29.08.2014

Palmölfirma Aportes San Isidro bedrängt weiterhin die Kleinbauern von Las Pavas

29.08.2014 | von Stephan Suhner

In einer öffentlichen Verlautbarung vom 4. August 2014 macht die Vereinigung der Kleinbauern von Buenos Aires ASOCAB weitere Übergriffe des Palmölunternehmens Aportes San Isidro und das mangelnde Engagement der zuständigen staatlichen Behörden bekannt.

Mit der Verfügung Nr. 2284 vom 14. November 2012 hat die Behörde für ländliche Entwicklung, INCODER, festgehalten, dass die Hacienda Las Pavas nicht dem Unternehmen Aportes San Isidro gehört, sondern sich in Staatsbesitz befindet und den Kleinbauern der ASOCAB in ihrer Eigenschaft als Gewaltvertriebene zugeteilt werden kann. Im November 2013 hat die staatliche Opferbehörde (Unidad de Víctimas) die Kleinbauern von Las Pavas offiziell als Gewaltvertriebene anerkannt. Noch 2011 hatte die 5. Staatsanwaltschaft in Cartagena festgehalten, dass es sich bei ASOCAB um falsche Vertriebene handle. Nach einer zweijährigen Untersuchung hat die Unidad de Victimas    

Das Unternehmen Aportes San Isidro verkennt aber die Anordnungen des kolumbianischen Justizsystems und bedrängt die Bauerngemeinschaft ASOCAB auf vielfältige Weise: physische und verbale Aggressionen, Abbrennen der Hütten, Zerstörung der Pflanzungen, Schussabgaben, Todesdrohungen, Androhung von Vergewaltigung gegen Frauen und Mädchen der Gemeinschaft, Sperrung der öffentlichen Strasse und Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Bevölkerung. Ebenso hat  Aportes San Isidro wiederholt Flächen, die die Kleinbauern für den Anbau von Lebensmitteln vorgesehen hatten, sofort mit Ölpalmen bepflanzt.       

Im Juli 2014 hat das Unternehmen schlussendlich eine Erschliessungsstrasse auf der Hacienda gebaut, um den Palmanbau auf der ganzen Fläche zu erleichtern. Zudem hat es zwei grosse Unterkünfte errichtet, wo das Unternehmen andere Kleinbauernfamilien und Opfer der Region unterbringen und so Konflikte zwischen verschiedenen Kleinbauern- und Opfergruppen schüren will.   

Zu all diesen Übergriffen kommen die fehlenden Garantien seitens des Staats dazu, darunter ineffiziente Schutzmechanismen, Strafuntersuchungen die nicht vorwärtskommen und dadurch die Straflosigkeit der Übergriffe des Unternehmens fortschreiben und zu weiteren Verletzungen der Rechte der Opfer führen. ASOCAB hat die verschiedenen staatlichen Behörden wie das Innenministerium, die Staatsanwaltschaft, die Vizepräsidentschaft, Polizei- und Militärbehörden sowie lokale Regierungsvertreter mehrfach und wiederholt auf die Übergriffe und die Verletzlichkeit der Gemeinschaft aufmerksam gemacht, ohne bisher eine wirkungsvolle staatliche Antwort bekommen zu haben.   

ASOCAB verlangt deshalb einmal mehr Strafuntersuchungen und Sanktionen gegen die Verantwortlichen des Unternehmens Aportes San Isidro sowie Garantien, dass sich die beklagten Vorfälle nicht wiederholen. Zudem fordern sie Garantien ein, dass sie ihr Besitzrecht über die Hacienda effektiv ausüben können und ihnen die 11 Grundstücke der Hacienda definitiv überschrieben werden. Zuletzt hält ASOCAB fest, dass sie sich angesichts der staatlichen  Untätigkeit und der andauernden Übergriffe durch Aportes San Isidro gezwungen sehen, den weiteren Anbau von Ölpalmen zu verhindern. Die allfälligen Konsequenzen, die das haben könnte, lägen ganz in der Verantwortung des Staates.   

ASOCIACIÓN DE CAMPESINOS DE BUENOS AIRES ASOCAB, 4. August 2014

Spanisches Originalcommuniqué

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Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

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