Agrotreibstoffe

Unablässig verkündeten der Ex-Präsident Uribe und hohe Regierungsvertreter, wie ideal die Bedingungen in Kolumbien für die Produktion von Agrotreibstoffen seien. Kolumbien verfüge über 40 Millionen Hektaren natürliche Savannen, auf denen Energiepflanzen angebaut werden können, ohne dass ein einziger Baum gefällt werden müsse. Tatsächlich gibt es gigantische Pläne, um z.B. in den Llanos des Vichada 6 Millionen Hektaren vermeintlich wertloser Steppen mit karibischen Föhren, Ölpalmen und Kautschuk zu bepflanzen. Kolumbien reitet damit auf der Welle der Sorge um den Klimawandel geschickt mit. Nebst der Ölpalme werden Jatropha und Soja für Agrodiesel und Zuckerrohr, Zuckerrübe und Yuca für die Ethanolproduktion grossflächig angebaut.

Die Ölpalme stammt ursprünglich aus dem Golf von Guinea in Afrika. In Kolumbien wird sie seit den 1950er Jahren kommerziell angebaut. Der Anbau erfolgt vor allem auf Grossgrundbesitz, Plantagen unter 50 Hektaren sind eher selten. Bis in die 1990er Jahre wurden lediglich etwa 150'000 bis 200'000 Hektaren mit Palmen bepflanzt, hauptsächlich für den landesinternen Verbrauch. Der Sektor wird aber seit beschuldigt, wie andere agroindustrielle Sektoren und Grossgrundbesitzer die Paramilitärs unterstützt zu haben und damit in massive und systematische Menschenrechtsverletzungen verwickelt zu sein. Die Ölpalme ist heute Sinnbild einer ausschliessenden, gewaltsamen ländlichen Entwicklung.

Die nachfolgenden Texte zeigen die Problematik auf.

16.09.2013 | Medienmitteilung der Plattform Agrotreibstoffe

Nationalrat stoppt Agrotreibstoffe, die zu Hunger und Umweltzerstörung führen

Bern, 17. September 2013. Die rund 20 Organisationen der Plattform Agrotreibstoffe begrüssen den heutigen Entscheid des Nationalrates, die verheerenden Auswirkungen der Agrotreibstoffproduktion einzudämmen. Damit wird zukünftig sichergestellt, d...

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14.03.2013 | Medienmitteilung der Plattform Agrotreibstoffe

Schweizer Zertifizierungsstelle für „Nachhaltige Biotreibstoffe“ legitimiert Land Grabbing

Die Plattform Agrotreibstoffe ist bestürzt über die Zertifizierung des Genfer Unternehmens Addax Bioenergy durch den „Runden Tisch für Nachhaltige Biotreibstoffe“ (RSB). Obwohl der Anbau von Bioethanol durch Addax auf 57‘000 ha gepachtetem Land in Si...

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24.02.2011

Petition: Brot! Kein Benzin.

61’901 Menschen fordern strenge Zulassungskriterien für Agrotreibstoffe Bern, 24. Februar 2011 / Agrotreibstoffe verschärfen den Hunger und zerstören Tropenwälder. 35 Organisationen und 61'901 besorgte Bürgerinnen und Bürger fordern deshalb mit der ...

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19.01.2011 | von Sylvia Meyer

Gemeinschaften des Curvaradó wieder in Bedrängnis

„Das Incoder hat ein Recht auf Ferien“, bekamen die Gemeinschaften des Curvaradó zu hören, die im vergangenen Dezember eine illegale Besetzung meldeten. Mehr als Hundert Unbekannte aus Urabá, Córdoba, aber auch weiteren Gemeinden des Chocó hatten am ...

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08.11.2010 | von Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates

Parlamentarische Initiative Agrotreibstoffe. Indirekte Auswirkungen berücksichtigen.

In den letzten Jahren hat der Bedarf an biogenen Treibstoffen weltweit stark zugenommen. Die grosse Nachfrage hat eine stark wachsende, intensive Produktion von Rohstoffen für die Verarbeitung zu biogenen Treibstoffen zur Folge, die sich verstärkt au...

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25.05.2010 | von Stephan Suhner

Verfassungsgericht stoppt illegale Landnahme

Fürs Erste können die Vertriebenen am Curvaradó aufatmen. Das Verfassungsgericht verbot am 18. Mai eine Schein-Rückgabe der 29'000 Hektaren, von denen die afrokolumbianischen Gemeinschaften vor 13 Jahren vertrieben worden waren. Mag Palmenfreund Urib...

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23.04.2010

Petition Agrotreibstoffe

Agrotreibstoffe in der Schweiz?

Auf der Medienkonferenz der Plattform Agrotreibstoffe am 23. April sowie weiteren Veranstaltungen stellten Experten aus verschiedenen Ländern die Gefahren der Produktion von Agrotreibstoffen dar. 

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Aktuell

21.12.2018

Ask!: Seit 31 Jahren im Dienst von Frieden und Menschenrechten

Seit 1987 setzt sich die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien ask! als Stimme der kolumbianischen Zivilgesellschaft für Frieden und Menschenrechte ein.

2018 organisierte sie dazu öffentliche Veranstaltungen zu den Wahlen in Kolumbien, zum Kokaanbau und dem Drogenkrieg, zu den Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen in Kolumbien.

Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

Auch für 2019 haben wir wieder einiges geplant. Veranstaltungen zu Frieden und Menschenrechten, eine neue Kampagne und eine neue Webseite. Damit wir unsere Pläne realisieren können, sind wir auf unsere grosszügigen UnterstützerInnen angewiesen. Danke für Ihre Treue!

Mitglied der ask! werden und/oder an die ask! spenden oder einfach eine Spende an das Postkonto der ask! IBAN CH33 0900 0000 6018 6321 2 überweisen.