Vertreibungen - das chronische Drama

Auch 2010 sind erneut 280.041 Personen in Kolumbien intern vertrieben worden, wie aus dem jüngsten Bericht von CODHES hervorgeht. Diese Ziffer übersteigt die durch die Agencia Presidencial para la Acción Social für das Jahr 2010 geschätze Zahl von 86.312 vertriebenen Personen bei weitem. Ironischerweise kommen über 30% der vertriebenen Personen aus Gebieten in denen der Plan Nacional de Consolidación Territorial durch die kolumbianische Regierung seit 2007 umgesetzt wird. Dieser Aktionsplan sieht die Überwindung der Vertreibungen und der Schutz der Menschenrechte, die Überwindung der Armut, kurz die Konsolidirung von Friedensprozessen vor. Die fortwährenden Verletzungen von politischen und sozialen Rechten, Verfolgung und Bedrohung von Menschenrechtsaktivisten sowie Morde und Massaker sprechen eine andere Geschichte.

Der Kampf um Land und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen wird im Bericht von CODHES als wichtigster Faktor für die Vertreibungen bezeichnet. Auch warnt die Organisation vor dem Aufkauf von Land durch Agromultis zur agroindustriellen Kultivierung von Ölpalmen und anderen Produkten, ein Phänomen, das auch hauptsächlich in den Zonen der Consolidación Territorial zu beobachten sei.

http://www.verdadabierta.com/<wbr></wbr>conflicto-hoy/rearmadados/<wbr></wbr>3044-desplazamiento-el-<wbr></wbr>desangre-continua

Bericht CODHES:
http://www.codhes.org/images/<wbr></wbr>stories/pdf/bolet%C3%ADn%2077.<wbr></wbr>pdf

Aktuell

21.12.2018

Ask!: Seit 31 Jahren im Dienst von Frieden und Menschenrechten

Seit 1987 setzt sich die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien ask! als Stimme der kolumbianischen Zivilgesellschaft für Frieden und Menschenrechte ein.

2018 organisierte sie dazu öffentliche Veranstaltungen zu den Wahlen in Kolumbien, zum Kokaanbau und dem Drogenkrieg, zu den Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen in Kolumbien.

Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

Auch für 2019 haben wir wieder einiges geplant. Veranstaltungen zu Frieden und Menschenrechten, eine neue Kampagne und eine neue Webseite. Damit wir unsere Pläne realisieren können, sind wir auf unsere grosszügigen UnterstützerInnen angewiesen. Danke für Ihre Treue!

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