Bergbau in Kolumbien

Kolumbien ist ein an Bodenschätzen reiches Land, neben Erdöl und Kohle werden heute v.a. Gold und Nickel gefördert, sowie Smaragde. Kolumbien verfügt aber auch über aussichtsreiche Vorkommen an Kupfer, Silber, Molybdän, Magnesium, Blei, Titan, Koltan usw. Der rasche Ausbau des Bergbaus führte in den vergangenen Jahren zu vielen Konflikten und Menschenrechtsverletzungen. Gemeinden und Regionen mit Rohstoffvorkommen sind überdurchschnittlich vom bewaffneten Konflikt und von Menschenrechtsverletzungen betroffen. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen gegenwärtig mehrere Goldprojekte im Tagebau: die kanadische Greystar hat im Páramo (Hochmoor) Santúrban in Santander eine Abbaulizenz erhalten, obwohl die gültige Gesetzgebung Bergbau in geschützten Ökosystemen verbietet; Anglo Gold versucht in Cajamarca, Tolima, ein riesiges Goldprojekt gegen den Widerstand der Bevölkerung durchzusetzen.

Der Bergbausektor erfuhr im letzten Jahrzehnt einen massiven Umbruch: die staatlichen Bergbaukonzerne wurden privatisiert, die Kontrollbehörden geschwächt und die Gesetzgebung einseitig zu Gunsten der Konzerne geändert. Der Staat ist kaum in der Lage oder Willens, die Einhaltung der Umweltgesetzgebung, der Sicherheitsvorschriften oder der Schutzmechanismen für indigenen und afrokolumbiansche Gemeinschaften zu kontrollieren. Bergbau generiert kaum regionale Entwicklung, sondern mangels lokaler Planungskapazitäten soziale Verwerfungen und wegen den Steuergeldern Korruption. Deshalb lehnen heute immer mehr soziale Sektoren und lokale Gemeinschaften den Bergbau insgesamt ab.               

04.08.2009 | Stephan Suhner

Bergbau in Kolumbien - zweifelhafter Nutzen und schwere Menschenrechtsverletzungen

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24.06.2011

Korruptionsskandal bei der Bergbaubehörde INGEOMINAS

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30.05.2011

Historisches Urteil – Verfassungsgericht stärkt indigene Rechte auf ihre Kultur und ihr Territorium

Am 3. März 2011 hat das Verfassungsgericht eine Tutela (Verfassungsklage wegen Verletz...

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30.05.2011

Bergbaugesetz wegen fehlender Anhörung der ethnischen Minderheiten für ungültig erklärt

Das neue Bergbaugesetz von 2010 (Código Minero, Gesetz 1382 von 2010) wurde vom Verfassungsgericht für ungültig erklärt, weil die dadurch betroffenen ethnischen Minderheiten bei der Ausformulierung des Gesetzes nicht konsultiert wurden. Gegen die aus...

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01.05.2011

Verfassungsgericht stoppt Bergbauprojekt

Das kolumbianische Verfassungsgericht hat Lizenzen für den Abbau von Bodenschätzen auf dem Gebiet der afrokolumbianischen Gemeinde La Toma in der Region Cauca für ungültig erklärt. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die freie, vorh...

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Im Rohstoffrausch – Wie die EU-Handelspolitik Entwicklung untergräbt

„Während der Kolonialzeit missbrauchten die Europäer unsere Länder, um ihren Rohstoffbedarf zu decken. Die gleiche Strategie wird nun unter einem anderen Namen verfolgt: Die Rohstoffinitiative.“ erklärt Meena Raman (Third World Network und Friends...

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07.07.2010 | Stephan Suhner

Problematische Kohlengewinnung im Departement Antioquia

Antioquia ist ein Departement, das ebenfalls reich an Kohle ist. Es gibt dort bisher keinen Tagbau, sondern Abbau in Stollen. Nebst einigen relativ grossen, legalen Minen, gibt es viele kleine, illegale Minen. Das Zentrum liegt im Flussbecken des Sin...

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21.06.2010 | Sylvia Meyer

Kolumbien im Visier bei der Jagd nach Gold

Junior-Goldunternehmen aus Kanada investieren verstärkt in Kolumbien. Der steigende Goldpreis schürt Hoffnungen auf ein neues Eldorado. So genannte greenfield discoveries zeigen, dass der Goldrausch in Kolumbien noch lange nicht beendet ist. Leidtrag...

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18.04.2010 | Stephan Suhner

Schweres Massaker erschüttert den Cauca

Am 7. April 2010 wurden in der Gemeinde Suarez im Nordwesten des Departements Cauca acht unabhängige Godschürfer, die mit einfachen Mitteln Gold gewannen, ermordet. Die Afrokolumbianer wurden gemäss Aussagen eines Überlebenden von Männern in Tarnunif...

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26.02.2010

Militär in Kolumbien will mit Bombenangriff Embera Indianer vertreiben

Bei einem Bombenangriff des kolumbianischen Militärs wurden Jose Nerito Rubiano, Martha Ligia Bailarin, Yobani Bailarin und Celina Bailarin sowie ein wenige Tage altes Baby schwer verletzt. 19 Tage später verstarb das Kind. General Hernan Giraldo, Ko...

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03.02.2009 | Stephan Suhner

Ein Bergbauprojekt droht den heiligen Berg der Emberas zu zerstören

Seit einigen Jahren hat das Unternehmen Muriel Mining aus Colorado, USA, Interesse an Mineralienvorkommen am heiligen Berg der Embera Indigenen am Oberlauf des Flusses Jiguamiandó. Es handelt sich um Gold-, Kupfer und Molybdänvorkommen zwischen den D...

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Gegenwärtige Auseinandersetzungen um den Bergbau in Lateinamerika

Am 8. Oktober erschien die ila 329 (Oktober) mit dem Schwerpunkt Bergbau. In einem Mix aus Länderanalysen und übergreifenden Beiträgen wird darin über die gegenwärtigen Auseinandersetzungen um den Bergbau in Lateinamerika berichtet. Im Einleitungsbei...

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Aktuell

Kampagne "Recht ohne Grenzen"

http://www.rechtohnegrenzen.ch/de/

Bundesrat und Parlament sollen mit klaren Regeln sicherstellen, dass Firmen mit Sitz in der Schweiz weltweit die Menschenrechte und Umweltstandards einhalten. Das fordern rund 50 Organisationen in einer gemeinsamen Kampagne „Recht ohne Grenzen“.