05/23/18

Ciénaga de la Zapatosa erhält Ramsar Schutzstatus

23.05.2018 | von Stephan Suhner

Rettung für bedrohten Flachsee, der unter Verschmutzung, Sedimentierung und Übernutzung leidet

Die Ciénaga de la Zapatosa[1] wurde im April 2018 zum Ramsar[2] Schutzgebiet erklärt. 123‘624 Hektaren werden so im Departement Cesar geschützt. Insgesamt umfassen die Ramsar Schutzgebiete Kolumbiens 1‘169‘849 Hektaren. Die Cienaga de la Zapatosa umfasst die Gemeinden Chimichagua, Curumaní, Tamalameque im Cesar und El Banco im Departement Magdalena. Es handelt sich um das zehnte Ramsar Schutzgebiet Kolumbiens. Umweltminister Murillo betonte, die Regierung Santos nehme den Schutz strategischer Ökosysteme ernst. Das Ziel für 2018 sei es, zwölf Ramsar Schutzgebiete ausgewiesen und damit 2 Millionen Hektaren Feuchtgebiete geschützt zu haben.[3]

Die Ciénaga de la Zapatosa ist das grösste Süsswasserfeuchtgebiet Kolumbiens, mit einer Ausdehnung von 30-40‘000 Hektaren in der Trockenzeit und 70‘000 Hektaren in der Regenzeit. Die Ciénaga ist für den Ausgleich des Pegelstandes des Magdalenaflusses bei Hochwasser wichtig. Die Ciénaga grenzt an weitere wichtige Systeme für den Umweltschutz in Nordkolumbien, so die Serranía del Perijá, das Tal des Cesarflusses und den Magdalenafluss. Zudem verfügt die Ciénaga über eine grosse Biodiversität, mit rund 500 Arten von Gefässpflanzen[4], 45 Fischarten und 30 Säugetierarten, und ist für Zugvögel wichtig.

Die Ramsar Konvention wurde 1975 verabschiedet um weltweit Feuchtgebiete rational und nachhaltig zu nutzen und zu schützen, durch lokale und nationale Massnahmen und durch internationale Zusammenarbeit. Kolumbien erhofft sich denn auch internationale finanzielle Unterstützung für seine Ramsar-Feuchtgebiete. Diese Mittel sollen dem Schutz und der Wiederaufforstung dienen. Entschädigt werden soll Kolumbien auch für die erbrachten Umweltdienstleistungen der Schutzgebiete[5]

Der Schutz der Ciénaga ist wichtig, denn ihr Zustand hat sich kontinuierlich verschlechtert und ist heute der kritischste der Feuchtgebiete der Karibikregion. Zu schaffen macht der Ciénaga vor allem die Verschmutzung und die Übernutzung der natürlichen Ressourcen. Die Ciénaga beginnt zu sedimentieren, an vielen Stellen nimmt die Tiefe ab. Zudem gibt es invasive Pflanzen wie die Wasserhyazinthe (tarulla), die grosse Wasserflächen bedeckt und wenn sie abstirbt das Wasser belastet, oder Tiere wie der Olivenschaber (pato yuyo), eine Kormoranart, die sich extrem vermehrt und viele Krebse und Jungfische verzehrt. Der Fischreichtum ist auch ein wirtschaftlicher Faktor und sollte geschützt werden. Die Ciénaga ist aber stark überfischt. Wurde früher mit traditionellen Netzen, den Atarrayas, gefischt, werden heute Netze verwendet, die viel effizienter sind, aber auch viel zu kleine Fische mitfangen. Viele Bewohner haben keine alternativen Einkommensmöglichkeiten als den Fischfang, weshalb sich die Situation trotz dem Aussetzen von Millionen von Brütlingen nicht verbessert.[6]

Sorge bereitet die Verschmutzung des Zuflusses Río Cesar auf Grund des Bergbaus in Cesar.[7] Der Bergbau hat einen starken Einfluss auf den Zustand des Río Cesar und damit auf die Ciénaga de la Zapatosa. Der Fluss kommt stark verschmutzt von Valledupar nach El Paso und La Jagua de Ibirico. Dort nimmt er Kohlesedimente und verschmutztes Abwasser aus den Minen auf den weiteren Lauf mit. Verschiedene Zuflüsse des Río Cesar führen heute weniger Wasser, nebst klimatischen Effekten vor allem wegen Bewässerung und dem Kohlebergbau. Zudem ist das Wasser von Flüssen wie dem Tucuy oder dem Calenturitas stark mineralisiert und hat zu hohe Konzentrationen z.B. von Eisen, Nitrat und Mangan. Eine Studie der Universidad del Magdalena hat gezeigt dass der Fluss Calenturitas bei El Hatillo und bei Palmagro die höchsten gemessenen Eisenkonzentrationen aufweist.[8] Da die Zuflüsse weniger Wasser führen und die Verschmutzung zunimmt, verstärken sich die Probleme gegenseitig.

2017 hat das Umweltministerium zu handeln begonnen und ein hochrangiges Komitee mit Vertretern unter anderem des Landwirtschaftsministeriums und der lokalen Umweltgebietskörperschaft Corpocesar geschaffen. Nötig ist vor allem, die Abwässer die in den Río Cesar gelangen zu reinigen, und die Bautätigkeit und Infrastrukturprojekte im Einflussgebiet zu beschränken. Unter anderem soll die Verschmutzung des Flusses durch den Bergbau im Cesar massiv reduziert werden. Umweltminister Murillo gibt sich optimistisch, dass die Rettung der Ciénaga de la Zapatosa gelinge und verweist auf die erfolgreiche Sanierung der Ciénaga Grande von Santa Marta.[9]

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[1] https://es.wikipedia.org/wiki/Ci%C3%A9naga_de_Zapatosa

[2] https://www.ramsar.org/

[3] El Espectador, Colombia tiene un décimo sitio Ramsar: La Ciénaga de la Zapatosa, 21. April 2018, in: https://www.elespectador.com/noticias/medio-ambiente/colombia-tiene-un-decimo-sitio-ramsar-la-cienaga-de-zapatosa-articulo-751420

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Gef%C3%A4%C3%9Fpflanzen

[5] El Espectador, Ciénaga de Zapatosa, en Cesar, podría tener protección de carácter internacional, 28. November 2017, in: https://www.elespectador.com/noticias/medio-ambiente/cienaga-de-zapatosa-en-cesar-podria-tener-proteccion-de-caracter-internacional-articulo-725534

[6] El Pilón, La nociva llegada del Río Cesar a la Ciénaga La Zapatosa, 27. Oktober 2016, in: http://elpilon.com.co/la-nociva-llegada-del-rio-cesar-la-cienaga-zapatosa/

[7] Periodico El Campesino, Recuperación de la Ciénaga de la Zapatosa, 24. April 2’17, in: http://www.elcampesino.co/recuperacion-la-cienaga-del-zapatosa/

[8] El Pilón, Desaparece el agua en la zona minera del Cesar, 30. Oktober 2015, in: http://elpilon.com.co/desaparece-el-agua-en-la-zona-minera-del-cesar/

[9] Radio Caracol, Empezará la recuperación ambiental de la Ciénaga de la Zapatosa, 21. April 2017, in: http://caracol.com.co/radio/2017/04/21/regional/1492779489_992997.html

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26.10.2016

Dezalé - Café de origen

Foto: Christian Reichenbach

Im Hochland von Inzá (Cauca) produzieren kleine Familienbetriebe in ökologisch wertvollen Mischkulturen ein sortenreinen Spezialitätenkaffee. "Dezalé - Café de origen". Dieser wird ohne Zwischenhandel, direkt und exklusiv an acht ausgewählte Röstereien in der Schweiz exportiert. Der stolze Bauer erhält dadurch ca. 150 -170 % des aktuellen Marktpreises. Fairer als Fairtrade! "Dezalé" wurde als Kooperative im Jahr 2001 von Hansruedi Auer-Lopéz gegründet. Heute sind 45 Familienbetriebe am sozialen Projekt beteiligt.

Es sind 8 Röstereien in der Schweiz, die exklusiv den Dezalé-Kaffee rösten und verkaufen:

www.diamantkaffee.ch

www.hosennen-kaffee.ch

www.kuengkaffee.ch

www.kaffee-knubel.ch

www.cafedumonde.ch

www.lacolumbiana.ch

www.spielhofkaffee.ch

www.oetterlikaffee.ch

Weitere Informationen direkt bei: dezalecafe@remove-this.yahoo.com