02.05.2012

Kolumbien erneut auf „schwarzer Liste“ wegen Menschenrechtsverletzungen

02.05.2012

Neben Kuba, Honduras und Venezuela gehörte Kolumbien im Jahre 2011 erneut zu denjenigen Ländern in der Region, für welche die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IAKMR) schwerwiegende Einschränkungen der fundamentalen Rechte geltend macht. Die Kommission anerkennt zwar die Anstrengungen der kolumbianischen Regierung, die mit admi-nistrativen und gesetzlichen Mitteln versucht, die Menschenrechtssituation zu verbessern. Doch sie zeigt sich alarmiert über die vorherrschende Straflosigkeit, welche vor allem die sogenannten Fälle der falsos positivos (aussergerichtliche Hinrichtungen durch das Militär während der Amts-zeit von Alvaro Uribe) umgibt, sowie die Diskussionen um die Wiedereinführung des fuero militär (Militärgerichtbarkeit). Besorgniserregend sei zudem, dass weiterhin breite Teile der Bevölke-rung durch den internen Konflikt und die Gewalt durch illegale Gruppen und die staatlichen Si-cherheitskräfte von schweren Menschenrechtsverletzungen betroffen sind. Die kolumbianische Regierung empfindet diese erneute Aufnahme ins Kapitel 4 des Jahresberichtes der IAKMR als ungerecht. Seit Jahren versucht das Land dahingegen eine Modifizierung zu erreichen, dass die ganze Region einer Evaluation der Menschenrechtslage unterzogen wird und nicht nur einzelne Länder „gebrandmarkt“ werden. Der Präsident des Repräsentantenhauses Simon Gaviria wies den Bericht gar zurück, mit dem Hinweis, Kolumbien sei mit dem Opfer- und Landrückgabege-setz auf gutem Wege. Diese Anstrengungen sollten, seiner Meinung nach, denn auch hervorge-hoben werden.

http://www.eltiempo.com/mundo/estados-unidos/colombia-de-nuevo-en-la-lista-negra-por-derechos-humanos_11526461-4

Jahresbericht IAKMR 2011, Kapitel 4 - Kolumbien

Aktuell

21.12.2018

Ask!: Seit 31 Jahren im Dienst von Frieden und Menschenrechten

Seit 1987 setzt sich die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien ask! als Stimme der kolumbianischen Zivilgesellschaft für Frieden und Menschenrechte ein.

2018 organisierte sie dazu öffentliche Veranstaltungen zu den Wahlen in Kolumbien, zum Kokaanbau und dem Drogenkrieg, zu den Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen in Kolumbien.

Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

Auch für 2019 haben wir wieder einiges geplant. Veranstaltungen zu Frieden und Menschenrechten, eine neue Kampagne und eine neue Webseite. Damit wir unsere Pläne realisieren können, sind wir auf unsere grosszügigen UnterstützerInnen angewiesen. Danke für Ihre Treue!

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