02/26/16

Gewaltsame Enteignung in Roche

26.02.2016

Am Mittwoch, 24. Februar 2016, wurde die Familie Ustate Fuentes aus der Gemeinschaft Roche enteignet und ihr Haus zerstört. Im Kontext dieser Enteignung hat die Demo-Polizei ESMAD die afrokolumbianische Gemeinschaft provoziert und Gewalt gegen sie ausgeübt. Die Familie von Tomás Ustate hat sich gegen die Umsiedlung durch die Mine Cerrejón gewehrt, da sie keine würdigen Bedingungen in den Vorschlägen des Unternehmens sah, namentlich genügend Land für das Vieh, Trinkwasser und faire Entschädigungszahlungen. Die gerichtliche Amtshandlung war von der Richterin aus Barrancas auf 10 Uhr morgens des 24. Februar angesetzt. Die Familie von Tomás Ustate wurde von rund 50 Gemeinschaftsmitgliedern aus Roche, Chancleta, Patilla und Tabaco sowie durch die Menschenrechtsorganisationen CAJAR und Indepaz begleitet. Die Richterin hatte sich geweigert, die Amtshandlung zu suspendieren, obwohl die Gemeinschaft Roche eine Grundrechtsklage in Form einer Tutela eingereicht hatte.

Schon vom Morgen weg führten Armeeangehörige auf der Strasse nach Roche Strassensperren durch und hinderten einige Personen daran, nach Roche zu gelangen. Gegen 11 Uhr kamen Mitglieder des ESMAD nach Roche, beschimpften die Anwesenden, setzten Tränengas und Gummigeschosse gegen die Gemeinschaft ein. Nach 20 Minuten gab es zwei durch Gummigeschosse verletzte Personen, auch Frauen wurden geschlagen und verschiedene Personen litten unter Atemnot wegen dem Tränengas. Die staatlichen Behörden, auch die Ombudsstelle für Menschenrechte, sahen dem gewaltsamen Treiben tatenlos zu. Am Mittag begannen Verhandlungen zwischen der Familie Ustate Fuentes, der Richterin und VertreterInnen des Cerrejón, die nach 5 Stunden zu einer Einigung über die freiwillige Übergabe des Hauses durch Tomás Ustate führten. Im Gegenzug verpflichtete sich Cerrejón, die Umsiedlungsschritte durchzuführen, produktives Land zu übergeben und das Vieh der Familie zurück zu geben. Auch während der Verhandlungen kam es zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Gemeinschaftsmitgliedern und dem ESMAD, zwei Töchter von Tomás Ustate und Jhan Carlos Frias wurden vorübergehend festgenommen. Nach der Unterzeichnung des Abkommens wurden das Haus von Tomás Ustate und weitere leer stehende Häuser durch Bulldozer zerstört.

Die ask! wird die Familie weiter begleiten und vertieft über diesen Vorfall und die Hintergründe berichten.

Internationales Communiqué Spanisch

Internationales Communiqué Englisch

Communiqué des Gemeinschaftsrates von Roche

Aktuell

08.12.2016


Spenden an die ask!

Wir leisten unsere Arbeit für die kolumbianische Zivilgesellschaft mit viel Herzblut. Um unsere Kosten zu decken, sind wir auf Spenden angewiesen.

Wir freuen uns entsprechend über eine Spende auf:
PC-Konto 60-186321-2
(
IBAN CH33 0900 0000 6018 6321 2)

26.10.2016

Dezalé - Café de origen

Foto: Christian Reichenbach

Im Hochland von Inzá (Cauca) produzieren kleine Familienbetriebe in ökologisch wertvollen Mischkulturen ein sortenreinen Spezialitätenkaffee. "Dezalé - Café de origen". Dieser wird ohne Zwischenhandel, direkt und exklusiv an acht ausgewählte Röstereien in der Schweiz exportiert. Der stolze Bauer erhält dadurch ca. 150 -170 % des aktuellen Marktpreises. Fairer als Fairtrade! "Dezalé" wurde als Kooperative im Jahr 2001 von Hansruedi Auer-Lopéz gegründet. Heute sind 45 Familienbetriebe am sozialen Projekt beteiligt.

Es sind 8 Röstereien in der Schweiz, die exklusiv den Dezalé-Kaffee rösten und verkaufen:

www.diamantkaffee.ch

www.hosennen-kaffee.ch

www.kuengkaffee.ch

www.kaffee-knubel.ch

www.cafedumonde.ch

www.lacolumbiana.ch

www.spielhofkaffee.ch

www.oetterlikaffee.ch

Weitere Informationen direkt bei: dezalecafe@remove-this.yahoo.com