09/30/14

„Wir wissen, bei wem wir unsere Toten einklagen!“

30.09.2014 | Von Ofir Muñoz V. und Vicenta Moreno, übersetzt, gekürzt und redigiert von Bruno Rütsche

Im folgenden Artikel gehen Vicenta Moreno, die Leiterin des Kultur- und Begegnungszentrums El Chontaduro, in der kolumbianischen Grossstadt Cali und Ofir Muñoz auf die Gewaltsituation im Distrikt Aguablanca ein. Sie zeigen die strukturellen Ursachen von Gewalt auf und wehren sich gegen stereotype Zuschreibungen und die Ethnisierung von Gewalt.

 

Diesen Artikel  schreibe ich aus meiner Position als schwarze Frau des Distrikts Aguablanca, wo ich seit 1983 wohne und welcher im Osten der Stadt Cali liegt und in dem 80% der Bevölkerung Schwarze sind. Viele Frauen hier erfinden das Leben immer wieder neu, um dem Tod nicht zu erlauben, unser Territorium in Beschlag zu nehmen.

Ich werde Bezug nehmen auf geschichtliche Konstante, welche auch heute noch in Aguablanca präsent sind. So die systematische Herrschaft des Todes als eine Strategie der Dominanz, verbunden mit den Aspekten von Rasse, Geschlecht und Klasse, wie auch die Rolle der schwarzen Frauen im Distrikt Aguablanca bei der Dekonstruktion dieser Herrschaftsstrategien. Dabei werde ich auf einige Überlegungen und Reflexionen der Gruppe Intersektionalität  zurückgreifen, zu der ich ebenfalls gehöre, wie auch auf die Interviews mit drei Frauen des Distrikts, welche ihre Söhne inmitten des städtischen Konfliktes zwischen Jugendlichen verloren haben, was als Konflikt der „unsichtbaren Grenzen“ bekannt geworden ist. Aufgrund der Lebenserfahrungen von Ignacia, Liliana und Natividad versuche ich einige Hypothesen über das Leiden der Schwarzen in Cali zu entwickeln. Die drei Frauen sind:

Ignacia lebt seit 1994 im Distrikt Aguablanca. Sie hat zwei Töchter und drei Söhne. Von klein auf hat sie als Hausangestellte gearbeitet und arbeitet zurzeit in einem Restaurant. Sie besuchte die Schule bis zur 4. Klasse.

Natividad lebt im Distrikt Aguablanca seit dem Jahr 2000. Sie hat zwei Töchter und einen Sohn. Von klein auf und bis heute arbeitet sie als Hausangestellte. Sie ging nicht zur Schule.

Liliana lebt seit 1984 im Distrikt Aguablanca. Sie hat zwei Söhne. Seit sie eine Familie sind, arbeitet sie nicht mehr ausserhalb des Hauses. Sie schloss die Mittelschule ab.

Diese drei Frauen sind Teil der Bevölkerungsgruppe mit den schlechtesten sozialen Indikatoren von Cali. 70% der afrokolumbianischen Bevölkerung von Cali lebt im Distrikt Aguablanca, wo die höchste Mordrate von Kindern und Jugendlichen zu verzeichnen ist, zusammen mit den höchsten Niveaus von Armut, tiefsten Einkommen, hohen Schulabbruchquoten und der höchsten Zahlen von Kinder- und Müttersterblichkeit. Diese Situation ist nicht zufällig. Sie ist ein Beweis der strukturellen Gewalt, welche historisch gegen gewisse Gemeinschaften ausgeübt wird und deren Opfer vor allem die Frauen, Afrokolumbianer und Arme sind. Schwarze Feministinnen haben dies als Feminisierung und Rassismus der Armut bezeichnet.

Es muss auch darauf hingewiesen werden, dass der Grossteil der afrokolumbianischen Bevölkerung, welche im Distrikt Aguablanca lebt, diesen Ort nicht aus freiem Willen gewählt hat, sondern dieser Lebensort durch die Strukturen der Stadt für sie bestimmt wurde. Das heisst, dass das Recht zur Stadt zu gehören durch die Privilegien von Rasse und Klasse bestimmt wird. So konzentriert sich beispielsweise die nicht-afro Bevölkerung im Nord-Süd-Gürtel der Stadt, während an den Hängen und im Osten sich die indigene und schwarze Bevölkerung konzentriert.

Die Gewaltdynamiken Kolumbiens haben Städte geschaffen, welche nach Klassen und Rassen getrennt sind. Aguablanca ist ein Beispiel dieser Dynamiken. Dieser Distrikt wird von Tausenden von Vertriebenen des bewaffneten Konfliktes Kolumbiens bewohnt, wie auch von Personen, welche innerhalb der Stadt vertrieben werden. Es sind Männer und Frauen, welche nicht als Bürger und Bürgerinnen zählen.

Seit die Besiedelung des Distrikts Aguablanca Ende der 1970er Jahre begann, ist der Distrikt stetig gewachsen. Es gibt immer neue Siedlungen von Menschen, die aus anderen Landesteilen vor dem Tod fliehen. Die bewaffneten Akteure bringen so den Konflikt auch in unser Umfeld. Rund 700‘000 Personen leben nach Angaben des Statistischen Amtes DANE im Distrikt Aguablanca, welcher von vielen Bewohnern Calis als „die andere Stadt“ bezeichnet wird, um so dessen Unterschied zum Rest der Stadt, zum „schönen Cali“ hervorzuheben. Die Investitionen der Stadtverwaltung in diesen Teil sind im Vergleich zu anderen Stadtteilen minim und die Probleme des Distrikts werden von ihr nur dann beachtet, wenn sich andere Teile der Stadt dadurch bedroht sehen.

Die vielen Arten zu sterben

Für die afrokolumbianischen Frauen des Distrikts Aguablanca ist der Tod nicht nur der Raub des biologischen Lebens. Es gibt verschiedene Formen des Todes und einige Personen sterben mehrere Male. Tatsache ist, dass die Erfahrungen des Todes durch den Rassismus systematisch verankert wurden. Der Rassismus, unter dem Blickwinkel „der Produktion von Bedingungen von Verletzbarkeit und frühzeitigem Tod“ mittels der räumlichen Trennung, der politischen Marginalisierung, der Arbeitslosigkeit…raubt die Träume, raubt Lebensjahre aufgrund von Krankheit und dem frühzeitigen Tod.

Die Morde sind nicht die einzige Form, die schwarze Frauen in unserem Umfeld zu töten, dies ist nur die letzte Etappe eines langen Prozesses der Entwertung des Lebens der Schwarzen, weit über die mordende Gewalt hinaus. Tag für Tag sehen wir uns einer Gesellschaft gegenüber mit patriarchalen und rassistischen Strukturen, welche seit der Kolonialisierung uns an einen untergeordneten Ort verbannt hat, wo unsere Körper und unser Wissen keinen Wert haben und nicht zählen.

Vom Tod zu sprechen, verlangt die Erfahrung der schwarzen Frauen über den Faktor Rasse hinaus zu denken. Es gibt eine dreifache Diskriminierung: als Frau, als Schwarze und als Arme. Dies zeigt, dass Rasse, Klasse und Geschlecht bei der Produktion von Verletzbarkeit gegenüber von Gewalt zusammenspielen. In diesem Sinne erleiden die schwarzen Frauen die Gewalt auf eine andere Weise wie die Männer, da diese drei Faktoren der Verletzbarkeit die Gewalt in verschiedenen Formen erleben lassen. Darum sind die Analysen über die Gewalt in Kolumbien so schwach darin gewesen, die Erfahrungen der Frauen zu verstehen. Die Gewalt müsste im Kontext der strukturellen, patriarchalen Gewalt gesehen werden, welche den Körper der Frau und deren Rassenzugehörigkeit als Ziel seiner Macht auswählt. Wie? Durch die schlecht bezahlte Hausarbeit und die Unsichtbarkeit der Frau, die Ermordung ihrer Söhne, die Gewalt, die Segregation, die Vertreibung, den Raub von Möglichkeiten, damit die Frauen sich selber sein können aufgrund ihrer Bildungsvorstellungen, ihrer eigenen Suche nach einem erfüllten Gefühlsleben, Sexualität, Spiritualität, etc.

Der Staat ist ein Ausdruck patriarchaler Macht. Er produziert die Verletzbarkeit, in welcher die Frauen leben. Auf lokaler Ebene reproduzieren die Männer ebenfalls die patriarchale Macht der Überlegenheit über die Frauen. Inmitten der Dynamiken der territorialen Kontrolle und auch im Innern ihres Heimes wird der Körper der Frauen als manipulierbares Ding betrachtet, welches von der maskulinen Gewalt kontrolliert wird.

Im Gespräch mit Liliana und Natividad – beide verloren ihre Söhne inmitten der unsichtbaren Grenzen – berichten sie wie ihr Leben rund um die tägliche Suche nach Überleben der Familie gekreist hat. Schon als Mädchen begannen sie als Hausangestellte und in Restaurants als Köchinnen zu arbeiten und konnten die Primarschule nicht abschliessen. Als sie ihre Kinder bekamen, arbeiteten sie weiter, die grösseren Töchter passten auf die Söhne auf, während sie sich in ihren Anstellungen mit tiefen Löhnen, langen Arbeitszeiten und subtilen Abwertungen konfrontiert sahen.

Der Ort der Unterwerfung, welcher die Gesellschaft von Cali den schwarzen Frauen zuweist, ist ein Ort des Todes, welcher andere mit in den Tod zieht, denn die Familien hängen von diesen Frauen ab. Im Fall der zwei interviewten Frauen hatten auch ihre Töchter nicht die Möglichkeit, die Mittelschule abzuschliessen und beide Frauen verloren einen Sohn durch einen gewaltsamen Tod. So viele Anstrengungen sie auch machen, sie finden kein Echo in dieser patriarchalen Gesellschaft, können ihre sozioökonomische Situation nicht verändern und verbleiben immer auf den schlimmsten Stufen der Armutsskala.

Die meisten der Frauen des Distrikts Aguablanca haben als Hausangestellte gearbeitet, selbst wenn sie die Mittelschule abgeschlossen und gar eine technische oder berufliche Ausbildung gemacht haben. Wir haben aber auch neue Formen, neue wirtschaftliche Strategien erfunden, um dieser Unterwerfung zu widerstehen, so ambulante Verkaufsstände, Kooperativen, Initiativen solidarischer Wirtschaft, alternative Banken, Unterstützungsnetzwerke, etc.

Ignacia, Liliana und Natividad, sie alle verloren ihre Söhne inmitten der „unsichtbaren Grenzen“. Sie alle stimmen darin überein, dass der Schmerz aufgrund des Todes und der Art ihres Todes nie aufhört. Ignacia wiederholt im Laufe ihres Berichtes immer wieder: „der Schmerz bleibt“. Und sie fügt hinzu: „Mein Gott, ich bin mir sicher, dass ich aufgrund des Todes meines Sohnes tatsächlich selber jemanden hätte töten können, denn im Moment, in dem dies einem passiert, fühlt man sich sehr schlecht, es ist ein sehr harter Schmerz. Ich habe mich aber wieder aufgefangen.“

Auch wenn alle drei Frauen darin übereinstimmen, dass die Rache keine Lösung des Problems ist, so steigt der Schmerz, der sie begleitet, immer wieder auf, wenn sie die Namen ihrer Söhne erwähnen. Die Beziehung zum Umfeld, zu ihren Nachbarinnen, zu ihren Freundinnen und Freunden verändert sich. Sie sagen, dass sie nach diesem Ereignis mehr Angst haben, durch das Viertel zu gehen und auch daran gedacht haben, an einen anderen Ort zu ziehen. Was sie zurückhält, ist die Identität, welche sie zusammen mit ihrer Familie im Viertel aufgebaut haben. Trotz dieser Verbundenheit mit dem Viertel fühlen sie sich in ihrem eigenen Raum bedrängt, in dem sie durch ihre Gemeinschaftsarbeiten, Spiele und Freundschaftsbeziehungen Leben gegeben und Wurzeln geschlagen haben.

Die Gewalt zerstückelt immer mehr unsere Gemeinschaften und verschärft die Begrenzungen des Raumes. Die Grenzen sind nicht mehr nur zwischen den verschiedenen Vierteln, sondern bereits zwischen den verschiedenen Strassenzügen. Nachbarn, die zuvor Freunde waren, werden zu Feinden. Ignacia sagt, dass ihr Sohn von seinen eigenen Freunden getötet wurde, welche wie zur Familie gehörten, denn sie wuchsen gemeinsam auf und mochten sich wie Geschwister.

Die Selbstausrottung zwischen den eigenen Leuten zu produzieren, ist eine der Beherrschungsstrategien, wie sie von der der patriarchalen Macht angewendet worden ist. Der Staat schafft nicht nur die Grundlagen für die Gewalt durch seine Klassen- und Rassenstrukturen, sondern eliminiert auch direkt und indirekt mittels der Armee, der Vernachlässigung und durch die Ignorierung ihrer Probleme und Bedürfnisse die diskriminierten Gemeinschaften. Gegenüber der Situation von gewaltsamem Tod und der Zerstückelung des Distrikts Aguablanca bietet die Stadtregierung keinerlei ernsthafte Alternative an, nur den Einsatz der Armee, welcher aber meist zu noch mehr Toten führt.

Der gewaltsame Tod der Söhne der schwarzen Frauen ist eine andere Form, sie selber zu töten. Für sie sind ihre Söhne nicht nur eine Möglichkeit, Leben in einem System des Todes zu schaffen, sondern auch die Hoffnung, die Realität von Rassismus, Marginalisierung und Armut, der sie historisch unterworfen sind, zu verändern. So sagt Ignacia wehmütig lächelnd: „Mein Sohn hat mich umarmt und gesagt: Mamma, mach dir keine Sorgen, ich werde mich in grosse Geschäfte stürzen, um dich aus diesem Loch zu holen. Doch er konnte seinen Traum nicht erfüllen, sie haben ihn vorher getötet.“

So wie für viele Frauen aus unserem Umfeld ihre Söhne sich in Hoffnung und Motivation verwandeln, um weiter zu widerstehen, so sind umgekehrt die Mütter für die Söhne der Bezugspunkt ihres Kampfes nach besseren Lebensbedingungen. Doch die Mehrheit glaubt nicht an die legalen Wege als Möglichkeit, ihre Lebenssituation zu ändern. Für sie stehen im besten Fall die tiefsten Löhne auf der Einkommensskala bereit, weshalb sie zu anderen Formen Zuflucht suchen, welche ihnen effizienter erscheinen, so z.B. der Verkauf von Drogen, Diebstähle oder Erpressungen, etc.  Die Situationen von Marginalisierung und Armut und der Kampf um deren Veränderung ist ein Element, das den Aufbau der Subjektivität von Frauen und Jugendlichen in unserem Umfeld konditioniert.

Die patriarchalen Diskurse und die Kriminalisierung der schwarzen Familien

Die Berichte der drei Frauen zeigen, wie die Kräfte der Macht, die in diesen Vierteln entstehen, die Jugendlichen so in Beschlag nehmen, dass sie selbst sowohl Opfer als auch Täter sind. Es bleibt ihnen oft keine andere Wahl: entweder üben sie Gewalt aus, um ihr Leben zu bewahren oder andere üben Gewalt gegen sie aus. Weder gute Angewohnheiten noch gute Erziehung schützen vor Gewalt.

Für viele Akademiker und staatliche Funktionäre ist die Gewalt in unseren Territorien hauptsächlich durch nicht funktionierende Familien verursacht, weil die Eltern nicht in der Lage sind, ihre Kinder zu erziehen, ihnen moralische Normen fehlen, wegen kriminellen Banden und wegen des Drogenhandels und der fehlenden Arbeitsmöglichkeiten für die Jugendlichen. Aufgrund dieser Analyse setzt die lokale Regierung Jahr für Jahr Strategien wie Bürgerkampagnen, Ausbildungskurse und Armeepräsenz um, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Doch wir könnten uns fragen: Warum gelingt es keiner dieser Strategien die Gewalt zu beenden, warum steigt die Gewaltrate im Gegenteil Jahr für Jahr? Könnte es nicht sein, dass keiner dieser Gründe wirklich die Ursache des Problems ist?

Wenn das Problem in der fehlenden Kernfamilie liegt, so muss man festhalten, dass es im Distrikt Aguablanca auch Kernfamilien gibt, d.h. Familien, wo Vater, Mutter und Kinder gemeinsam leben. Doch sie sind genauso mit Situationen der Gewalt konfrontiert, mit niederen Einkommen, mit wenig Zugang zu Gesundheitsversorgung und einer Bildung, die mit ihren kulturellen Werten nicht in Übereinstimmung steht, wie auch der Aggression und dem Tod ihrer Söhne durch die Gewalt, wie die unvollständigen Familien.

Die Familie von Liliana ist ein Beispiel dafür. Sie ist eine schwarze Frau des Distrikts Aguablanca, die seit der Familiengründung mit dem Vater ihrer drei Söhne in Harmonie zusammenlebt. Sie entschieden, dass sie nicht ausserhalb des Hauses arbeiten soll, um so ganz für die Kinder da zu sein. Vor einem Jahr wurde einer ihrer Söhne im Alter von 22 Jahren ermordet, als er an einer Totenwache eines Freundes teilnahm, der ebenfalls ermordet worden war, dies im Rahmen der unsichtbaren Grenzen. Liliana berichtet, dass ihr Sohn eine sehr ruhige Person war. Die Nachbarn lobten sein Verhalten stets. Er hatte die Mittelschule und auch eine technische Ausbildung abgeschlossen. Diesem Aspekt der staatlichen Gewalt wird in den Analysen der staatlichen Funktionäre und einiger Akademiker nicht Rechnung getragen.

Die Gewalt weiterhin als eine Folge des schlechten Verhaltens der Gemeinschaften zu analysieren, heisst die Last des Rassismus, der Diskriminierung und der Armut, welche diese Gewalt aufrechterhält, nicht anzuerkennen. Die staatliche Verantwortung für den Tod in unseren Gemeinschaften wird damit verleugnet.

 

Politiken des Widerstandes schwarzer Frauen

Die Gemeinschaften des Distrikts haben sich nicht durch diese moralistischen Analysen einwickeln lassen. Die Mütter wertschätzen ihre Söhne weiterhin, leisten Widerstand und fordern ihrer Rechte ein. Bei den konkreten Aktionen des Chontaduro mit den betroffenen Müttern stach die Fotoausstellung „Wen schmerzen unsere Toten“ hervor. Dabei wurden Fotos von in „unseren“ Vierteln ermordeten Jugendlichen gezeigt. Mit dieser Aktion versuchten wir die Gemeinschaft gegenüber dem gewaltsamen Tod von Jugendlichen zu sensibilisieren und ihr bewusst zu machen, dass diese Situation das ganze Umfeld betrifft, nicht nur die Mütter der Ermordeten. Rund um die Ausstellung wurden Performance, Symbole und Gesänge aufgeführt.

Den Tod zu politisieren, heisst das Resultat politischer Prozesse anzuklagen, welche eine negative Auswirkung auf das Leben der Menschen haben. Den Tod politisieren, heisst aufzuzeigen, dass der Tod schwarzer Jugendlicher dieses Sektors nicht zufällig ist, sondern durch die räumliche Trennung, welche die Stadt durchzieht, und die Stigmata geschaffen werden. Den Tod in unseren Gemeinschaften zu politisieren, heisst, sich im Klaren zu sein, bei wem wir unsere Toten einfordern müssen und die verschiedenen Strategien des Todes, die uns vom patriarchalen und rassistischen System Tag für Tag systematisch auferlegt werden, nicht stillschweigend hinzunehmen, sondern gemeinsam Widerstand zu leisten, ausgehend von unserem Wissen, unseren Freuden, Ängsten und Schmerzen.

 

 

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08.12.2016


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26.10.2016

Dezalé - Café de origen

Foto: Christian Reichenbach

Im Hochland von Inzá (Cauca) produzieren kleine Familienbetriebe in ökologisch wertvollen Mischkulturen ein sortenreinen Spezialitätenkaffee. "Dezalé - Café de origen". Dieser wird ohne Zwischenhandel, direkt und exklusiv an acht ausgewählte Röstereien in der Schweiz exportiert. Der stolze Bauer erhält dadurch ca. 150 -170 % des aktuellen Marktpreises. Fairer als Fairtrade! "Dezalé" wurde als Kooperative im Jahr 2001 von Hansruedi Auer-Lopéz gegründet. Heute sind 45 Familienbetriebe am sozialen Projekt beteiligt.

Es sind 8 Röstereien in der Schweiz, die exklusiv den Dezalé-Kaffee rösten und verkaufen:

www.diamantkaffee.ch

www.hosennen-kaffee.ch

www.kuengkaffee.ch

www.kaffee-knubel.ch

www.cafedumonde.ch

www.lacolumbiana.ch

www.spielhofkaffee.ch

www.oetterlikaffee.ch

Weitere Informationen direkt bei: dezalecafe@remove-this.yahoo.com