30.10.2011

Eröffnung des Nationalen Kongresses über Land, Territorium und Souveränität in Cali

30.10.2011 | von Dominique Rothen

Nach monatelangen Vorarbeiten begann am Freitag 30. September 2011 in Cali der Nationale Kongress Land, Territorium und Souveränität. Schon am Freitag waren aus fast allen Landesgegenden gegen 12‘000 Personen angereist, für den Samstag 1. Oktober wurden noch mehr Delegationen erwartet. Der Kongress dauert bis am 3. Oktober, am 4. Oktober erfolgt ein Marsch nach Cajamarca, wo die Beschlüsse des Kongresses veröffentlich werden. In Cajamarca, Tolima, plant Anglo Gold Ashanti eine der weltweit grössten Goldminen, La Colosa.

Der Kongress versteht sich als Ort des Widerstandes und der Konstruktion von Alternativen zum herrschenden Modell unter der Regierung Santos. Trotz gewisser Ankündigungen der Regierung Santos hat sich die Menschenrechtssituation im letzten Jahr nicht verbessert, wie die Nationale Opfervereinigung MOVICE anklagt. Die Gesetzesinitiativen wie das Opfer- und Landrückgabegesetz bleiben weit hinter den Erwartungen der Betroffenen zurück, die Landrückgabe ertrinkt im Blut ermordeter Kleinbauernführer und die Entwicklungslokomotive Bergbau verschärft die Konflikte um Territorium und Ressourcenzugang. Zudem stellt sich der Kongress gegen weitere Gesetzesprojekte wie das Ländliche Entwicklungsgesetz und das sich in Beratung befindende neue Bergbaugesetz.

Der Kongress wird einerseits inhaltlich und andererseits regional strukturiert arbeiten. Die sieben thematischen Arbeitsfelder sind: 1) Land: Besitz, Vertreibung, Enteignung, Verwendung, Rückgabe, Rückeroberung und Rückkehr; 2) Bergbau und Energie, Megaprojekte, Agrotreibstoffe und Agroindustrie; 3) Wasser und Gewässer, Meer- und Tiefseegebiete, Flüsse und Feuchtgebiete; 4) Traditionelles Wissen, Kultur und Identität; 5) Kleinbäuerliche Wirtschaft, Selbstversorgung, Ernährungssouveränität, Saatgutproduktion und – Tausch, alternativen zum herrschenden Wirtschaftsmodell; 6) Urbane Territorien; 7) Krieg und bewaffneter Konflikt

Von den verschiedenen vertretenen geographischen Regionen her wird ein Nationaler Aktionsplan erarbeitet, der auf den verschiedenen bisher verabschiedeten Mandaten und Alternativen basiert: Mandato Agrario, Alternativer Kataster, Campesino – Vorschlag für eine Agrarreform, etc.

Weitere Informationen zum Kongress finden sich unter folgenden Links:

http://congresodelospueblos.org/sitio/index.php?option=com_content&view=article&id=131:llamamiento&catid=1:latest-news

http://notiagen.wordpress.com/2011/09/30/inicia-el-congreso-nacional-de-tierras-territorios-y-soberania-en-cali/

http://www.pazdesdelabase.org/index.php?option=com_content&view=article&id=854:inicio-el-congreso-nacional-de-tierras&catid=6:otros&Itemid=3

Die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien wird weiter über den Kongress und dessen Resultate berichten.

Aktuell

21.12.2018

Ask!: Seit 31 Jahren im Dienst von Frieden und Menschenrechten

Seit 1987 setzt sich die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien ask! als Stimme der kolumbianischen Zivilgesellschaft für Frieden und Menschenrechte ein.

2018 organisierte sie dazu öffentliche Veranstaltungen zu den Wahlen in Kolumbien, zum Kokaanbau und dem Drogenkrieg, zu den Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen in Kolumbien.

Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

Auch für 2019 haben wir wieder einiges geplant. Veranstaltungen zu Frieden und Menschenrechten, eine neue Kampagne und eine neue Webseite. Damit wir unsere Pläne realisieren können, sind wir auf unsere grosszügigen UnterstützerInnen angewiesen. Danke für Ihre Treue!

Mitglied der ask! werden und/oder an die ask! spenden oder einfach eine Spende an das Postkonto der ask! IBAN CH33 0900 0000 6018 6321 2 überweisen.