27.06.2013

Gewaltsame Repression bei Bauernprotesten im Catatumbo

27.06.2013

Seit einer Woche gehen Polizei und Militär mit massiver Gewalt gegen Tausende von demonstrierenden Bauern im Catatumbo, im Nordosten Kolumbiens, vor. Nationale Menschenrechtsorganisationen berichten, dass die Auseinandersetzungen nebst unzähligen Verletzten und Verhafteten mindestens vier Todesopfer gefordert haben. Die Aussagen von Präsident Santos, dass die Demonstrationen von der Guerilla infiltriert seien, tragen zusätzlich zur kritischen Sicherheitslage bei. Die Bauern befinden sich seit dem 12. Juni auf der Strasse zwischen Tibú und Ocaña, um sich für die Gründung von Zonas de reserva campesina (geschütze Zone für Bauern) sowie den sukzessiven Ersatz des illegalen Koka-Anbaus durch nachhaltige produktive Projekte einzusetzen.[1]

In einer Pressemitteilung vom 27. Juni 2013 ruft OIDHACO, eine Plattform von 35 europäischen Organisationen zu der auch die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien zählt, die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf. Seit dem 16. Juni hat sich eine Untersuchungskommission, zusammengesetzt aus nationalen und internationalen Menschenrechts-, Studenten- und Bauernorganisationen und Medienschaffenden vor Ort begeben um die gravierenden Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. Dabei haben die Streitkräfte auch schon das Feuer auf die Kommission eröffnet. OIDHACO verurteilt diese Gewaltanwendung und unterstützt die Arbeit der Untersuchungskommission.

Die Koalition fordert von den kolumbianischen Behörden, umgehend die Gewalt gegen die Demonstranten einzustellen, deren Leben und Schutz zu garantieren und die Demonstrierenden nicht als Guerilla zu diffamieren. Das gewaltsame Vorgehen des Staates muss rechtlich untersucht und verfolgt werden. Zudem ruft OIDHACO die Europäische Union, Norwegen und die Schweiz dazu auf, die Geschehnisse öffentlich zu verurteilen.

Spanische Pressemitteilung von OIDHACO

Englische Pressemitteilung von OIDHACO


[1] Portal amerika21, Kolumbien: Erneut Tote und Verletzte bei Bauernprotesten, 27.6.2013, http://amerika21.de/2013/06/83431/dialog-ohne-bedingungen

Aktuell

21.12.2018

Ask!: Seit 31 Jahren im Dienst von Frieden und Menschenrechten

Seit 1987 setzt sich die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien ask! als Stimme der kolumbianischen Zivilgesellschaft für Frieden und Menschenrechte ein.

2018 organisierte sie dazu öffentliche Veranstaltungen zu den Wahlen in Kolumbien, zum Kokaanbau und dem Drogenkrieg, zu den Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen in Kolumbien.

Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

Auch für 2019 haben wir wieder einiges geplant. Veranstaltungen zu Frieden und Menschenrechten, eine neue Kampagne und eine neue Webseite. Damit wir unsere Pläne realisieren können, sind wir auf unsere grosszügigen UnterstützerInnen angewiesen. Danke für Ihre Treue!

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