03/14/13

Wiedersehen in El Garzal und Las Pavas

14.03.2013 | von Regula Gattiker

Wie nahe Freude und Trauer beieinander liegen können

Erlebnisbericht anlässlich unseres Besuchs der Bauerngemeinschaften im Dezember 2012

Seit ich von Januar bis April 2011 mit Peacewatch in Kolumbien im Einsatz gewesen bin sind jetzt knapp zwei Jahre vergangen. Die Zeit in Kolumbien hat mich geprägt und als ich mich vor bald zwei Jahren bei den Bauern verabschiedete, sagte ich ihnen, dass ich eines Tages zurückkehren würde, jedoch wahrscheinlich in anderer Mission. In diesem Moment hatte ich noch keine Ahnung, in welchem Rahmen meine Rückkehr möglich sein könnte.

Nach meiner Rückkehr begann ich mich auf verschiedene Arten weiter für Kolumbien und insbesondere für die Bauerngemeinschaften, die ich begleitet hatte, zu engagieren. Eine dieser Aktivitäten war die Erarbeitung eines eigenen Kulturprojekts mit den Bauern von Las Pavas. Für das Projekt LES VOY A CONTAR LA HISTORIA, das ich in Zusammenarbeit mit der Fundación Chasquis durchführe, war ich im letzten Dezember abermals in El Garzal und Las Pavas. Da in der Vorweihnachtszeit traditionsgemäss keine Begleitorganisationen mehr in den Gemeinschaften sind, war unsere Präsenz für die Bauern in dieser delikaten Zeit sehr wichtig. Im Folgenden möchte ich zusammenfassen wie die Lage der Bauern vor Ort im Dezember war.

El Garzal
Wir verbrachten rund 5 Tage in El Garzal, um eine Reportage für das italienischsprachige Schweizer Fernsehen zu drehen[1]. Wir begleiteten die Gemeinschaft bei der Arbeit, in der Kirche und abends beim Fernsehen und Zusammensein. Ebenso besuchten wir Schlüsselpersonen, um sie zu interviewen.

In der freien Zeit setzte ich mich oft mit unserem Gastgeber S., Pfarrer und Bauernführer, zusammen, stellte ihm Fragen und lauschte seinen Erzählungen. Er sprach viel über die Vergangenheit, aber auch über die Situation in El Garzal und La Nueva Esperanza oder über die Friedensverhandlungen und deren Wirkung auf die Bauern.

S. glaubt, dass die Bauern von El Garzal im Jahr 2013 ihre Titel in den Händen halten werden. Dies zu hören, stimmt sehr hoffnungsvoll und freudig. Denn als wir vor knapp zwei Jahren den Ort verlassen hatten, sah es noch ganz anders aus. Am Tag, als wir El Garzal verliessen, erwartete die Gemeinschaft, begleitet von diversen nationalen und internationalen Organisationen, den Richter von Simiti, der das Land hätte begutachten sollen, um danach zu entscheiden, ob es den Bauern gehört oder nicht. Aufgrund starken Regenfalls und Überschwemmungen kam der Richter nicht. Dieser kam erst im September 2011, ohne sich vorher anzumelden. Danach behauptete er, er hätte keinen einzigen Bauern auf diesem Land gesehen. Dass es so kommen würde, wussten alle, denn der Richter war offensichtlich nicht unparteiisch.

Aufgrund dieser Inspektion ordnete der Richter auf Mitte Dezember 2011 die Vertreibung der Bauern von ihrem Land an. Die Bauern erfuhren dies glücklicherweise über inoffizielle Kanäle und konnten sich auf diesen Tag vorbereiten. Es wurde eine internationale Mission organisiert, um möglichst vielen staatlichen und nicht-staatlichen, nationalen und internationalen Augenzeugen zu zeigen, wie die Bauern ihr Land bearbeiten.

Einen Tag nach der erfolgreichen Durchführung dieser Mission wurde S. per Telefon informiert, dass die Urabeños, eine Gruppe von Ex-Paramilitärs, ihn umbringen wollten. Deshalb musste er mit seiner Familie sofort El Garzal verlassen. Das Landwirtschaftsministerium setzte sich offiziell für die Sicherheit und das Recht der Bauern in El Garzal ein. Knapp zwei Monate später, Ende Januar 2012, kehrte die Familie nach Hause zurück, da sie vom Innenministerium Sicherheitsgarantien zugesprochen bekommen hatte. Seitdem ist das Militär stets in der Region präsent. Das Urteil des Richters hingegen wurde bis heute noch nicht revidiert, obwohl die Bauern dieses sofort angefochten hatten.

Im Mai 2012 führte das INCODER, die Abteilung des Landwirtschaftsministeriums, welche für die Landrückgabe an die Bauern verantwortlich ist, eine Abklärungsmission durch, um festzulegen, wem das Land tatsächlich gehört. Im November 2012 erhielten die Bauern Recht. Die Einschätzung des INCODERs war, dass es sich um Brachland handle, welches von den Bauern genutzt werde. Aufgrund dieses Befundes kann der Staat nun die unrechtmässig von der Familie Barreto erworbenen Titel des Lands den Bauern überschreiben. Zudem ist der Entscheid des Richters dadurch nichtig, da der Richter nur über Privatland entscheiden kann, nicht aber über Staatsland, um welches es sich bei diesem Brachland handelt.

In El Garzal gibt es Bauern, die aus alten Zeiten noch Titel haben, die nicht mehr als gültig anerkannt sind und Bauern, die nie Titel besassen, aber dadurch, dass sie seit Jahren Brachland bearbeiten das Recht auf dessen Titel haben. Nun ist zu erwarten, dass die Bauern, welche schon im Besitz von Titeln waren, diese noch dieses Jahr wieder offiziell erhalten werden, während die Bauern, welche Brachland bearbeiten, noch etwas geduldiger sein müssen, da in ihrem Fall noch weitere administrative Prozesse ablaufen müssen, bis eine Überschreibung ihres Landes auf ihren Namen möglich wird. Allerdings sieht auch für sie die rechtliche Lage sehr gut aus.

Ich wurde informiert, dass im Januar 2013 Vermessungen des Landes durch das INCODER stattfänden, die notwendig seien, um zu beweisen, dass das Land illegalerweise von den Barretos beansprucht werde. Danach müssten 8 Monate verstreichen, während dieser Einsprachen erhoben werden können, bevor das INCODER die Titel vergeben kann.

In den Gesprächen mit den Bauern ist viel Hoffnung und Optimismus zu spüren. Die Entwicklungen stimmen sie sehr positiv. Ebenso sind sie froh, dass S. wieder zurückkehren konnte. Der Glaube gibt den Bauern viel Kraft und S. spielt in El Garzal als Pastor und Führer eine sehr wichtige Rolle. Die Stimmung in den Gottesdiensten ist stets ernst, jedoch gelassen. Es wird gesungen, musiziert, rezitiert und vorgetragen – von Kindern, Frauen und Männern der Bauerngemeinschaft. S. versucht stets, möglichst vielen Gemeindemitgliedern Plattformen zu schaffen und sie dadurch zu stärken. Seine eigenen Predigten handeln stets vom Hier und Jetzt, mit Bezug zu Geschichten aus der Bibel. Mit seinen Worten verbreitet er Mut und Kraft. Immer wieder verweist er darauf, wie wichtig es sei, mit friedlichen Mitteln für die eigenen Rechte einzustehen und er dankt Gott und allen Begleitpersonen und –organisationen, die El Garzal seit Jahren an der Seite stehen, für ihre grosse Unterstützung.

Das Leben in El Garzal ist geruhsam. Vieles hat sich nicht verändert in den zwei Jahren seit meinem letzten Besuch. Alles jedoch, was sich verändert hat, hat sich verbessert: die Schulen, die sanitären Anlagen, das Angebot im kleinen Laden der Gemeinschaft, der gleichzeitig als Kakao-Sammelstelle der Kooperative dient. Auch einige Projekte zur Einkommensgewinnung und der gleichzeitigen Stärkung der Frauen und Jugendlichen wurden verbessert oder neu entwickelt. Die grösste Veränderung jedoch, ist der Damm, der endlich gebaut werden konnte, welcher das Überschwemmungsrisiko des Landes stark verringert. In Vijagual, wo sich die Radiostation „Bendicion Estereo“ befindet, welche alle Bauern in der Region auf dem Laufenden hält, ist auch noch alles beim Alten. Der Radiosender hatte zeitweise grosse Probleme mit Lizenzen und auch Beschädigungen des Materials, allerdings wurde immer wieder eine Lösung gefunden, damit weiter gesendet werden konnte.

Wir gingen mit einem guten Gefühl weiter – voller Hoffnung, dass sich alles weiterhin in eine derart positive Richtung entwickelt.

Las Pavas
Nach dem vergleichsweise ruhigen El Garzal erreichten wir Mitte Dezember Las Pavas, wo wir eine ganze Woche blieben, um unser Projekt mit den Bauern voranzutreiben. Viele der Führer waren nicht oder nur teilweise da, weil in dieser Zeit in Bogota verschiedene wichtige Treffen stattfanden, um Vorschläge der Zivilbevölkerung für die Friedensverhandlungen in Havanna auszuarbeiten, an denen sie teilnehmen mussten. Ausserdem ist einer von ihnen seit mehr als 4 Monaten auf der Flucht, weil willkürlich ein Haftbefehl gegen ihn erteilt wurde. Er wäre also festgenommen und damit stillgestellt worden, wäre er zu Hause geblieben. Trotz weniger Unterstützung dieser Schlüsselpersonen konnten wir sehr gut mit der Gemeinde arbeiten.

Als wir kamen, waren die Bauern gerade mit Ernten beschäftigt, insbesondere mit der Reisernte, die sie kollektiv organisiert hatten. Der Reis wurde auch kollektiv an alle Mitglieder von ASOCAB verteilt, zusammen mit etwas Nahrungsmittelhilfe (Öl, Rohrzucker). Für mich war es ein wunderbares Gefühl, von ihnen selbst angebauten Reis, Yuca oder Kürbis essen zu können. So etwas gab es vor zwei Jahren nicht. Da wurden UNO-Reis und aus Nachbarorten gekaufte Yuca gegessen, da niemand von den Bauern anpflanzen konnte.

Bloss sind die Bedingungen, unter welchen sie anbauen, leider immer noch alles andere als erfreulich. Die Konfliktsituation vor Ort verschärft sich stetig weiter. Auf der Finca von Las Pavas leben zurzeit nur noch ganz wenige Familien durchgehend. Alle anderen kommen zum Arbeiten oder für spezielle Anlässe und gehen dann wieder ins nahegelegene Dorf Buenos Aires. Dies ist auf verschiedene Umstände zurückzuführen. Einerseits war es bis anhin noch nicht möglich, eine Schule in Las Pavas aufzubauen, andererseits gibt es noch immer keine sanitären Anlagen und auch der Zugang zu Wasser ist erschwert. Es gibt eine Wasserpumpe mit einem Sandfilter – jedoch ist dieses Wasser nicht zum Trinken geeignet und auch zum Duschen ist es, da es viele Metalle enthält, nicht für alle verträglich. Auch Strom gibt es normalerweise nicht. Als wir kamen, liehen die Bauern einen Generator aus und das Benzin, das zu dessen Betrieb benötigt wurde, musste auf Umwegen eingeschmuggelt werden, da die Leute von der Palmölfirma dieses nicht passieren lassen wollten. Dies bedeutet, dass es sehr aufwendig und anstrengend ist, auf der Finca zu leben.

Vor einiger Zeit wurde Mario Marmol, ein Mann aus der Region, von dem bekannt ist, dass er früher ein Paramilitär war, neuer Pächter der Finca. Kurz darauf hat die Palmölfirma die einzige Zufahrtsstrasse der Bauern auf die Finca zum Privateigentum erklärt und sperren lassen. Nun befinden sich zwei riesige Holztore auf der Strasse, welche von den Bauern nicht geöffnet werden dürfen. Motorräder und andere Fahrzeuge kommen nicht mehr durch. Wer mit dem Mototaxi nach Las Pavas will, muss die letzten 100-200m zu Fuss gehen, sich bei der Finca durch einen kleinen Durchgang im Gatter zwängen und das Gepäck über den Zaun hieven. Gleichzeitig muss man sich, jedes Mal, wenn man sich dem Tor nähert, Beschimpfungen oder Bedrohungen anhören. Rund um die Uhr bewachen zivile Mitarbeiter der Finca das Tor, bewaffnet mit Gewehren, Pistolen und einer Filmkamera. Die Hoffnung der Firma ist es, dass ein Bauer die Provokationen nicht mehr erträgt und sich nicht mehr gewaltfrei verhält. Dies würde die Bauern den Kopf kosten, denn solche Bilder kämen innert weniger Minuten oder Stunden in die nationalen Medien.

Uns gegenüber waren die Beschimpfungen vergleichsweise harmlos. Es waren Drohungen, dass man uns Kameras und Filmmaterial wegnehmen würde und Empfehlungen, dass wir besser bald wieder gehen und uns eine anständige Arbeit suchen sollen etc. In der Nacht machten sich die Wächter auch einen Spass daraus, mit der Taschenlampe stundenlang unter unsere Hängematten zu zünden, um uns zu verängstigen.

Viel schlimmer allerdings waren die Androhungen, die an die Adresse der Bauern gingen. Täglich hörten wir entweder selbst oder wurden später informiert, wie sie den Bauern drohten, die Parzellen, die Hütten in ihren Parzellen, sowie die Erntevorräte zu zerstören. Ebenso zwangen sie zwei Bauern, ihre Kühe an einen anderen Ort zu bringen, indem sie ihnen sagten: „Deine Kühe sind nur noch heute hier“, was so viel heisst wie, entweder du bringst sie nun sofort weg oder wir stehlen oder töten sie. Dass dies keine leeren Versprechungen sind, wissen die Bauern, denn jede Woche gibt es Zerstörungen. Uns wurden diverse zerstörte Felder und Hütten von Bauern gezeigt, die erst vor kurzem Opfer solcher Aktionen geworden waren. Auch erzählte man uns von vergifteten Tieren.

Eines frühen Abends, kurz nach dem Eindunkeln, hörten wir einen Schuss beim Tor vor der Finca. Einige der Bauern rannten hin, um zu sehen, was geschehen war, da sie eine Benzinlieferung erwarteten und ein Motorrad zu hören war, welches das Erwartete hätte sein können. Es gab eine heftige Auseinandersetzung zwischen einem Palmölfirmen-Angestellten und einem der Bauern. Noch einmal wurden zwei Schüsse abgegeben – nicht in die Luft, sondern auf den Bauern zielend. Später sagte dieser, eine Kugel sei etwa 10 cm an seinem Bein vorbeigeschossen. Rundherum standen mindestens 10-15 Personen. Da es schon dunkel war, sah ich nicht ganz genau, was vor sich ging. Es kam zu weiteren Beschimpfungen und Versuchen, die beiden zu beschwichtigen, bis es gelang, das Gemenge aufzulösen und alle wieder ihres Weges gingen.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Palmölfirma den Schuss zur Provokation abgab, weil sie wussten, dass die Bauern eine Benzinlieferung erwarteten. Das Motorrad, das die Bauern hörten, war nicht von ihnen, sondern auch von einem Palmölarbeiter. Die Aktion sollte die Bauern verängstigen und wütend machen und damit abermals negative Reaktionen provozieren. Es war eine sehr heikle Situation. Die Bauern scheinen diese Art von Situationen jedoch schon als so alltäglich zu empfinden, dass sie sich kaum mehr als Kollektiv organisieren, um sich besser selber zu schützen. Kinder rannten umher, alle taten, was ihnen im Moment gerade richtig erschien und es gab keine Strategie, wer mit dem Gegenüber sprechen sollte. Das Risiko, dass in so einer Situation etwas Schlimmeres geschieht, ist gross.

Tags darauf kam die Polizei vorbei. Sie hörten den Bauern zu, als sie erzählten, was geschehen war, waren aber vielmehr daran interessiert, wie sie zu sauberem Wasser kommen und wie sie im Alltag leben. Kurz darauf befand sich die Polizei im Innern der Finca bei der Palmölfirma. Es schien relativ klar, dass sie eher daran interessiert war, Informationen über die Verletzlichkeit der Bauern in ihrem täglichen Leben zu gewinnen - vermutlich um diese an die Firma weiterzugeben. Als wir sie, nachdem sie wieder hinauskamen fragten, wie sie gedenken, die Sicherheit der Bauern zu garantieren, welche diese ja vom kolumbianischen Staat zugesichert bekommen hätten, bis der Fall geklärt sei, sagte der Polizist bloss, dass eben Provokationen und Zusammenstösse unter den Parteien vermieden werden sollten. Auf die Frage hin, ob die Polizei nicht permanent präsent sein könne, wie sie dies nach der Rückkehr der Bauern war, sagten sie, dass sie dies aus Sicherheitsgründen nicht dürften und dass dies bei anderen Instanzen angefordert werden müsse.

In dieser angespannten Lage leben die Paveros - so nennen sich die Bauern von Las Pavas selber – ihren Alltag. Viele von ihnen sagen, sie versuchten, sich einfach nicht um die Palmöl-Leute zu kümmern und ihr Leben möglichst ruhig weiterzuleben. Gespräche werden oft nur unvermeidbare geführt. Andere haben eigene Mechanismen entwickelt, um ihre Wut zu kanalisieren, zum Beispiel alle Energie in noch mehr Arbeit auf dem Feld zu stecken. Wieder andere müssen sich einfach ab und zu wieder einmal Luft machen. Einige überlegen sich aber auch ernsthaft, die Finca zu verlassen, weil ihr Unmut über die Lage zur Gefahr für die anderen Bauern werden könnte, wenn sie ihn einmal nicht mehr kontrollieren können.

Trotz dieser stets präsenten Bedrückung aller auf der Finca lebenden Bauernfamilien konnten wir im Dezember viel mit den Bauern erreichen: Für das Projekt LES VOY A CONTAR LA HISTORIA haben wir im Dezember sowohl Tonaufnahmen für die CD als auch Filmaufnahmen für den Dokumentarfilm und erste Workshops als Vorbereitung für das Theater gemacht. Wir baten die Leute darum, uns Geschichten zu erzählen, uns Dinge zu zeigen, mit uns Zeit zu verbringen. Wir erfuhren sehr viel Neues aus alten Zeiten, als noch viele Waren aus Las Pavas exportiert wurden und als es noch diverse kulturelle Traditionen gab, die heute verschwunden sind. Auch hörten wir traurige Geschichten über die Zeit, als die Paramilitärs in der Region aktiv waren. Natürlich erzählten sie uns nicht zuletzt auch viele Geschichten über die Lage heute.

Wir haben eine glückliche Zeit mit ihnen verbracht, viel Freude versprüht und zu spüren bekommen. Alle haben unsere Präsenz spürbar geschätzt, da wir ihnen mit unserer Arbeit sehr viel Wertschätzung entgegenbrachten. Das Vertrauen, das uns die Bauernfamilien schenkten, war enorm. Wir verbrachten viel Zeit mit allen, die vor Ort waren, ob Frauen oder Männer, Kinder oder Jugendliche. Oft wurden wir zu einer Süssigkeit oder einem Kaffee eingeladen.

Mitte März bis Anfang April werden wir erneut in Las Pavas sein, um die Aufnahmen für die CD und den Film abzuschliessen und mit der Theaterarbeit zu beginnen. Erstmals wird ein Theaterpädagoge und –regisseur auf die Bauerngemeinschaft treffen. Die Lage vor Ort hat sich in den letzten zwei Monaten noch einmal markant zugespitzt. Erneut richteten die Mitarbeiter der Palmölfirma massive Schäden an Zäunen, Ernten, Feldern und Hütten der Bauern an. Auch gab es erneut Drohungen gegenüber einzelner Bauern und ihrer Kinder. Ausserdem haben die Angestellten der Firma die Bauern kürzlich daran gehindert, Reis anzubauen: Sie haben sie vor Ort abgepasst und mit Waffen vom Feld vertrieben. Die Situation hat dazu geführt, dass von ASOCAB nur noch 2-3 Familien ständig in Las Pavas leben. Alle anderen nehmen den längeren Weg auf ihre Felder in Kauf und wohnen in Buenos Aires. Wir hoffen, dass unsere Arbeit den Bauern von Las Pavas Mut und Kraft geben kann, um stark zu bleiben und ihren friedlichen Widerstand weiterzuführen. Wir alle freuen uns sehr, bald wieder bei ihnen zu sein und sie direkt vor Ort unterstützen zu können.

Mehr Informationen:
Reportage im Tessiner Schweizer Fernsehen (RSI): Segni dei Tempi: http://la1.rsi.ch/segnideitempi/welcome.cfm?idg=0&ids=0&idc=43613

Denuncia Pública. Grave crisis alimentaria enfrenta la comunidad de Las Pavas. http://retornoalaspavas.wordpress.com/2013/03/04/denuncia-publica-grave-crisis-alimentaria-enfrenta-la-comunidad-de-las-pavas/#more-1128

Zum Projekt Les voy a contar la historia:
http://lesvoyacontarlahistoria.com

http://www.wemakeit.ch/projects/les-voy-a-contar-la-historia
Zur Arbeit der involvierten Personen:

http://www.fundachasquis.org

http://www.connact.ch

http://www.colectivoerrante.es.tl

 


[1] Die 20-minütige Reportage kann hier geschaut werden: http://la1.rsi.ch/segnideitempi/welcome.cfm?idg=0&ids=0&idc=43613

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08.12.2016


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26.10.2016

Dezalé - Café de origen

Foto: Christian Reichenbach

Im Hochland von Inzá (Cauca) produzieren kleine Familienbetriebe in ökologisch wertvollen Mischkulturen ein sortenreinen Spezialitätenkaffee. "Dezalé - Café de origen". Dieser wird ohne Zwischenhandel, direkt und exklusiv an acht ausgewählte Röstereien in der Schweiz exportiert. Der stolze Bauer erhält dadurch ca. 150 -170 % des aktuellen Marktpreises. Fairer als Fairtrade! "Dezalé" wurde als Kooperative im Jahr 2001 von Hansruedi Auer-Lopéz gegründet. Heute sind 45 Familienbetriebe am sozialen Projekt beteiligt.

Es sind 8 Röstereien in der Schweiz, die exklusiv den Dezalé-Kaffee rösten und verkaufen:

www.diamantkaffee.ch

www.hosennen-kaffee.ch

www.kuengkaffee.ch

www.kaffee-knubel.ch

www.cafedumonde.ch

www.lacolumbiana.ch

www.spielhofkaffee.ch

www.oetterlikaffee.ch

Weitere Informationen direkt bei: dezalecafe@remove-this.yahoo.com