25.08.2015

Erneute Übergriffe und Rechtsnegierung von Aportes San Isidro gegen die Kleinbauern von Las Pavas

25.08.2015

Anfang August 2015 sind die Kleinbauern der ASOCAB auf einen Teil der Hacienda las Pavas zurückgekehrt, um den Boden für den Anbau von dringend benötigten Lebensmitteln vorzubereiten, in der Hoffnung auf baldige Niederschläge. Wie schon in früheren Fällen hat das Palmunternehmen Aportes San Isidro durch ihre Sicherheitsangestellten die Kleinbauern eingeschüchtert und angefeindet, um deren Rückkehr zu verhindern. Angesichts der andauernden Übergriffe der Firma gelangte ASOCAB an den Bürgermeister von El Peñon, um die Umsetzung der Verfügung 073 von 2013 zu verlangen. In dieser Verfügung wird Aportes San Isidro aufgefordert, das Besitzrecht der Kleinbauern von ASOCAB über die Hacienda Las Pavas zu respektieren und jegliche Aggression gegen die Mitglieder von ASOCAB zu unterlassen. An einem Treffen im Bürgermeisteramt vom 6. August 2015 manifestierte der Rechtsvertreter von Aportes San Isidro jedoch, dass er das Besitzrecht der Campesinos nicht respektieren müsse, und dass die einzige Entscheidung des kolumbianischen Staates, die für sie Gültigkeit habe, das Urteil der Staatsanwältin Miriam Martínez von November 2011 sei. Mit dieser umstrittenen Verfügung schloss Martínez das Verfahren wegen gewaltsamer Vertreibung der Kleinbauern und hielt fest, dass es sich um falsche Opfer handle[1].

Obwohl diese umstrittene Entscheidung der Staatsanwältin später zurück genommen wurde, verkennt Aportes San Isidro sämtliche Entscheide staatlicher Instanzen zu Gunsten der Kleinbauern der ASOCAB. José Ernesto Macías sagte auch, dass das Sicherheitspersonal von Aportes San Isidro das Recht habe, die Invasion der falschen Opfer der ASOCAB zurück zu schlagen. Tatsächlich haben die Arbeiter des Palmunternehmens am 8. August 70 Bananenstauden zerstört, die ASOCAB kurz zuvor anpflanzte, und am 14. August versuchten sie Stacheldrahtrollen der ASOCAB zu entwenden und verletzten dabei ein Mitglied der ASOCAB mit Machetenhieben. In einem Communiqué vom 14. August 2015 kündigte ASOCAB an, dass sie Aportes San Isidro für sämtliche Schäden an Gütern und Personen der ASOCAB verantwortlich mache, und dass sie keine Ausdehnung der Palmpflanzungen tolerieren würden. Vom kolumbianischen Staat fordern sie die rasche Fortführung der Gerichtsverfahren wegen den gewalttätigen Übergriffen von Aportes San Isidro und effektiven Schutz durch staatliche Sicherheitskräfte vor weiteren Übergriffen, sowie eine rasche juristische Klärung der Besitzansprüche über die Hacienda Las Pavas. 

Communiqué vom 14. August 2015

 

[1] Siehe dazu http://www.askonline.ch/themen/natuerliche-ressourcen-und-agrarfrage/der-fall-las-pavas/verleumdung-vertriebene-von-las-pavas/ 

 

Kurzmeldung von März 2015

Schwierige Sicherheitslage in Las Pavas

Ende Februar ist die Gemeinschaft Las Pavas in einem kollektiven Akt auf ihr Grundstück La Quinta am Flussufer des Papayals zurückgekehrt. In einem langen Rechtsstreit wurden ihnen diese Felder in mehreren Gerichtsurteilen und Resolutionen zugesprochen. Dennoch tauchten bereits am 9. März 40 private Sicherheitsmänner des Unternehmens Aportes San Isidro S.A. auf, um die Gemeinschaft mit Drohungen und Aggressionen erneut vom Land zu vertreiben. Dabei waren laut der öffentlichen Mitteilung der Gemeinschaft vier Polizisten anwesend, die jedoch nicht intervenierten. Die Gemeinschaft widersetzt sich seither erfolgreich der wiederholten Zwangsvertreibung, doch ihre Sicherheitslage ist dabei prekär. Dringend rufen sie dazu auf, dass ihre Rechte respektiert werden und sie in Ruhe ihre Felder bearbeiten können.

La asociación de campesinos de Buenos Aires ASOCAB - Denuncia pública: https://retornoalaspavas.wordpress.com/

 

Aktuell

21.12.2018

Ask!: Seit 31 Jahren im Dienst von Frieden und Menschenrechten

Seit 1987 setzt sich die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien ask! als Stimme der kolumbianischen Zivilgesellschaft für Frieden und Menschenrechte ein.

2018 organisierte sie dazu öffentliche Veranstaltungen zu den Wahlen in Kolumbien, zum Kokaanbau und dem Drogenkrieg, zu den Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen in Kolumbien.

Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

Auch für 2019 haben wir wieder einiges geplant. Veranstaltungen zu Frieden und Menschenrechten, eine neue Kampagne und eine neue Webseite. Damit wir unsere Pläne realisieren können, sind wir auf unsere grosszügigen UnterstützerInnen angewiesen. Danke für Ihre Treue!

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