20.04.2010

Paramilitärs rekrutieren über 2800 Minderjährige

20.04.2010 | von Stephan Suhner

Die Ermittlungseinheit „Gerechtigkeit und Frieden“ der Generalstaatsanwaltschaft hat bis heute 2824 Fälle von illegalen Rekrutierungen von Minderjährigen durch die verschiedenen Einheiten der Vereinigten Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens AUC dokumentiert. Diese Rekrutierungen fanden zwischen 1990 und 2005 statt. Die Minderjährigen wurden gezwungen, Verbrechen zu begehen und zudem in den eigenen Reihen schlecht behandelt. Während des Demobilisierungsprozesses gaben 1735 Kämpfer, die zum Zeitpunkt ihrer Rekrutierung minderjährig waren, die Waffen ab. Ebenso wurden während des Demobilisierungsprozesses 234 Kinder nach Hause geschickt, ohne dass diese Fälle irgendwo registriert worden wären. Der Bericht der Staatsanwaltschaft hält fest, dass die Paramilitärs bevorzugt Kinder unter 12 Jahren auswählten. Eine Mehrheit dieser Kinder wurde im Departement Antioquia rekrutiert.
Von den über 3000 Paramilitärs, die sich dem Gesetz Gerechtigkeit und Frieden unterwarfen, gaben bis heute 43 an, an der Rekrutierung von Minderjährigen beteiligt gewesen zu sein. Am meisten Minderjährige rekrutierte der Bloque Norte mit 443 Kindern, gefolgt vom Bloque Elmer Cárdenas im Chocó mit 428, dem Bloque Centauros mit 137 und dem Bloque Catatumbo mit 107

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