20.04.2010

Paramilitärs rekrutieren über 2800 Minderjährige

20.04.2010 | von Stephan Suhner

Die Ermittlungseinheit „Gerechtigkeit und Frieden“ der Generalstaatsanwaltschaft hat bis heute 2824 Fälle von illegalen Rekrutierungen von Minderjährigen durch die verschiedenen Einheiten der Vereinigten Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens AUC dokumentiert. Diese Rekrutierungen fanden zwischen 1990 und 2005 statt. Die Minderjährigen wurden gezwungen, Verbrechen zu begehen und zudem in den eigenen Reihen schlecht behandelt. Während des Demobilisierungsprozesses gaben 1735 Kämpfer, die zum Zeitpunkt ihrer Rekrutierung minderjährig waren, die Waffen ab. Ebenso wurden während des Demobilisierungsprozesses 234 Kinder nach Hause geschickt, ohne dass diese Fälle irgendwo registriert worden wären. Der Bericht der Staatsanwaltschaft hält fest, dass die Paramilitärs bevorzugt Kinder unter 12 Jahren auswählten. Eine Mehrheit dieser Kinder wurde im Departement Antioquia rekrutiert.
Von den über 3000 Paramilitärs, die sich dem Gesetz Gerechtigkeit und Frieden unterwarfen, gaben bis heute 43 an, an der Rekrutierung von Minderjährigen beteiligt gewesen zu sein. Am meisten Minderjährige rekrutierte der Bloque Norte mit 443 Kindern, gefolgt vom Bloque Elmer Cárdenas im Chocó mit 428, dem Bloque Centauros mit 137 und dem Bloque Catatumbo mit 107

Aktuell

21.12.2018

Ask!: Seit 31 Jahren im Dienst von Frieden und Menschenrechten

Seit 1987 setzt sich die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien ask! als Stimme der kolumbianischen Zivilgesellschaft für Frieden und Menschenrechte ein.

2018 organisierte sie dazu öffentliche Veranstaltungen zu den Wahlen in Kolumbien, zum Kokaanbau und dem Drogenkrieg, zu den Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen in Kolumbien.

Sie organisierte Film- und Diskussionsabende, Pubquizze und ein Jass- und Tichuturnier und hielt anlässlich des Internationalen Menschenrechtstags Predigten in katholischen und reformierten Kirchen.

Sie lobbyierte im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht für Unternehmen, verfasste und unterstützte verschiedene offene Briefe und Petitionen an die Regierungen der Schweiz und Kolumbiens. Elf Mal versandte die ask! 2018 einen umfassenden Newsletter mit Monatsbericht zur Lage der Menschenrechte in Kolumbien und aktuellen Entwicklungen.

Auch für 2019 haben wir wieder einiges geplant. Veranstaltungen zu Frieden und Menschenrechten, eine neue Kampagne und eine neue Webseite. Damit wir unsere Pläne realisieren können, sind wir auf unsere grosszügigen UnterstützerInnen angewiesen. Danke für Ihre Treue!

Mitglied der ask! werden und/oder an die ask! spenden oder einfach eine Spende an das Postkonto der ask! IBAN CH33 0900 0000 6018 6321 2 überweisen.