Umwelt und Klimawandel

Kolumbien mit seiner reichen Biodiversität dürfte vom Klimawandel stark betroffen sein: Experten gehen davon aus, dass die Temperaturen um 2 bis 4 Grad steigen werden und 50% der Landesfläche gegenüber dem Klimawandel verletzlich ist. Das karibische Tiefland dürfte beinahe unbewohnbar werden und unter grossem Wassermangel leiden. Medellín, die Stadt des ewigen Frühlings, weisst immer häufiger Temperaturen von rund 35 Grad auf. Auf dem Stadtgebiet von Bogotá, im Páramo Sumapaz auf 4000 m.ü.M. gab es vor 100 Jahren noch Reste eines Gletschers, heute liegt die Schneegrenze auf über 4800 m.ü.M. Im März 2010 schrieben wir im Monatsbericht von grosser Trockenheit, verendetem Vieh und Ernteausfällen, seit Juli 2010 litt Kolumbien dann unter dem gegenteiligen Phänomen, La Ñiña führte zu den schwersten Überschwemmungen seit Menschengedenken.

Obwohl Kolumbien in den letzten Jahren z.B. im Verkehrsbereich Fortschritte gemacht hat (Metros, Schnellbussysteme) ist die Luftqualität in vielen Städten immer noch sehr schlecht, und viele Flüsse sind eine Kloake. Kleine Lichtblicke wie die Umweltsanierung des Flusses Medellín oder gewisse Aufforstungsprojekte dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass es der Umwelt insgesamt noch immer sehr schlecht geht und die Umweltpolitik einen schweren Stand hat.

 

21.12.2009 | von Reto Sonderegger

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