Delta, Electrabel und E.ON kaufen Kohle von Drummond und Prodeco (Glencore) zur Stromerzeugung für die holländischen Konsumenten. Die holländischen Stromkonzerne hatten und haben Kenntnis über die weitverbreiteten Menschenrechtsverletzungen. Trotzdem haben sie bis heute nicht damit aufgehört, Kohle aus dem Departement Cesar zu kaufen.

PAX hofft, dass sie aufhören werden, diese Blutkohle zu kaufen, bis dass die Bergbaukonzerne dazu beitragen, effektive Widergutmachung für die Opfer zu leisten. Wir appellieren durch unsere ‘Stop Blood Coal’ Kampagne an die holländische Öffentlichkeit, herauszufinden ob ihr Stromkonzern Blutkohle verwendet, und wenn dem so ist, das Unternehmensmanagement aufzufordern, den Import dieser Kohle zu stoppen.

Die Studie ‘The Dark Side of Coal’ kann auf www.stopbloedkolen.nl heruntergeladen werden, ebenso eine Zusammenfassung und weitere  Informationen zur Kampagne.

Für zusätzliche Informationen oder ein Interview mit Marianne Moor, Programmverantwortliche von PAX für Kolumbien und Hauptautorin der Studie, kontaktieren Sie bitte den Pressesprecher von PAX, Onno Groustra, auf groustra@remove-this.paxforpeace.nl oder auf +31 6 48102882.

Für weitere Informationen zu PAX: www.paxforpeace.nl

Pressemitteilung als PDF

Zusammenfassung der Studie auf Englisch

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