Vertreibungen - das chronische Drama
Auch 2010 sind erneut 280.041 Personen in Kolumbien intern vertrieben worden, wie aus dem jüngsten Bericht von CODHES hervorgeht. Diese Ziffer übersteigt die durch die Agencia Presidencial para la Acción Social für das Jahr 2010 geschätze Zahl von 86.312 vertriebenen Personen bei weitem. Ironischerweise kommen über 30% der vertriebenen Personen aus Gebieten in denen der Plan Nacional de Consolidación Territorial durch die kolumbianische Regierung seit 2007 umgesetzt wird. Dieser Aktionsplan sieht die Überwindung der Vertreibungen und der Schutz der Menschenrechte, die Überwindung der Armut, kurz die Konsolidirung von Friedensprozessen vor. Die fortwährenden Verletzungen von politischen und sozialen Rechten, Verfolgung und Bedrohung von Menschenrechtsaktivisten sowie Morde und Massaker sprechen eine andere Geschichte.
Der Kampf um Land und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen wird im Bericht von CODHES als wichtigster Faktor für die Vertreibungen bezeichnet. Auch warnt die Organisation vor dem Aufkauf von Land durch Agromultis zur agroindustriellen Kultivierung von Ölpalmen und anderen Produkten, ein Phänomen, das auch hauptsächlich in den Zonen der Consolidación Territorial zu beobachten sei.
Bericht CODHES:
http://www.codhes.org/images/<wbr></wbr>stories/pdf/bolet%C3%ADn%2077.<wbr></wbr>pdf


