06/20/13

SOLIFONDS: rasche und unbürokratische Solidarität mit sozialen Kämpfen – seit 30 Jahren

20.06.2013 | Von Yvonne Zimmermann, Koordinatorin vom Solifonds

In der Kohlemine El Cerrejón, zu einem Drittel im Besitz des Schweizer Multis Glencore Xstrata, streikten die Arbeiter ab dem 7. Februar 2013 einen Monat lang. Die gesamte Produktion war lahmgelegt, während eines Tages blockierte zudem die Bevölkerung sämtliche Strassen, um die Unternehmensleitung an den Verhandlungstisch zu bringen.

Die Minenarbeiter riefen zu materieller Unterstützung auf, damit sie ihren Streik aufrechterhalten konnten. Dabei gelangten sie auch an den SOLIFONDS – Solidaritätsfonds für soziale Befreiungskämpfe in der Dritten Welt. Der SOLIFONDS unterstützt soziale Kämpfe von Basisorganisationen rasch und unbürokratisch – seit dreissig Jahren (siehe unten).

Nach zähen Verhandlungen mit dem Konsortium El Cerrejón konnte die Minenarbeiter-Gewerkschaft deutliche Verbesserungen im neuen Gesamtarbeitsvertrag erreichen und beendete den Streik. Die positiven Auswirkungen betrafen vor allem die 4’800 Festangestellten. Eine der positiven Auswirkungen war, dass die Gewerkschaft für die Festangestellten eine rückwirkende Lohnzahlung für die Streikperiode erreichen konnte und sich somit eine finanzielle Unterstützung für ihren Streik erübrigte. Die grosse Mehrheit der Arbeiter, 7000 an der Zahl, sind jedoch via 300 Kontraktfirmen angestellt und haben deutlich schlechtere Arbeitsbedingungen als die beim Konsortium El Cerrejón Direktangestellten. Viele der über Kontraktfirmen angestellten LeiharbeiterInnen haben befristete Verträge und erhalten gerade mal den Mindestlohn.

Während des Streiks der Minenarbeiter hatten Kontraktfirmen die Arbeitsverträge kurzerhand suspendiert, so dass die LeiharbeiterInnen ihr Einkommen verloren – ohne dass sie sich selbst in einem Streik befanden. Gewerkschaftlich organisierte LeiharbeiterInnen zeigten sich solidarisch mit den streikenden Minenarbeitern, ihre eigenen Arbeitskämpfe standen aber erst noch bevor, wie sich alsbald zeigen sollte. Kurz nach dem Minenstreik in El Cerrejón traten die Leiharbeiter verschiedener Kontraktfirmen in einen Streik für die Verbesserung ihrer eigenen Arbeitsbedingungen. Der SOLIFONDS unterstützte in der Folge die streikenden 2'500 Leiharbeiter der Kontraktfirmen Dimantec und Trateccol, organisiert in der Gewerkschaft Sintramienergética, die für verschiedene Kohleminen Dienstleistungen erledigen. Ebenso unterstützte er die bei Sinaltrainal organisierten Catering-Angestellten.

Seit seiner Gründung vor dreissig Jahren hat der SOLIFONDS immer wieder gewerkschaftliche Kämpfe in Kolumbien unterstützt – im vergangenen Jahr auch den 98-tägigen Streik der Minenarbeiter bei Glencore-Prodeco in La Jagua de Ibírico. Aber nicht nur: Auch Mobilisierungen und Kampagnen von MenschenrechtsverteidigerInnen, Frauenorganisationen oder Indígena-Bewegungen wurden immer wieder unterstützt. Anders als Hilfswerke leistet der SOLIFONDS keine generellen Beiträge an Organisationen oder an mehrjährige Projekte, vielmehr handelt es sich um zeitlich befristete Unterstützung für Aktionen oder Kampagnen. Und nicht nur in Kolumbien, sondern in ganz Lateinamerika, Afrika und Asien.

SOLIFONDS-Mitbegründer Karl Aeschbach, ehemaliger SGB-Sekretär und SAH-Präsident, fasste die Bedeutung des SOLIFONDS so zusammen: «Der SOLIFONDS nimmt (in der Entwicklungspolitik) eine Sonderstellung ein, weil er unabhängig von öffentlichen Mitteln, allein gestützt auf die Solidarität seiner Spenderinnen und Spender, auch unbequeme und oppositionelle Basisorganisationen in ihrem Kampf unterstützt. Darum braucht es dieses widerständige Beispiel auch in Zukunft.» Eine Aussage, die auch heute noch ihre Gültigkeit hat.

Der Solidaritätsfonds für soziale Befreiungskämpfe in der Dritten Welt

Überall auf der Welt kämpfen Gewerkschaften, Bewegungen von Landlosen, Frauenorganisationen, Indigene, Menschenrechtsgruppen und Basisorganisationen für soziale Gerechtigkeit, partizipative Demokratie und für ihren Lebensraum. Unsere Solidarität ist gefordert, denn es ist ein gemeinsamer Kampf für eine gerechte und solidarische Welt. Unterstützung muss oft schnell erfolgen; beispielsweise für einen Streik, Landbesetzungen, Mobilisierungen, Rechtshilfe. Der SOLIFONDS leistet rasche und unbürokratische Solidarität – seit 30 Jahren.

Gegründet wurde der SOLIFONDS vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund, der SP Schweiz, dem Schweizerischen Arbeiterhilfswerk SAH (heute Solidar Schweiz) sowie einem Dutzend Nichtregierungsorganisationen. Zu den Trägerorganisationen gehört auch die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien, die ebenfalls einen Vertreter in den Stiftungsrat entsendet.

www.solifonds.ch

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26.10.2016

Dezalé - Café de origen

Foto: Christian Reichenbach

Im Hochland von Inzá (Cauca) produzieren kleine Familienbetriebe in ökologisch wertvollen Mischkulturen ein sortenreinen Spezialitätenkaffee. "Dezalé - Café de origen". Dieser wird ohne Zwischenhandel, direkt und exklusiv an acht ausgewählte Röstereien in der Schweiz exportiert. Der stolze Bauer erhält dadurch ca. 150 -170 % des aktuellen Marktpreises. Fairer als Fairtrade! "Dezalé" wurde als Kooperative im Jahr 2001 von Hansruedi Auer-Lopéz gegründet. Heute sind 45 Familienbetriebe am sozialen Projekt beteiligt.

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