12/27/11

Internationale Mission zur Überprüfung der Situation der Menschenrechtsverteidiger

27.12.2011

Vom 28. November bis 2. Dezember besuchte eine 40-köpfige Delegation aus 15 Ländern Menschenrechtsverteidiger in Kolumbien, um sich ein Bild über ihre Situation zu verschaffen. Die Beobachtungsmission ging aus der internationalen Kampagne für das Recht, die Menschenrechte in Kolumbien zu verteidigen hervor, die 2009 mit der Unter­stüt­zung von 292 inter­na­tio­nalen Orga­ni­sa­tionen gestartet worden war.

Die Aussage von Präsident Santos bei seinem Amtsantritt, der Schutz der Men­schen­rechte sei eine „grund­le­gende und zutiefst demo­kra­ti­sche, ethi­sche und mensch­liche Ver­pflich­tung“ hatte national wie auch international grosse Hoffnungen geweckt, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Für den Zeitraum Juli 2010 bis Mai 2011 dokumentierte SIADDHH (Sistema de Información sobre Agresiones a Defensoras y Defensores) 255 Gewaltakte gegen Menschenrechtsverteidiger, davon 54 Morde. Aus den, während der Mission geführten Gesprächen und den gesammelten Zeugenberichten gingen fünf Hauptthemen in Bezug auf die Gefahren und Schwierigkeiten der Menschenrechtsarbeit in Kolumbien hervor: 1) die Straflosigkeit, die Verbrechen an Menschenrechtsverteidigern umgibt, 2) der ungenügende Schutz und die Ineffizienz von Schutzprogrammen, 3) Stigmatisierung und Verleumdung der Menschenrechtsverteidiger, 4) Überwachung durch den Geheimdienst, 5) willkürliche Anklagen.

Pressecommunique OIDHACO Spanisch

Bericht der Mission Spanisch

Aktuell

Kampagne "Recht ohne Grenzen"

http://www.rechtohnegrenzen.ch/de/

Bundesrat und Parlament sollen mit klaren Regeln sicherstellen, dass Firmen mit Sitz in der Schweiz weltweit die Menschenrechte und Umweltstandards einhalten. Das fordern rund 50 Organisationen in einer gemeinsamen Kampagne „Recht ohne Grenzen“.