02.04.2011

Rückkehr der Gemeinschaft nach Las Pavas steht bevor

02.04.2011

Am Montag, 4. April 2011 findet nun definitiv die Rückkehr der in ASOCAB organisierten Kleinbauern auf die Finca Las Pavas statt. Die Gemeinschaft hatte das Datum mehrmals verschoben, dies um sich einerseits besser vorzubereiten, andererseits aber auch, um die Resultate einer Begehung des Landwirtschaftsministeriums abzuwarten. Die Gemeinschaft ist von den Vorschlägen des Landwirtschaftsministeriums enttäuscht, da dieses keine wirklich umfassende Landrückgabe vorsieht. Derweil sind drei Führungspersonen der ASOCAB wegen Besetzung von fremdem Besitz angeklagt.

Der Anwalt des Konsortiums El Labrador (CI Tequendama und Aportes San Isidro) hat Strafanzeige gegen die drei Führungspersonen der ASOCAB   Eliud Alvear Cumplido, Etni Torres Moreno und Misael Payares eingereicht wegen Invasion und widerrechtlicher Besetzung von fremdem Besitz. Misael Payares sieht sich einer weiteren Anzeige wegen Verleumdung gegenüber, eingereicht durch Mario Marmol Montero, der von der Gemeinschaft klar als Mitglied des paramilitärischen Bloque Central Bolivar identifiziert wird und an der Vertreibung der Gemeinschaft 2003 beteiligt war. Die drei Führungspersonen mussten sich am 30 März 2011 bei der lokalen Staatsanwaltschaft Nr. 39 in San Martin de Loba verantworten. Sie wurden dabei durch 50 Gemeinschaftsmitglieder begleitet. Diese Strafanzeigen haben ganz offensichtlich zum Ziel, die Gemeinschaft einzuschüchtern und weiter zu spalten und es ist eine Gegenstrategie, um der Gemeinschaft jegliche Rechte und Legitimität abzusprechen. Einmal mehr wird versucht, die Opfer zu Täter zu machen, der Anwalt von Mario Marmol macht Misael Payares und ASOCAB dafür verantwortlich, sollte Mario Marmol was zustossen.

Das Landwirtschaftsministerium hat den Fall Las Pavas und die Gemeinschaft der ASOCAB schon letztes Jahr in einen Plan de Choque aufgenommen, was Hoffnung auf eine rasche Lösung und Rückgabe des Landes aufkommen liess. Die Campesinos der ASOCAB sehen sich in dieser Hoffnung vorerst enttäuscht. Zwei Beamte des Landwirtschaftsministeriums, Andrés Bernal und Jennifer Mojica, hatten die Gemeinschaft am 25. März besucht, und die Pläne der Regierung für diesen Fall vorgestellt. Er sieht die Rückführung von Staatsland an die Bauern vor, nicht jedoch das Land, das zur Fincas Las Pavas gehört. Zudem schlägt das Ministerium eine Art Pachtvertrag zwischen dem Konsortium respektive zwischen Daabon und dem Herrn Macias einerseits, und den Kleinbauern der ASOCAB andererseits vor. Die Unternehmen sollten dabei den Kleinbauern eine Teil des Landes als Leihgabe übergeben, Land auf das die Bauern einen konkreten Rechtsanspruch geltend machen und das sich die Unternehmen u.a. unter Ausnutzung paramilitärischer Gewalt angeeignet hatten. Diese Vorschläge des Ministeriums scheinen den Unternehmen des Konsortiums entgegen zu kommen, versuchen diese doch auch, Mitglieder der ASOCAB auf ihre Seite zu ziehen und bieten ihnen 100 Hektaren für ein Projekt zur Ernährungsautonomie an. ASOCAB lehnt diese Vorschläge des Landwirtschaftsministeriums und diese unvollständige Restitution entschieden ab. Sie fordern ihre Anerkennung als vertriebene Bevölkerung, die Rückgabe ihres (Land-)Besitzes, die Einstellung der Strafuntersuchungen gegen ihre Führungspersonen und vielmehr Untersuchungen über die Machenschaften, die zum Landraub durch die Palmenunternehmen führten.

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