Glencore in Kolumbien

Glencore besitzt über die Tochterfirmen Carbones de la Jagua, Carboloma und Prodeco drei Kohlenminen im Departement Cesar, einen Hafen und ist an der Eisenbahngesellschaft FENOCO beteiligt. Im Umfeld der Kohlenminen gibt es grosse Umweltprobleme, Landkonflikte, Korruption und soziale Verwerfungen. Zudem wirft die lokale Gewerkschaft Sintramienergetica Glencore eine gewerkschaftsfeindliche Haltung vor.

An der Grenze zwischen den Departements Antioquia und Chocó besitzt Glencore über die Tochterfirmen Carboloma und Cordillera Exploraciones eine Kupferkonzession, die sich in der Explorationsphase befindet.   

El Hatillo: Vertreibung für die Entwicklung

Das ungewisse Schicksal des Dorfes El Hatillo

Dem Dorf El Hatillo im kolumbianischen Departement Cesar wird sein Reichtum zum Verhängnis: unter seinem Boden verbirgt sich eines der grössten Kohlevorkommen Kolumbiens. Durch den Kohleabbau wird die Umweltbelastung so gross, dass das Dorf umgesiedelt werden muss.

Doch die Frage ist wohin? Das meiste Land des Tales des Cesar-Flusses ist für Kohlebergbau konzessioniert, für die Kleinbauern bleibt kaum mehr Land zum Leben.

Internationale Konzerne – darunter Glencore aus Zug – streichen derweilen dank einer vorteilhaften Gesetzgebung  fette Profite ein: auf Kosten der Bevölkerung, der Umwelt und des kolumbianischen Staates, der aufgrund von Steuererleichterungen wenig Profite aus dem  Bergbau erzielt.

Factsheet
Steinkohlebergbau in Kolumbien: Auswirkungen und Herausforderungen ppt-Präsentation/pdf-Datei
Caracterización del caso El Hatillo - Actores, dinámicas y conflictos
Contexto minero en el departamento del Cesar - Estado actual y proyecciones

Die Spuren der Kohle

Dieser 15-minütige Dokumentarfilm zeigt den Weg der Kohle zurück vom Hafen entlang der Bahnlinie bis zur Mine und dem kleinen Dorf El Hatillo, das von 4 Kohlenminen umgeben ist. Der Film verleiht der lokalen Bevölkerung eine Stimme, die sie sonst kaum je erheben können. Der Film ist Spanisch mit englischen Untertiteln.

Spezialreportagen zum Kohletagebau im Departement Cesar

Die nationale Nachrichtensendung CM& hat eindrückliche Reportagen über die Probleme des Kohlenabbaus in Cesar gemacht, es sind Filme von je gut 4 Minuten. CM& ist eine der grossen nationalen kolumbianischen Nachrichtensendungen. Die Reportagen berichten über die Luftverschmutzung, die Atemwegserkrankungen, die Zerstörung der Landschaft, der Vegetation, über die Schädigung der Flussläufe – u.a. durch Glencore – und die Absenkung des Grundwasserspiegels. Erwähnt werden aber ebenso die Schäden an Häusern, die der Kohlenzug verursacht, die kritische soziale Lage mit ungenügender Infrastruktur, Kinderprostitution, die grassierende Korruption mit all den verschwendeten und geraubten Royalties.

CM& la Noticia Informe Especial. El carbón se come al Cesar 1/4 - El carbón se come al Cesar 2/4 - El carbón se come al Cesar 3/4 - El carbon se come al Cesar. La tragedía en Valledupar 4/4

12.04.2016 | von Stephan Suhner

Glencore klagt vor Weltbankschiedsgericht gegen kolumbianischen Staat

Am 16. März 2016 hat Glencore gegen den kolumbianischen Staat eine Klage gestützt auf dem bilateralen Investitionsschutzabkommen zwischen der Schweiz und Kolumbien eingereicht[1]. Es handelt sich um eine der erste...

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30.03.2016

Glencore CEO Ivan Glasenberg hält Versprechen gegenüber kolumbianischen Gemeinschaften nicht ein

Vor genau einem Jahr befanden sich zwei VertreterInnen der ask! mit Ivan Glasenberg und dem obersten Glencore-Management sowie mit zwei BürgerInnen aus dem Knonauer Amt in Kolumbien, um über die Unternehmenspolitik zu diskutieren und von Glencores Ko...

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23.01.2016

Tierra Digna macht Überfall und Informationsdiebstahl in ihrem Büro öffentlich

Am Mittwoch, 20. Januar 2016, als die Mitarbeiterinnen einen neuen Arbeitstag beginnen wollten, stellten sie fest, dass in der Nacht zuvor unbekannte Personen in die Büroräumlichkeiten eingedrungen waren und den Computer einer der Gründerinnen der Or...

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28.05.2015

Rechnungsprüfungshof verurteilt Glencore wegen nicht bezahlter Royalties

In einem historischen Gerichtsurteil wurde Glencore für schuldig befunden, einen Schaden zu Lasten des Vermögens des kolumbianischen Staates von $ 60.023.000 Pesos mitverursacht zu haben. Dieses Urteil basiert auf Fakten und Beweisen, welche wir auch...

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20.04.2015

Glencores Nachhaltigkeit - ein Schattenbericht

Am 20. April 2015 veröffentlichte die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien ask! zusammen mit ihrer kolumbianischen Partnerorganisation Pensamiento y Acción Social PAS einen Schattenbericht über die Nachhaltigkeit von Glencores Geschäftstätigkeit in Kolumb...

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12.01.2015

Glencores Antwort auf die Public Eye Nominierung

Die Plattform Business and Human Rights Ressource Plattform hat die sechs Nominationen für den Public Eye Lifetime Award an das jeweilige Unternehmen gesendet. Die Antworten der Unternehmen sind hier einsehbar:

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13.01.2015 | von Stephan Suhner

Umstrittener europäischer Kohleimport aus Kolumbien

Seit mehreren Jahren machen verschiedene europäische NGOs und Aktivisten eine Kampagne gegen den Import von kolumbianischer Blutkohle v.a. nach Deutschland und in die Niederlande. Über die Importeure und Energieerzeuger – und letzten Endes über die S...

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18.09.2014 | von Stephan Suhner

Harter Arbeitskonflikt und Drohungen gegen Gewerkschafter von Dienstleistungsfirmen von Glencore und Cerrejón

In den Bergbaubetrieben von Cerrejón, Prodeco – Glencore und Drummond arbeiten viele Temporärarbeiter, die über verschiedene Dienstleistungsunternehmen angestellt sind und meist prekäre Arbeitsverhältnisse haben (nur 1/3 des regulären Lohnes, schlech...

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30.06.2014 | von PAX for Peace

Holländische NGO PAX macht Verstrickungen Glencores mit kolumbianischen Paramilitärs publik

PAX ruft  die Energiekonzerne Essent, Nuon, E.ON, Delta und Electrabel auf, keine weitere “Blukohle” von den Bergbaukonzernen Drummond und Prodeco mehr zu kaufen. Diese Bergbaukonzerne müssen zuerst zur Aufklärung und Entschädidung der Tausenden...

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30.06.2014 | von Stephan Suhner

Der Kampf von MenschenrechtsanwältInnen im Umfeld von Glencoreminen

Vom 22. bis 27. Juni 2014 befanden sich Jaime Borda von der peruanischen NGO Derechos Humanos sin Fronteras und Andrea Torres von der kolumbianischen NGO Tierra Digna zu Besuch in der Schweiz. Sie nahmen an verschiedenen Veranstaltungen in Genf und a...

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Videoclip: Gesundheitsprobleme in El Hatillo

Der kurze Videoclip zeigt, was für Auswirkungen die Glencore-Mine im Departament Cesar für Auswirkungen auf Gesundheit und Nahrungssicherheit der Bevölkerung in El Hatillo hat. Der Videoclip ist Spanisch gesprochen.

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30.04.2014 | Von Stephan Suhner

Blutige Kohle für europäische Kraftwerke

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05.03.2014

Stellungnahme zur Absage am Glencore-Dialog vom 6. März in Affoltern

Die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien ask! ist eine der Nichtregierungsorganisationen, die von Glencore zur Teilnahme an der Diskussionsveranstaltung vom 6. März 2014 eingeladen worden war. Die ask! hat die Teilnahme abgelehnt. Wofür ...

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05.11.2013 | von Stephan Suhner

Glencore in Kolumbien: Systematische Probleme mit den Arbeits- und Gewerkschaftsrechten

Am 24. Oktober 2012 endete ein Streik bei der Glencore Tochterfirma Carbones de la Jagua nach 98 Tagen. Ein gutes Jahr später dauern die Probleme an: Der Oberste Gerichtshof erklärte am 10. April 2013 den Streik für illegal, wonach Glencore begann, d...

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03.09.2013 | Von Stephan Suhner

Kleine Fortschritte und weiterhin grosse Herausforderungen im Umsiedlungsprozess von El Hatillo

Nach einer kräfteraubenden humanitären Krise und vielen nicht eingehaltenen Versprechen der Kohleunternehmen und des Umsiedlungsoperators rePlan bezüglich einer Verbesserung der sozioökonomischen Situation hatte die Gemeinschaft El Hatillo am 25. Apr...

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02.05.2013 | von Stephan Suhner

Gemeinschaft von El Hatillo suspendiert Verhandlungen über die Umsiedlung

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04.03.2013 | von Dominique Rothen

Der erste Hunger ist gestillt, doch noch ist keine Lösung der Ernährungskrise in Sicht

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19.02.2013

Pressemitteilung und Brief an Präsident Santos wegen humanitärer Krise in Hatillo

Die Menschen in der Gemeinde El Hatillo leiden Hunger, weil in direkter Umgebung Millionen Tonnen Kohle für den Export gefördert werden – auch nach Deutschland Köln, 19. Februar 2013. FIAN und die Arbeitsgrup...

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09.02.2013

Humanitäre Mission nach El Hatillo

Die humanitäre Situation von El Hatillo bleibt Besorgnis erregend. Seit bald drei Wochen machen verschiedene kolumbianische und europäische NGOs auf die Hungerkrise dieser Gemeinschaft aufmerksam, die sich in mitten multinationaler Kohleminen be...

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06.02.2013 | von Dominique Rothen

Nahrungsmittelkrise inmitten der Bergbauregion im Cesar

Die Wachstumslokomotive Bergbau dient laut kolumbianischer Regierung dazu, die nationale Wirtschaft voranzutreiben, regionale Entwicklung zu bringen und Arbeitsplätze zu schaffen. Es sind auch die Argumente, mit welchen meist transnationale Unternehm...

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Aktuell

01.05.2015

Konzernverantwortungs-Initiative: Zum Schutz von Mensch und Umwelt

 

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