25.02.2016

Schwierige Verhandlungen für neuen Gesamtarbeitsvertrag bei Cerrejón

25.02.2016 | von Stephan Suhner

Die Verhandlungen zur Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrages zwischen der Gewerkschaft Sintracarbón und Cerrejón drohen zu scheitern, da nach dem Ende der gesetzlichen Verhandlungsfrist immer noch keine Einigung erzielt werden konnte. In den nächsten Tagen wird die Gewerkschaft darüber abstimmen, ob sie in den Streik tritt. Die Situation für den Kohleförderer Cerrejón ist sehr heikel, da das Unternehmen unter den tiefen Kohlepreisen leidet.[1]

Die Gewerkschaft Sintracarbón hat am 28. Dezember 2015 den Forderungskatalog für den neuen Gesamtarbeitsvertrag dem Unternehmen unterbreitet. Nach 20 Tagen Verhandlungen wurden diese um weitere 20 Tage verlängert, und jetzt nach Ablauf der gesetzlichen Verhandlungsfrist gibt es erst in 30% der Verhandlungsmaterie eine Einigung. Die GewerkschafterInnen betonen, sie seien weiter dialogbereit und sie würden eine Lösung suchen, die beiden Seiten diene. Am 29. Februar und 1. März werden die Arbeiter über den Streik abstimmen, um so weiteren Druck für eine für die ArbeiterInnen befriedigende Verhandlungslösung aufzubauen. Sollten die ArbeiterInnen für den Streik stimmen, bleiben nochmals maximal zehn Tage, um eine Verhandlungslösung zu erreichen, danach muss die Stunde Null des Streiks ausgerufen werden.   

Der Forderungskatalog der Gewerkschaft umfasst vier grosse Bereiche: wirtschaftliche Punkte, worunter der Lohn und Zuschüsse für Ausbildung, Gesundheitsversorgung etc. fallen; das Thema Gesundheit als integraler Punkt, was sowohl adäquate Behandlung wie auch Anerkennung der berufsbedingten Krankheiten umfasst; Outsourcing und Temporärarbeit, ein komplexes Thema, da von 13‘000 Arbeitern in Cerrejón 8‘000 befristet über Drittfirmen angestellt sind, zu deutlich schlechteren Konditionen und unter Verletzung ihrer Arbeitsrechte. Der vierte Punkt umfasst Umweltaspekte des Bergbaus:  die Gewerkschaft wehrt sich weiterhin gegen eine Umleitung des Ranchería – Flusses auf 25,6 Km Länge und gegen die Umleitung des Baches „Arroyo Bruno“, wozu die Agentur für Umweltlizenzen schon das OK gegeben hat. Die Gewerkschaft will, dass der weitere Abbau auf anderem Wege als durch die Umleitung von Wasserläufen gemacht wird.   

Cerrejón offerierte angesichts der tiefen Kohlepreise nur eine Lohnerhöhung im Umfang des Konsumentenpreisindexes IPC, die Gewerkschaft fordert den IPC plus 4% mehr. Die Gewerkschaft begründet ihre Forderung damit, dass sie viel zu Kosteneinsparungen beitrage und das Kostensenkungsprogramm Compite des Cerrejón mittrage, dass die ArbeiterInnen aber auch wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beitragen. Zudem sei das Unternehmen auch bei den aktuellen Kohlepreisen rentabel.[2] In einer Mailantwort vom 25. Februar 2016 an die ask! betonte Cerrejón nochmals, wie wichtig dem Unternehmen eine Einigung ohne Streik sei, und dass das Unternehmen deshalb verantwortungsvolle Vorschläge in Übereinstimmung mit der wirtschaftlichen Situation des Unternehmen gemacht habe, ohne die Vorteile der Arbeiter zu kürzen. Die aktuelle Kohlemarkt-Situation mit weiter sinkenden Preisen führe dazu, dass alle, Arbeiter wie Verwaltung/Management des Unternehmens, gemeinsame Anstrengungen unternehmen müssten, um Kosten zu sparen und effizienter zu produzieren.

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[1] http://www.cerrejon.com/site/sala-de-prensa/archivo-de-noticias/cerrejon-presenta-oferta-a-sintracarbon.aspx

[2] sintracarbon.com/negociacion-colectiva-2015/en-la-prensa/nota-en-portafolio-sindicato-del-cerrejon-dice-que-sigue-abierto-al-dialogo/

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