02.11.2018

El Cerrejón: Der Kampf der Afros und Indigenen um sauberes Wasser und gesicherte Lebensgrundlagen - Interview mit Samuel Arregocés, Gemeindesprecher von Tabaco, und Jenny Ortiz, CINEP

02.11.2018 | Von Stephan Suhner

Samuel, du warst im vergangenen Jahr an der Umweltstudie von Indepaz beteiligt. Was ist die Bedeutung dieser Studie?

Samuel: Wir konnten in verschiedenen Punkten nachweisen, dass die Messungen der Umweltverschmutzung durch das Unternehmen ungenau oder lückenhaft waren. Staatliche Messungen weisen häufig höhere Schadstoffkonzentrationen auf als die von Cerrejón. Zudem konnten wir feststellen, dass einige Messstationen gar nicht oder nur zu gewissen Zeiten funktionieren. Wir konnten in verschiedenen Bereichen die Kausalität zwischen Bergbau und Umweltverschmutzung, z.B. des Wassers mit Schwermetallen, belegen und haben Hinweise darauf gewonnen, wie diese Verschmutzung unsere Gesundheit beeinflusst. Wir stellten beispielsweise fest, dass aus den Abraumhalden viele Giftstoffe ausgeschwemmt werden, oder dass die Sprengungen dazu führen, dass kontaminiertes Wasser bis auf das Niveau des Grundwassers sickert. Auch haben wir neue Probleme festgestellt, für die es keine Regulierung gibt, z.B. die starke Schadstoffbelastung der Flusssedimente. Cerrejón hat ja immer bestritten, dass die Mine Umweltverschmutzung verursacht, nun haben wir erstmals Beweise in der Hand, dass sie tatsächlich die Umwelt verschmutzt.

Jenny, wie beurteilst du die Bedeutung dieser Studie, und macht das CINEP eine vergleichbare Arbeit?

Jenny: Die Studie von Indepaz ist ein wichtiger Schritt vorwärts, ist aber noch lückenhaft, da sie nicht Zugang zu allen Daten und an vielen Stellen auch keinen Zugang zum Fluss hatten. Insbesondere der Einfluss des Kohleabbaus und der Verschmutzung auf die neuen Krankheitsbilder ist noch zu wenig geklärt. In Bezug auf die Minenarbeiter ist man etwas weiter, in wenigen Tagen wird eine Studie dazu präsentiert. Wir haben in der Schweiz verschiedene Termine mit Professoren und Studenten, die Umweltmonitoring und Forschung zu den Zusammenhängen machen. Da erhoffen wir uns neue Methoden, Austauschstudenten und Unterstützung für neue Studien.

Ganzes Interview lesen

Aktuell

22.08.2019

Ask!: Seit 31 Jahren im Dienst von Frieden und Menschenrechten

Seit 1987 setzt sich die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien ask! als Stimme der kolumbianischen Zivilgesellschaft für Frieden und Menschenrechte ein.

2018 organisierte sie dazu öffentliche Veranstaltungen zu den Wahlen in Kolumbien, zum Kokaanbau und dem Drogenkrieg, zu den Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen in Kolumbien.

Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

Auch für 2019 haben wir wieder einiges geplant. Veranstaltungen zu Frieden und Menschenrechten, eine neue Kampagne und eine neue Webseite. Damit wir unsere Pläne realisieren können, sind wir auf unsere grosszügigen UnterstützerInnen angewiesen. Danke für Ihre Treue!

Mitglied der ask! werden und/oder an die ask! spenden oder einfach eine Spende an das Postkonto der ask! IBAN CH33 0900 0000 6018 6321 2 überweisen.