05/02/11

Gemeinschaft von Las Pavas ist auf die Hacienda zurückgekehrt!

02.05.2011

In den frühen Morgenstunden des 4. April 2011 sind 80 Personen der Gemeinschaft von Las Pavas wieder auf die Hacienda zurückgekehrt. Die Rückkehr verlief bisher friedlich, es gab glücklicherweise noch keine gravierenden Zwischenfälle. Die befürchteten gewaltsamen Aktionen der Polizei oder der immer noch in der Region aktiven Paramilitärs fanden nicht statt. Die Kleinbauern der ASOCAB wurden von verschiedenen NGOs – darunter auch aus der Schweiz – begleitet, sowie von 40 Mitgliedern der guardia indígena

Ein ernstzunehmender Zwischenfall ereignete sich am 13. April: zwei angebliche Funktionäre der Staatsanwaltschaft Nr. 30 von San Martín de Loba erschienen in Las Pavas und begannen, ohne sich ausgewiesen zu haben, sämtliche anwesenden Personen zu fotografieren. Die beiden Beamten erklärten, dies diene dazu, alle an der illegalen Besetzung beteiligten Personen anzuklagen. ASOCAB und die Begleitorganisationen machen sich nun berechtigte Sorgen um die Sicherheit aller Familien und insbesondere der Führungspersonen von ASOCAB. Die Tatsache, dass der Justizapparat immer noch extrem politisiert und einseitig ausgerichtet ist, bereitet Sorge: seit Monaten wenn nicht gar Jahren liegen verschiedene Klagen der ASOCAB über Gewaltakte, die sie erfahren haben - beispielsweise die Vertreibungen an denen der Paramilitär Mario Marmol beteiligt war - bei der Fiscalía Nr. 39, ohne dass diese etwas unternommen hätte. Sobald aber der Anwalt des Konsortiums El Labrador gegen die Führungspersonen der ASOCAB Anzeige wegen angeblicher illegaler Besetzung von Privatbesitz einreicht, handelt dieselbe Staatsanwaltschaft augenblicklich.

Weiterhin ist die vollumfängliche Restitution nicht in Sicht. Dank den sie begleitenden Anwälten hat ASOCAB aber einen wichtigen Schritt erreicht: Las Pavas wurde im staatlichen Einheitsregister für verlassenes Land wegen Gewalteinwirkung (RUPTA) registriert. Dies ist der amtliche Beweis dafür, dass die Campesinos von Las Pavas vertrieben worden waren, etwas, was die Unternehmen immer verneint hatten. Das belegt auch, dass die Campesinos legitime Ansprüche auf das Land haben und dieses jetzt z.B. durch die Unternehmen nicht mehr weiter verkauft werden darf. Trotzdem hat nun CI Tequendama (Daabon) wie im Oktober 2010 angekündigt den Verkauf ihres Anteils an Las Pavas an Aportes San Isidro, dem zweiten Teilhaber des Konsortiums El Labrador, weitergetrieben und den Verkauf im Grundbuch registrieren lassen. Noch fehlt der endgültige Eintrag, der, wie gesagt, gar nicht möglich sein sollte. Doch Daabon wäscht nun seine Hände in Unschuld. Auch für die europäischen Zertifizierer und Biohersteller scheint der Fall damit erledigt, da sich Daabon des leidigen Problems entledigt habe. Dass aber die Kleinbauern weiterhin auf die Rückgabe des Landes warten und der ihnen angetane Schaden in keiner Art und Weise wieder gut gemacht wurde, geht dabei geflissentlich vergessen.

Der juristische Kampf der Kleinbauerngemeinschaft geht derweil weiter: am 18. April beantragten sie mit einer Eingabe beim Landwirtschaftsminister  Restrepo den Widerruf der Verfügung, mit der die von ASOCAB beantragte Besitzrechtserlöschung abgelehnt wurde. Hintergrund für die Eingabe ist die Anerkennung des Landwirtschaftsministers, dass den Bauern wegen behördlichem Schlendrian und institutionellen Reformen zwar Unrecht geschehen sei, dass die Handlungen des Incoder juristisch gesehen aber nicht mehr rückgängig gemacht werden könnten. Da diese Amtshandlungen des Incoder jedoch gegen verschiedene Gesetze verstiessen und die Verfassung verletzten, und zudem wesentliche Rechte der Campesinos tangierten, reichten diese die vorliegende Klage ein. Zudem verlangen sie disziplinarische und strafrechtliche Untersuchungen über die Amtshandlungen der damals zuständigen Funktionäre.

Am 17. April wurde dieses Video am Fernsehen in der Sendung Contravía ausgestrahlt. Produziert wurde es durch die Chasquis, die Kommunikationsbegleiter von SUIPPCOL.

http://www.contravia.tv/capitulos/2011/article/retorno-de-campesinos-desplazados

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08.12.2016


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26.10.2016

Dezalé - Café de origen

Foto: Christian Reichenbach

Im Hochland von Inzá (Cauca) produzieren kleine Familienbetriebe in ökologisch wertvollen Mischkulturen ein sortenreinen Spezialitätenkaffee. "Dezalé - Café de origen". Dieser wird ohne Zwischenhandel, direkt und exklusiv an acht ausgewählte Röstereien in der Schweiz exportiert. Der stolze Bauer erhält dadurch ca. 150 -170 % des aktuellen Marktpreises. Fairer als Fairtrade! "Dezalé" wurde als Kooperative im Jahr 2001 von Hansruedi Auer-Lopéz gegründet. Heute sind 45 Familienbetriebe am sozialen Projekt beteiligt.

Es sind 8 Röstereien in der Schweiz, die exklusiv den Dezalé-Kaffee rösten und verkaufen:

www.diamantkaffee.ch

www.hosennen-kaffee.ch

www.kuengkaffee.ch

www.kaffee-knubel.ch

www.cafedumonde.ch

www.lacolumbiana.ch

www.spielhofkaffee.ch

www.oetterlikaffee.ch

Weitere Informationen direkt bei: dezalecafe@remove-this.yahoo.com