11/15/12

Besitzklärungsprozess um Las Pavas zu Gunsten der Kleinbauern abgeschlossen

15.11.2012 | von Ann-Seline Fankhauser

Am 14. November 2012 hat die kolumbianische Landreformbehörde endlich die Klärung der Besitzrechtsverhältnisse der umstrittenen Grundstücke der Hacienda Las Pavas geklärt und das Land definitiv der Kleinbauernvereinigung ASOCAB zugesprochen. Dieses Urteil ist eine Bestätigung für den jahrelangen, friedlichen und juristischen Kampf der  Kleinbauern von Las Pavas um ihr Land, die sämtliche Angriffe, Drohungen und Verleumdungen und viele Monate des Hungers und der Entbehrung dank ihrem starken Glauben und dank der Hoffnung auf den Rechtsstaat überstanden haben. Die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien möchte an dieser Stelle den mutigen Campesinos der ASOCAB ihren Respekt zollen und ihnen aufrichtig zu diesem Erfolg gratulieren.

Nachdem schon im September zehn Parzellen der Finca Las Pavas durch das INCODER als staatliches Brachland deklariert wurden, wurde nun auch bei den restlichen drei Parzellen die Besitzfrage endgültig gelöst. Durch die Deklaration des gesamten Grundstückes Las Pavas als brachliegendes und somit staatliches Land, steht einer Übertragung der Landtitel an die Bauern nichts mehr im Wege, denn staatliches Brachland darf per Gesetz ausschliesslich an Bauern zur Nutzung übertragen, nicht jedoch verkauft werden.[1]

Mit 1290 Hektaren umfassen die Parzellen “Pavas”, “Si Dios Quiere” und “Peñaloza” beinahe die gleiche Fläche wie die zuvor als Brachland deklarierten Flächen und sind für die landwirtschaftliche Nutzung am wertvollsten.[2] Seit 2008 hat die Palmölfirma Aportes San Isidro S.A. denn auch ausschliesslich auf diesen Parzellen Palmen angepflanzt.

Seit dem 10. Oktober fanden erneut Begehungen durch eine Delegation des INCODER im Rahmen des Prozesses zur Besitzrechtserlöschung statt.[3] Die Palmölfirma, die den Besitz über das Grundstück beansprucht und mit allen Mitteln verteidigt, anerkannte weder das Urteil T-267 des Verfassungsgerichtes aus dem Jahre 2011, das die Rechtsansprüche der vertriebenen Kleinbauern auf das Land von Las Pavas provisorisch schützte, noch zeigte sie sich bereit beim Besitzklärungsprozess mitzuwirken. Mit Gewalt, Zerstörung von Ernte und Infrastruktur und Drohungen versuchte die Firma die Kleinbauern einzuschüchtern und sie von der Ausübung ihres Besitzrechtes abzuhalten.

Mit dem Urteil, dass es sich beim gesamten Grundstück Las Pavas um Brachland und somit um Staatsland handelt, wurde der durch das Unternehmen Aportes San Isidro geltend gemachte Privatbesitz definitiv für nichtig erklärt. Die gewaltsam vertriebenen Kleinbauern wurden in ihren Besitzansprüchen bestätigt. Die Rückgewinnung von insgesamt 2661 Hektaren Land durch das INCODER in diesem emblematischen Fall von Vertreibung und Enteignung ist als enorm wichtiges Signal und historisches Urteil im Landrückgabeprozess zu werten. Der Besitzanspruch wurde zu Gunsten der Kleinbauern entschieden worauf nun die Übertragung der Landtitel an die 123 Familien erfolgen kann.

Es ist davon auszugehen, dass das Palmölunternehmen dieses Urteil nicht kampflos hinnehmen wird, umso wichtiger ist es nun, dass die Rechte und die Unversehrtheit der Kleinbauern durch den Staat geschützt und garantiert werden.


[1] amerika21, 03.11.2012, Kolumbien: Bauern erstreiten Landrechte: http://amerika21.de/nachrichten/2012/10/66843/las-pavas-kolumbien

[2] El Tiempo, 14.11. 2012, Incoder terminó la extinción de dominio sobre el predio Las Pavas, http://www.eltiempo.com/justicia/ARTICULO-WEB-NEW_NOTA_INTERIOR-12378182.html , amerika21, 03.11.2012, Kolumbien: Bauern erstreiten Landrechte: http://amerika21.de/nachrichten/2012/10/66843/las-pavas-kolumbien

[3] -,18.10.2012, Se reanuda proceso de extincion de dominio de la hacienda las pavas, http://retornoalaspavas.wordpress.com/2012/10/18/se-reanuda-proceso-de-extincion-de-dominio-de-la-hacienda-las-pavas/#more-1089

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