Aktuell
Studie zu Unternehmensverantwortung und Schweizer Recht (Juni 2010) Eine Koalition von Schweizer NGO, darunter auch die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien, haben im letzten Herbst eine Studie in Auftrag gegeben, in der die heutige rechtliche Situation in der Schweiz im Zusammenhang mit Unternehmensverantwortung geklärt wird. Ausserdem enthält die Studie Empfehlungen zu möglichen Vorgehen, um die Verantwortung von Schweizer Unternehmen bei Menschenrechtsverletzungen im Ausland zu stärken. Studie als pdf abrufbar
Solidaritätsreise des Österreichischen Versöhnungsbundes nach Kolumbien: Der Österreichische Versöhnungsbund hat freiwillige Begleitpersonen in der Friedensgemeinde San José de Apartadó. Um die Arbeit dieser Freiwilligen und die Situation Kolumbiens einer interessierten Öffentlichkeit näher zu bringen, plant der Versöhnungsbund eine Solidaritätsreise nach Kolumbien. Nebst verschiedenen Treffen in Bogotá steht ein Besuch der Friedensgemeinde San José de Apartadó sowie von verschiedenen indigenen und afrokolumbianischer Gemeinschaften im Pazifikdepartement Chocó auf dem Programm. Im Moment laufen die Vorbereitungen für das Detailprogramm mit den kolumbianischen Partnerorganisationen auf Hochtouren. Die Reise dauert 2 bis 3 Wochen ungefähr im Zeitraum 8. bis 28. August 2010. Es sind mit Kosten von 3000 bis maximal 4000 Franken zu rechnen. Die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien ask arbeitet mit dem Versöhnungsbund zusammen und kann diese Reise interessierten Personen sehr empfehlen. Die ask wird die Vorbereitung auf die Reise in Absprache mit dem Versöhnungsbund für Schweizer Teilnehmende durchführen. Für weitere Informationen und Anmeldung: www.versoehnungsbund.at Kinderhilfswerk blickt auf 25 Jahre humanitäre Arbeit in KolumbienMedieninformation - weitere Informationen unter www.fondation-aide-enfants.org Problematische Kohlengewinnung im Departement Antioquia Antioquia ist ein Departement, das ebenfalls reich an Kohle ist. Es gibt dort bisher keinen Tagbau, sondern Abbau in Stollen. Nebst einigen relativ grossen, legalen Minen, gibt es viele kleine, illegale Minen. Das Zentrum liegt im Flussbecken des Sinifaná und umfasst die Gemeinden Fredonia, Amagá, Angelópolis, Titiribí, Heliconia und Venecia. Amagá geriet vor in 3 Wochen wegen eines schweren Grubenunglücks mit 73 Toten in die Schlagzeilen. Bei der Mine San Fernando handelte es sich um eine der „sichersten“ Minen. Die stille Tragödie des illegalen Bergbaus ist jedoch wenig bekannt. 7. Juli 2010, Bericht von Stephan Suhner Agrotreibstoffe in der Schweiz? Auf der Medienkonferenz der Plattform Agrotreibstoffe am 24. April sowie weiteren Veranstaltungen stellten Experten aus verschiedenen Ländern die Gefahren der Produktion von Agrotreibstoffen dar. Die Stellungnahmen der Experten sind hier. Verschiedene Medien haben bereits berichtet.
Petition Agrotreibstoffe online: Seit dem 15. April ist die Petition Agrotreibstoffe der Plattform Agrotreibstoffe online. Unter www.petition-agrotreibstoffe.ch finden sich Argumente für die Unterzeichnung, Informationen über die unterstützenden Organisationen und Vordrucke, um Unterschriften zu sammeln.
Die Forderungen der Plattform: Die Einführung von Zulassungskriterien, welche sozial und ökologisch problematische Agrotreibstoffe generell ausschliessen. In die Kriterien müssen dabei insbesondere die Ernährungssicherung in den Herkunftsländern sowie indirekte Verdrängungseffekte einbezogen werden. Manifest für eine Steuerwende - Steuergerechtigkeit statt Steuerflucht und Steuerdumping
Eine soziale und ökologische Gesellschaft braucht ein gerechtes Steuersystem und ausreichende Steuereinnahmen. Wichtige Teile der schweizerischen Steuerpolitik stehen im Widerspruch zu diesem Ziel. Das Schweizer Steuersystem ermöglicht in grossem Stil Steuervermeidung im In- und Ausland. Steuerwettbewerb, Steuerdumping und Steuerschlupflöcher begünstigen Reiche und multinationale Konzerne. Demgegenüber bezahlen KonsumentInnen und LohnempfängerInnen einen wachsenden Teil der Steuereinnahmen. Deshalb wollen wir eine Steuerwende. Unterschreiben Sie das Manifest hier Bei ihrem Besuch in Bern am 12. April 2010 in Bern traf die kolumbianische Senatorin Piedad Córdoba den Schweizer Botschafter Thomas Greminger in Bern. Bericht von Stephan Suhner, April 2010Militär in Kolumbien will mit Bombenangriff Embera Indianer vertreiben. Veröffentlicht: 26. Februar 2010 | Themenbereiche: Kolumbien, Natur & Umwelt
Bei einem Bombenangriff des kolumbianischen Militärs wurden Jose Nerito Rubiano, Martha Ligia Bailarin, Yobani Bailarin und Celina Bailarin sowie ein wenige Tage altes Baby schwer verletzt. 19 Tage später verstarb das Kind. General Hernan Giraldo, Kommandeur der 17. Brigade mit Basis in Carepa (Antioquia), die den Angriff ausführte, rechtfertigt den Angriff mit dem Antiterrorkampf. Das Militär hätte angeblich Informationen gehabt, dass “die 34. Front der Guerillaorganisation FARC an diesen Ort gekommen wäre”. Die Embera verneinen das. Sie sind überzeugt, dass sie von ihrem Land vertrieben werden sollen, um Platz für den Abbau von Kupfer, Gold und Molybdän zu schaffen. Unter ihrem Regenwald gibt es reiche Bodenschatzvorkommen, auf die es die amerikanische Bergbaugesellschaft Muriel Mining Corporation, die Schweizer Glencore und der britisch-australische Bergbaugigant Rio Tinto abgesehen haben. Erstere verfügt dort über eine Bergbaukonzession von 9.000 Hektar. Die Embera lehnen das Projekt ab. Sie würden durch den Bergbau ihre Heimat und Lebensgrundlagen verlieren. Bereits seit Wochen haben Militärhubschrauber immer wieder das Gebiet nahe dem Dorf Alto Guayabal überflogen. Seit dem Angriff ist der Regenwald der Indianer von Soldaten besetzt. Die Embera fürchten um ihr Leben. Die Soldaten sind für sie eine Bedrohung und kein Schutz. Ihre Bewegungsfreiheit ist nun eingeschränkt, die Kommunikation zwischen den Dörfern nicht mehr möglich. Die Nahrungsmittel werden knapp, denn aus Angst gehen die Embera nicht mehr ihrer Arbeit wie der Jagd und dem Fischfang nach. Seit Mai 2000 hat es immer wieder Bombenangriffe des Militärs und Einmärsche von Bodentruppen im Indianergebiet gegeben. Die Embera mussten immer wieder flüchten, ihre Häuser wurden geplündert und verbrannt, drei Dorfeinwohner (Regina Rubiano Bariquin, 65 Jahre, Pablo Emilio Domico, 45 und Blancaina Domico, 16) verschwanden spurlos. Bis heute, 10 Jahre später, gibt es keine Lebenszeichen oder Nachricht über ihren Verbleib. Die Frauen sind besonders bedroht, acht von ihnen haben sich bereits aus Verzweiflung das Leben genommen. Die Indianer der Schutzgebite Urada Jiguamiando, Río Murindo und Chagerado-Turriquitado bitten um internationale Unterstützung. |